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Eisenbahn Magazin Leserbriefe

Nice-Price-Modelle liegen im Trend

In em 8/09 erörterten wir auf drei Seiten, mit welchen H0-Dampflok-Modellen der Modelleisenbahner derzeit preislich günstig fährt, ohne zu viel Abstriche in puncto Vorbildtreue und Betriebzuverlässigkeit machen zu müssen. Im Anschluss des Beitrages fragten wir die Leser, welche Erfahrungen sie mit so genannten Nice-Price-Modellen, also Triebfahrzeugen mit geringer unverbindlicher Preisempfehlung des Herstellers, gemacht haben. Bis Mitte August hatten uns zu unseren Fragen über 50 Zuschriften erreicht, von denen wir in der September-Ausgabe auf Seite 76 schon drei verschiedene Standpunkte veröffentlichten. Bis Anfang September erhöhte sich die Zahl der Zuschriften auf über 60, von denen wir einige sowie auch Standpunkte der Industrie in em 10/09 veröffentlichten. Nachfolgend alle Leserbriefe in gekürzter, sinnwahrender Form:

Wenigstens einer Modellbahnredaktion ist aufgefallen, dass in unserem Hobby etwas nicht mehr stimmt. Ich bin Modellbahner seit 50 Jahren. Während der ersten 40 Jahre war es mir möglich, Fahrzeuge so zwischendurch zu erwerben. Die hohen Preise erlauben mir das heute nicht mehr. Durch die unmäßigen Forderungen einer Gruppe von Detailfanatikern wurde ein Effekt ausgelöst, der in der heutigen Modellbahnnachwuchskrise seinen Höhepunkt findet. Vielleicht geht der Industrie eines Tages ihr Irrweg auf und es kommen wieder die modularen Modellbahnfahrzeuge zu erschwinglichen Preisen – ganz ohne Decoder, Sound und all die anderen technischen Spielereien.
Reinhold Fröhlich

Als Spielbahner mit einer 35-m²-Anlage lege ich den Schwerpunkt auf den Fahrbetrieb. Auf meiner Anlage fahren 30 Fahrzeuge – in erster Linie Nice­Price- oder Hobby-Modelle. Leider hat die Industrie nach Einführung des Euro die Preise Schritt für Schritt ange­hoben, so dass mittlerweile die Triebfahrzeug-Preise zurückgerechnet in der Größenordung zwischen 600 und 1000 DM liegen. Das ist nicht in Ordnung und sollte vom Verbraucher nicht akzeptiert werden.
Peter Gaerdes

Ich bin schon lange entsetzt über die Preispolitik der Modellbahnhersteller. Leider ist die Fachpresse an den Preissteigerungen nicht ganz unschuldig. Immer wieder wunderte ich mich über die Bewertungen von getesteten Modellen. Im Anlagenbetrieb kann es dem Modellbahner doch egal sein, ob alle Nieten an der richtigen Stelle sitzen oder die Griffstangen zart angedeutet oder angesteckt sind. Die Modellbahn-Industrie sollte die Möglichkeiten der Modell-Superung offen lassen und die Modelle lieber einfacher und preiswerter gestalten. Also, liebe Modellbahnhersteller, hört nicht immer nur auf die Fachpresse, schaut auch dem Volk aufs Maul bzw. ins nicht mehr volle Portmonee.
Rainer de Haan

Die vom em früher schon und heute wieder mit aktuellen Beispielen geführte Preisdebatte ist dringend nötig. Das aktuelle Preisgebaren einiger Hersteller spottet jeder Beschreibung. Seit 1985 habe ich die Preisentwicklung über ein Modellverzeichnis (Excel-Datei mit mehreren Tabellenblättern) verfolgt. Bei meinem H0m-Sammelschluss 2002 kostete ein Bemo-Reisezugwagen dasselbe wie 1985 eine Bemo-Diesellok. Als dann rund 200 € für ­einen Spurpflug und 900 € für das Bernina-Krokodil verlangt wurden, war für mich Schluss mit dem Kaufen. Die Nice-Price-Modelle als Branchentrend sind zu begrüßen. Jeder Modellbahner mit bastlerischem Geschick kann die Modelle nach seinem Geschmack verfeinern.
Joachim Schröter

