Jahr um Jahr,
Für Eisenbahnfreunde gibt es in diesem Jahr zwei Jubiläen, das des Vorbildes in Deutschland und das der Marke Arnold als Modellbahnhersteller. 175 und 50 Jahre sind in ihren Dimensionen unterschiedlich zu gewichten, aber immerhin, es sind inzwischen fünf Jahrzehnte der Serienfertigung der kleinen, wenn auch nicht mehr kleinsten, Spur. Zunächst als rapido 200 auf der Nürnberger Messe 1960 vorgestellt, kam schließlich 1962 die Arnold rapido im letztendlichen Nennmaßstab 1:160 in den Handel. Etliche Hersteller schlossen sich bald darauf der neuen 9-mm-Spur an. Welche Zukunftsperspektiven man bei Hornby für Arnold sieht, erfahren Sie in unserem Interview mit dem General Manager von Hornby Deutschland Knut Heilmann.
Wer seit den 1960er Jahren als N-Bahner dabei ist, dem sind seine Modelle vertraut, doch das Umfeld hat sich nicht nur beim Vorbild verändert, wo so manches für den Eisenbahnfreund Bedeutsame wie bediente Ortsgüteranlagen, bemannte Postwagen mit Briefeinwurf, Rangierverkehr mit Kurswagen, Reisezüge mit Gepäckwagen oder den DSG-Kellner, der mit dem Gong zum ersten oder zweiten Essen rief, weitestgehend verschwunden ist. Die Beschaulichkeit der eigenen Fahrzeugsammlung kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass auch in der N-Spur spürbare Veränderungen stattfinden. So sich die Produktionsjubiläen jähren, so offensichtlich ist, dass es sich mehr um Marken- als Firmenjubilare handelt, denn keiner der großen Namen von einst wie Arnold, Fleischmann, Lima, Minitrix, Rivarossi oder Röwa existiert mehr als tradierendes Familienunternehmen.
Beide Entwicklungen, beim Vorbild wie in der Modellbahnbranche, werden ihre eigene Zukunftsdynamik zeigen, auf die sich der, hoffentlich auch heranwachsende, Modellbahner einstellen wird. Neue Anbieter und Hersteller sind am Markt präsent, manch betagtes Modell will qualitativ aber nicht mehr so recht dazu passen, was sich besonders auf die Bildung von Reisezügen auswirkt. Ob dies eines Tages zu einer radikalen Zäsur in den Sortimenten und privaten Fahrzeugbeständen führen wird, bleibt abzuwarten. Wie immer sich die Modellbahn weiterentwickelt, zumindest das Rad/Schiene-Prinzip wird ihr wie beim Vorbild wohl noch auf lange Zeit erhalten bleiben, und die Diskussion über das optimale Modell-Gleissystem ebenso.
An neuen Fahrzeugen kann man nun den Minitrix Turmtriebwagen oder das Erstlingswerk eines Container-Doppeltragwagens von Rocky Rail auf die Gleise stellen, worüber wir neben vielem anderen in der aktuellen Neuheitenübersicht berichten. Das Fahrzeug-Portrait beschäftigt sich mit dem Vorbild und dem Modell des SVT Kruckenberg von Hobbytrain. Wie man D-Zug-Wagen unterschiedlicher Konstruktionsgenerationen harmonisch in einem Zugverband einsetzen kann, zeigen wir exemplarisch an den neuen CityNightLine-Wagen von Fleischmann gegenüber den L.S.Models-Wagen. 50 Jahre Modellbahnproduktion kann auch ihre kleinen Geheimnisse und Überraschungen bieten: Lesen Sie am Schluss des Heftes, wie aus dem Arnold ET 184.0 auf einfache Weise ein Zahnrad-Triebwagen wird oder vielleicht einst sogar werden sollte.
Im Gebäudemodellbau muss man bisweilen eigene Wege gehen und Ungewohntes ausprobieren. Wie man Gebäude aus Ätzblech montiert, zeigt die Fortsetzung über den Bau des Ranigermoduls im N-Bahn-Magazin 3/10. Wie man aus einer TT-Bekohlungsanlage etwas für die N-Spur Taugliches konstruiert, beschreibt ein überschaubarer Baubericht.
Mehrsystembetrieb auf einem Gleis mit Benutzung der Oberleitung ist nichts Neues. Man kann das Prinzip aber auch als unkonventionelle Lösung für eine analoge Konstantbeleuchtung von elektrischen Triebfahrzeugen nutzen. Welche Eingriffe in die Fahrzeuge nötig sind, erläutert eine kleine Anleitung.
Weit gespannt sind unsere Anlagenvorstellungen: die raumfüllende Kelleranlage, die den Verkehr vorbildorientiert langer Züge der Epochen IV und V ermöglicht, oder die Fortsetzung der im NBM 4/10 bereits vorgestellten Nebenbahnsegmente der Epoche II, oder eine winzige "Wohnzimmer-Anlage", die in einem Schrankfach verborgen ist. Sie alle sind Ergebnisse individueller Modellbahnerbiografien mit spezifischen Anforderungen an die Handhabung und Ausprägungen des Hobbys N-Bahn.
Und wie gestalten Sie Ihre Modellbahn? Ob Fahrzeugumbauten, Dioramen, Anlagen, Gebäude, Signale, Fahrleitungen oder kleine Ausstattungsdetails, alle Themen sind unseren Lesern willkommen. Uns genügt vorab eine kurze und einfache Information über Anlage oder Modell, die Sie uns an die Adresse: Alba Publikation, N-Bahn-Magazin, Postfach 110150, 40501 Düsseldorf, Deutschland oder via e-mail: nbm@alba-verlag.de zusenden können. Wir sind gespannt auf Ihre Anregungen aus Ihrer Modellbahn-Vergangenheit, -Gegenwart oder -Zukunft!
Gunnar Selbmann
N-Bahn-Magazin, Heft 05/2010
Inhaltsverzeichnis
Aktuell
5
Dekorvarananten und Nachzügler
Aktuell im Handel eingetroffene Modelle
18
50 Jahre Arnold-Modelleisenbahnen
Pionier der Modellbahn auf Spur N - Ein Markenname feiert Jubiläum
Fahrzeuge
28
Kardan statt Propeller
Der SVT Bauart Kruckenberg der DR von Hobbytrain und sein Vorbild
50
Auf gleicher Augenhöhe
Umbau und Verfeinerung der CityNightLine-Wagen von Fleischmann
64
Gefüllte Zahnlücke
Umrüstung des Arnold ET 4 auf Zahnrad-Betrieb
Anlagen
20
Der ModellbahnTraumRaum (1)
Zimmerfüllender Hauptbahnbetrieb mit abzweigender Nebenstrecke
32
Diskretes Spielzimmer
Funktionsgerecht möblierter Modellbahnraum
34
Von Station zu Station (2)
Nebenbahnbetrieb in Segmentbauweise - Bahnhof ?Unterlenningen?
39
Touristenhauptort Landeck
Österreichischer Alpenbahnhof mit selbst gebauten Bahngebäuden
46
Blechziegelbude
Die Montage von Gebäudebausätzen aus Messingblech
54
Rutsch nach unten
Umbau der TT-Großbekohlungsanlage von Auhagen in Spur N
56
Waldumrundung
Ausziehbare Minianlage im Schrankfach
Technik
44
Standlicht-Schaltung
Konstantbeleuchtung für analoge Elektrolokomotiven
Service
65
Clubs Termine Notizen
Jubiläumsparade in 1:160 - Fahrzeuge aus der Sammlung Professor Eben im DB Museum Nürnberg