Für mich liegt die preisliche Schmerzgrenze bei Triebfahrzeugmodellen bei 100 €. Bastel- und Umbauarbeiten verschaffen mir mehr Befriedigung als das Kaufen. Ich denke, dass bald die Sättigungsgrenze bei Fahrzeug-Sammlungen erreicht ist und viele umdenken werden.
Hans-Jürgen Schon

Als Märklinist seit 1956 konnte ich die geschilderte Problematik hautnah miterleben. Man bekam damals für 13,50 DM einen einfachen C-Kuppler und für 16 DM die legendäre „Märklin 3000“ – allerdings kostete das „Krokodil“ 1958 auch schon 100 DM. Über viele Jahre hinweg erlaubte es die Preispolitik der Hersteller, dass man sich die wichtigsten Neuheiten leisten konnte. Das hat sich in den vergangenen 15 Jahren grundlegend geändert. Die Preissprünge führten dazu, dass ich für mein Modellbahn-Budget immer weniger bekam und aus der Neuheitenflut intensiver auswählen musste. Die Hersteller begannen, ihre Fans zu überfordern. Frustration war die Folge. Als Betriebsbahner erwarte ich Fahrzeuge, die auf der Anlage und nicht unter der Lupe eine ­gute Figur machen. Und für ein hübsches Nice-Preis-Modell ist auf meiner Anlage immer noch ein Gleis frei.
Dr. Erich Lutz

Dem Tenor, dass sich Modellbahn­-Produkte weit über das normale Maß hinaus verteuert haben, kann ich nur zustimmen, zumal zu berücksichtigen ist, dass viele Loks heute aus Ost­europa und China kommen und der Service bei den Herstellern inzwischen ein Fremdwort ist. Aktuell ist dieses Jahr die Firma Brawa Opfer der Preisexplosion geworden, obwohl ich mir die Baureihe 19 gerne angeschafft hätte. Meine Erfahrung mit Nice-Price-Modellen: Ich habe mehrere Loks aller Traktionsarten erworben, und keine hat mich bislang enttäuscht.
Raimund Lechler

Bei Märklin hat man früher hohe Preise akzeptiert, weil die Modelle sehr gut fuhren. Heute weiß man bei Märklin keineswegs, ob die Fahreigenschaften einer Neukonstruktion gut sein werden. Verbaut für viel Geld wird in den Loks obendrein technischer Schnickschnack, den man meist gar nicht braucht oder nutzt.
Burkhard Gellrich

Grundsätzlich sind Nice-Price-Modelle zu begrüßen. Die Spreizung des Triebfahrzeugprogramms ist eine sinnvolle Lösung. Ich finde eine Zwei- oder Dreiteilung des Fahrzeugsortiments – wie es Roco vor wenigen Jahren über leider nur kurze Zeit praktizierte – hilfreich. Was bei den einfachen Modellen als Konstruktionsmerkmal Einzug halten sollte, ist eine gewisse Modularität, um bei Bedarf Verbesserungen nachrüsten zu können. Ob Preis oder Baureihe, Bahngesellschaft oder Epoche wichtigere Kriterien für die Kaufentscheidung sind, ist schwer zu sagen – für den, der sich länger mit einem Thema beschäftigt, sind sicher Vorbild und Epoche ausschlaggebend; für ­einen spontanen Kauf ist wohl allein der Preis entscheidend.
Norbert L’habitant

Ja, es muss auch Alternativen geben, damit die Klientel nicht gänzlich vergrault wird. Was wünschenswert wäre: Nachrüstsätze, um ein günstiges Modell aufpeppen zu können. Da genügen schon ein paar Bremsschläuche, Kupplungsimitationen, vielleicht noch das ein oder andere Detail für den ­Kessel.
Andreas Poths

Die Tendenz zu preiswerteren Modellen finde ich sehr gut. Doch nicht nur teurer gewordene Modelle, sondern auch die Digitalisierung verschlingt heute das Gros eines Modellbahn-Budgets.
Dr. Karl-Wilhelm Schultel

Betrete ich den Laden meines Modellbahnhändlers, begegnen mir fast nur Herren im ergrauten Alter; Jugend ist selten zu sehen. Die Klientel, die Modellbahn sammelt und baut, wird kleiner. Eine kleinere Modellbaugemeinde bedeutet weniger Kunden und damit weniger Absatz. Betrachtet man ein Modellpreis, sollte man nicht nur an das Material denken. Die Komponenten Entwicklungs-, Fertigungs- und Lohnkosten sind nicht zu unterschätzen. Modelle entstehen heute am und mit dem PC. Die notwendige Hard- und Software ist teuer. Moderner Formenbau verlangt für moderne Formenfertigungen teure, CNC-gesteuerte Werkzeugmaschinen. Je detaillierter das Modell, um so aufwändiger die Formen dafür. Aber auch die Kosten für Verwaltung und Logistik sind inzwischen gestiegen. Wer heute ein Produkt fertigen und vertreiben will, kann keine Wunschpreise verlangen. Am Ende einer harten Kalkulation steht ein notwendiger Preis, der für ein Produkt verlangt werden muss. Es ist traurig genug, dass der Verbraucher von heute mit seiner Geiz-ist-geil-Mentalität lieber das Billigprodukt von irgendwoher kauft, als qualitativ sehr gute Erzeugnisse aus heimischer Produktion. Mehr Absatz deutscher Erzeugnisse im Inland würde auch die Preise dieser Dinge senken helfen.
Hans-Peter Weigel

Ich finde diese typisch kaufmännisch gedachte Spielzeug-Kategorisierung, der sich ja auch Fleischmann und Roco inzwischen verschrieben haben, unter Modellbahn-Gesichtspunkten ziemlich albern. Wo umgekehrt aber fast Kleinserienpreise für Großserienprodukte verlangt werden, liegt allerdings auch meine Schmerzgrenze, die ich mit Konsumverzicht bestrafe. Meine Anregung für eine künftige Vorgehensweise der Industrie: Gerne weitere, aber intelligenter konstruierte Low-Cost-Triebfahrzeuge, am besten in vorheriger Ab­sprache mit Zurüstteil-Herstellern, die gleich zum Zeitpunkt der Vorstellung des abgespeckten Modells den entsprechenden Zurüstsatz auf den Markt bringen sollten.
Dr. Hans-Jörg Windberg

Mit welcher Taktik hat Herr Rössler vor Jahrzehnten Roco den kometenhaften Einstieg in die H0-Welt bereitet? Mit preiswerten und trotzdem stimmigen Modellen! Eine China-Fertigung gab es damals noch nicht. Die Modellbahn-Branche sollte nicht nur an die Jungen denken, sondern auch an jene Erwachsene, deren finanzieller Spielraum begrenzt ist. Auch wenn eine preiswerte Lok heute 89 € kostet, sind das in Mark gerechnet immer noch 174 DM. Was hat uns der Markt vor der Euro-Einführung hierfür noch Tolles geboten! Ich bin dafür, dass sich die Modellbahn-Branche nicht nur an den Besitzern ­dicker Geldbörsen orientiert, sondern auch an die breite, teils anspruchslosere Masse denkt, die nicht jeden Euro umdrehen, aber mit ihrem Familienbudget auch noch andere Maßnahmen stemmen muss.
Siegfried Baum

Ich bin 16 Jahre alt, also Nachwuchs-Modellbahner. Die preisliche Schmerzgrenze hängt bei mir vom Modell ab: Wenn es optisch sehr gut wirkt und auch gute Fahreigenschaften aufweist, gebe ich gerne mehr Geld dafür aus. Beim Kauf gehe ich hauptsächlich nach dem Kriterien Bahngesellschaft und Epoche, erst danach schaue ich auf den Preis. Ich spare lieber länger, um mir dann ein schönes Modell kaufen zu können.
Tom Scheuermann

Erfreulich ist es, dass inzwischen wieder preiswerte und betriebstaugliche Lokmodelle angeboten werden. Ein ­Armutszeugnis für die Konstrukteure sind jedoch die primitiven Lok-Tender-Verbindungen der beiden vorgestellten Schlepptenderloks. Es sind simple Mechaniken, die manchmal auch dem Käufer wesentlich teurerer Modelle ­zugemutet werden. Weshalb ist es nicht schon längst Standard, dass sich Lok und Tender im Bodenbereich überlappen, und warum hat man in den NEM nicht schon längst verbindlich festgelegt, dass am Boden zwischen Lok und Tender kein über­großer Spalt klaffen darf?
Wolfgang Stihler

Zweifellos gibt es eine Nachfrage nach einfachen, preiswerten Modellen. Doch bezweifele ich, dass ein allgemeines Zurück zu einem Qualitätsniveau der 1980er Jahre eine Lösung darstellt. ­ Doch nicht nur die Preise für Lokomotiven sind ­explodiert, fast noch schlimmer ist die Situation bei Wagenmodellen. Personenwagen für zurückgerechnet 180 DM sind jenseits von Gut und Böse, doch mehrere Hersteller glauben, das als Norm für Vierachser erklären zu können. Mit der Preisentwicklung der letzten Jahre zerstören die Hersteller den Markt nachhaltig.
Dr. Gert Hagner

Wer von der nachwachsenden Generation bezahlt denn noch 30 oder mehr Euro für einen D-Zug-Wagen? Die Idealisten dieser Sparte werden immer weniger. Bei vielen Modelleisenbahnern, die ich kenne, ist das Ende der Fahnenstange längst erreicht: Kopfschüttelnd wenden sich diese im Fachgeschäft ab, wenn sie die Preise für ein formneues und begehrenswertes Modell sehen.
Gottfried Bartsch

Sie wissen es doch selbst besser als wir Händler, dass wir derzeit keine wirklichen Hersteller unter den großen Namen haben. Es sind doch alles ­Großhändler, Investoren, Manager der übelsten Sorte und Insolvenzhaie, die unsere Ware und deren Preise ruinieren. Was meinen Sie, was uns unsere Stammkunden noch glauben, wenn eine Lok zum Vorbestellpreis von 198 € angekündigt und nur kurze Zeit später für 69 € verramscht wird? Das Vertrauen in den Fachhandel geht so zum Teufel. Warum wird nicht objektiv gewürdigt, was gerade in der schwierigen Zeit seit gut 30 Jahren von vielen Herstellern und Händlern geleistet wird, um viele Menschen in ihrem Hobby zu erfreuen? Wir verkaufen keine Ware – wir verkaufen Emotionen! Gerade in dieser turbulenten Zeit wollen die ­Kunden doch nichts anderes als Freude an ihrem Hobby – und dafür sorgen wir.
Auto-Modellbahn-Welt Hödl

In bin Märklinist seit 43 Jahren. Damals konnte ich mir für die Arbeit von zehn Minuten einen Märklin-Personenwagen kaufen – heute muss ich fürs gleiche Modell 2,5 bis dreimal so viel arbeiten. Die aktuellen 100-Euro-Lokomotiven sind gut gelungen, fahren aber analog besser als digital. Zum Überleben der Branche sollte diese Sparte ausgebaut werden.
W. H. van den Dool

Seit geraumer Zeit verweigere ich mich dem Preisdiktat der überteuerten Fahrzeuge. Wie günstig könnte Neuware sein, gäbe es den Krempel zum Zurüsten extra, anstelle jedem technische Extras aufzwingen zu wollen. Meine Altersgruppe wird vorhandene Anlagen nicht zwingend digitalisieren wollen – hoher Preis, schwer zu reparieren, unverständlich, zu komplex usw. Die Jüngeren haben das Interesse an der Modellbahn längst verloren, denn sie können sich vom Taschengeld bei den Preisen nichts leisten.
Bernd Zander

Die Modelleisenbahn war von Anfang an ein Luxusartikel, auch wenn es zeitweise als Kinderspielzeug deklariert wurde. Heute ist sie ein reines Erwachsenenhobby von technikbegeisterten Männern, die gern dafür Geld ausgeben. Durch die nicht zuletzt von der Fachpresse angestachelte Sehnsucht nach Vorbildtreue, Genauigkeit und Detailreichtum wurde die Preisspirale kräftig angetrieben. Ganz nebenbei wurde die Neuheiten-Schlagzahl erhöht, was parallel den Markt für Gebrauchtware füllte. Dort kann auch der, der nicht den neusten Decoder und den Niet an der richtigen Stelle braucht, jederzeit ein Schnäppchen machen.
Josef Riga

Der Niedergang deutscher Modellbahnfirmen hat durchaus seine Vorläufer: Vor über 40 Jahren verabschiedeten sich die deutschen Rundfunk­geräte- und Kamera-Hersteller nach und nach vom Markt, obwohl sie technisch weltweit führend waren. Überheblichkeit den Endverbrauchern gegenüber, verkrustete Vertriebsstruk­turen und künstlich überhöhte Preise beschleunigten diesen Prozess. Foto­apparate aus Japan wurden als billige Kopien abgetan, bis große Versandhäuser diese Kameras ins Sortiment aufnahmen und erfolgreich verkauften. Wenn die deutsche Modellbahn-Industrie nicht aufpasst, widerfährt ihr dasselbe Schicksal.
Peter Grech

Nice-Price-Modelle ja, allerdings sollen die Modelle nicht billig wirken wie die 55er von Piko. Die Preisentwicklung ist mir lange schon ein Dorn im Auge. Ich bin Jahrgang 1940 und ­habe die H0-Modellbahn­-Entwicklung miterlebt. Die Preise heute sind nicht gerechtfertigt, zumal fast alle Marken in so ­genannten Billiglohn-Ländern produzieren lassen. Heinz Goecke Die Schuld an hohen Preisen einseitig den Herstellern anzulasten, empfinde ich ungerecht. Ich sehe eine beträcht­liche Mitschuld bei den so genannten ernsthaften Modellbahnern, die – unterstützt von der Modellbahn-Fachpresse – mit immer weitergehenden Forderungen in puncto Detaillierung und technischer Ausstattung die Modellbahnindustrie dazu getrieben haben, immer aufwändigere Modelle zu entwickeln. Um möglichst vielen Kundenwünschen gerecht zu werden, wurden die Neuheiten immer umfangreicher, was auf die verkaufbaren Stückzahlen drückte. Doch kleinere Stückzahlen bedingen zwangsläufig höhere Stückkosten. Ich finde es prima, dass die Industrie vermehrt Billigloks anbietet. Wir brauchen diese für die Neueinsteiger und für unsere Kinder – dafür also, dass die Modellbahn ein Hobby für viele bleiben kann.
Heinz Keppler

Vor Jahren konnte ich mir als Rentner kein Lokmodell mehr kaufen und war froh, als Piko preiswerte Modelle auflegte. Da habe ich mir eine Zwei-Zug-Packung für 219 € gekauft und war sehr zufrieden damit, auch wenn man Abstriche machen muss – aber man kann ja nachrüsten.
Reinhold Bühler

Ich kann nachvollziehen, dass Modellbahnkollegen angesichts der hohen Preise vieler Modelle Maßgenauigkeit, Modelltreue und eine entsprechende Antriebstechnik fordern. Ich kann mich aber des Eindrucks nicht erwehren, dass sich im Modellbahnhobby wie in vielen anderen Gesellschaftsbereichen sowohl auf Seiten der Hersteller als auch auf jener der Kundschaft eine anspruchsvolle Maßlosigkeit entwickelt hat: 1965 hatte der Gesamtkatalog von Märklin in etwa den Umfang des derzeitigen Neuheitenprospekts. Welcher Sammler soll denn an diesen ganzen Bedruckungs- und Unterbaureihen-Varianten Interesse finden? Als „fahrender“ Modellbahner braucht man auf einer mäßig großen Anlage vielleicht ein Dutzend Loks. Auch vom Premium-Getue der großen Hersteller halte ich nichts; sie sollten nach dem Stand der Technik stimmige Modelle ohne unnötige Fehler anbieten. Auch technische Accessoires braucht man kaum. Was will man denn mit vielen Soundloks anfangen, die bei gleichzeitigem Betrieb nur noch lärmend nerven? Andere Beleuchtungs- und Bewegungs-Funktionen sind lediglich teure Gags, die man gern einmal vorführt und dann vergisst. Ich kritisiere die Tendenz, einen elektronischen Ausrüstungsstandard zu setzen, der zur Steuerung einer Nebenbahnanlage ein Rechenzentrum mit den zugehörigen Rückmeldemöglichkeiten impliziert. für diese Anlagenthematik ist doch eine Schranke mit Handbetrieb erheblich realitätsnäher.
Dr. Werner Löffler

Ich freue mich, dass die Hersteller wieder erschwingliche Modelle anbieten, die auch recht ordentlich fahren. Aber Freunde von mir mit höheren Modellbahn-Ansprüchen sehen das ganz anders. Die Hersteller haben ein sehr breit gefächertes und vielfältiges Hobby­segment zu bedienen – das ist sicher nicht einfach. Nice-Price-Modelle sollten darin genauso einen Platz finden wie höherwertige Fahrzeuge.
Christoph Meyer

Sie haben im Artikel auch die Frage gleich beantwortet, ob man sich schämen sollte, wenn man ein Niedrigpreis-Modell kauft. Niemand muss sich schämen! Jugendliche und Geringverdiener haben nun einmal kein monatliches Einkommen von mehreren tausend Euro – und wer unverschuldet arbeitslos wurde, hat schon damit genug zu kämpfen. Mit Niedrigpreismodellen, die die Möglichkeiten der Vervollkommnung bieten, ist diesen Modelleisenbahnern ganz sicher geholfen. Und die Industrie verliert wenigstens keine Kunden.
Günter Driesnack

Sicher freuen wir uns als Modellbahner, dass Loks immer schöner werden, aber als Betriebsbahner kommt es uns wirklich nicht immer auf die letzte Niete an. Und wenn man Besitzer einer Großanlage ist, stellt sich inzwischen schon die Frage, ob man für dieses Hobby künftig Großverdiener sein muss? Mich freut es, dass so langsam ein Umdenken stattfindet und manche Hersteller neben dem Top-Programm auch eine Low-Cost-Serie pflegen.
Florian Seyffert

Ich scheue mich nicht vor dem Erwerb von Niedrigpreismodellen. Meinen Ansprüchen an die Optik genügen diese Triebfahrzeuge meist: Die Technik ist robust, und Nachteile wie unvollständige Inneneinrichtung oder fehlender Lichtwechsel nehme ich in Kauf oder behebe sie durch Nachrüstung oder Umbau.
Bernhard Schinner

Die Modellbahn-Industrie sollte zwei Fakten zur Kenntnis nehmen: Die ältere und recht betuchte Generation unter Modellbahnern hat die Keller, Speicher, Schubladen und Vitrinen mit Fahrzeugen bereits voll. Warum sollte da noch eine weitere Variante eines bereits vorhandenen Modells hinzugestellt werden, zumal das Preis-Leistungs-Verhältnis heute schlechter ist. Die jüngere und aus verschiedenen Gründen preisbewusste Generation ist nicht bereit, mehrere hundert Euro für Spielzeug auf den Ladentisch zu legen. Da locken ­andere Freizeitbeschäftigungen inzwischen weitaus mehr.
Axel Jeske

Mag es aus Sicht der Industrie so sein, dass die Preise für Lokmodelle aus der Großserienproduktion gerechtfertigt sind – doch kaum ein Kunde kann oder mag diese noch bezahlen. Da man das Hobby aber nicht aufgeben möchte, wird in der Konsequenz weniger gekauft. Ich richte mich strikt nach der Preisauszeichnung und nach dem Gesamteindruck des Modells. Ärgerlich wird es, wenn Eigenschaften in den Katalogbeschreibungen angegeben sind, die am Modell dann nicht zu ­finden sind oder nicht funktionieren.
Hans-Jürgen Wilhelm

Ich kaufe die auf meiner Beschaffungsliste aufgenommenen Fahrzeuge ausschließlich nach dem Preis. Dabei bringe ich sehr viel Geduld auf, ehe ich ­zuschlage. Aber ich achte auch auf andere Kriterien: Jedes Fahrzeug sollte problemlos in seine Hauptbestandteile zerlegbar sein, da ich die Innenein­richtungen farblich bearbeite und mit ­Figuren bestücke. Die Betriebsanleitung muss deutlich aufzeigen, wie die Wartung erfolgt und welches Zurüstteil an welche Stelle gehört – und passen sollten diese Teile dann auch.
Heinrich Linnenkohl

Nice-Price-Modelle zeigen oft gravierende Mängel in Detaillierung und/ oder Fahreigenschaften – das beweisen auch em-Tests immer wieder. Zudem beschränkt sich die Modellauswahl auf wenige Standardmodelle – meist vierachsige Drehgestellloks neuerer Bauart mit von Haus aus geringer Detaillierung. Auf einem Standardfahrwerk mit einer billigen Plastikhaube obendrauf unterscheiden sich die Fahrzeuge hauptsächlich durch ihre Werbebedruckung. Das sind auch keine Einsteigermodelle, denn Jugendliche von heute kann man mit primitivem Technikspielzeug nicht mehr begeistern.
Eike Balte

Nichts spricht gegen gute und preisgünstige Modelle. Der begüterte Modellbahner wird dafür nicht seinen Etat kürzen, sondern eher ein Modell mehr kaufen. Der weniger Begüterte hat die Möglichkeit, ein Neufahrzeug auf die Schienen zu stellen. Das Gegenbild, das es schon Jahrzehnte gibt, sind ja die Einfachmodelle aus Anfangspackungen, über die man sich ärgert, wenn man älter und anspruchsvoller wird, weil diese Lokmodelle meist keinem Original zuzuordnen sind.
Karl Friedrich Bretz

Ich bin seit Kindheit Eisenbahnfreund und seit 1957 Modellbahner, habe ­eine große Anlage und eine stattliche Modellsammlung. Da ich für ­alle Triebfahrzeuge die Originalverpackungen mit Preisschildern aufbewahrt habe, kann ich den unglaublichen Preisanstieg von teils unverändert im Programm der Firmen geführten Modellen verfolgen. Schon vor der Euro-Einführung war die Preissteigerung erheblich. Seit der Euro gilt, habe ich nur noch wenig gekauft, denn das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt bei vielen Artikeln schon lange nicht mehr.
Prof. Dr. Dietrich Vollmer

Der Artikel ist sehr informativ und ich würde mir wünschen, das die Hersteller einmal erklären würden, wie die Preise für Loks, Wagen und Zubehör zustande kommen. Ich bin nicht bereit für ein digitales Wechselstrom-Lokmodell 400 oder 500 Euro auf den Tisch zu legen. Ich habe mir von Piko einen Taurus gekauft. Wenn man kleine Abstriche in der Detaillierung macht ist das Modell betriebstauglich. Wer kann sich schon Modelle mit vielen Soundfunktionen und die entsprechende Digital-Zentrale für über 600 Euro leisten, damit man diese abspielen kann! Als Piko mit seinem Hobby-Programm angefangen hat, habe ich mich begeistert an die Firma gewand, zumal dort Kundenservice und Kundennähe groß geschrieben werden! Allerdings habe ich mit Wohlwollen registriert, das auch Märklin mittlerweile Loks für unter 100 Euro im Programm hat. Meine Schmerzgrenze für eine Lok liegt bei ca. 200 Euro. Auch für einen Personenwagen werden mittlerweile stolze Preise verlangt. Und warum müssen alle Wagen unbedingt im exakten Maßtab 1:87 sein? Die wenigstens von uns Modellbahnern verfügen über eine Anlage auf denen man solche Wagen auch glaubhaft einsetzen kann.
Frank Berke

Unbeschadet der Debatte über Modelle im Low-Cost-Bereich, wovon ich durchaus viel halte, habe ich eine dringende Bitte: Lassen Sie den Unfug mit Preisvergleichen vor „40 Jahren"! Eine vor einiger Zeit im Fernsehen dargestellte Studie zeigte, dass bei allen Befragten falsche – nämlich zu niedrige – Preise aus jener Zeit in Erinnerung sind. Der Vergleich der „Kaufkraft" ist dabei entscheidend, und da ist der Vergleich wenig angebracht, denn Modellbahnen gehörten niemals dazu. Zudem gilt unter Statistikern: Mit einer Statistik kann ich alles beweisen, sowie: Jede Statistik ist so gut, wie der, der sie aufstellt. 1968 hätte diese Lok also ca. 34 DM (17 €) gekostet. Im Vergleich zu meinem damaligen studentischen Monatswechsel, knapp über dem „Bafög", entsprach dies ca. 15 %. Der heutige Preis 140 € in Bezug auf gleichen Unterhalt von ca. 950 € entspricht ebenfalls ca. 15 %. Im gleichen Jahr erhielt ich mein erstes Gehalt, das gering unter dem eines Facharbeiterlohns in der Stahl- oder Autoindustrie lag: die Lok hätte 3 % davon gekostet. Verglichen mit dem entsprechenden Gehalt heute: 3 %! Ein Stück Butter kostete z. B. damals knapp 2 DM und müsste heute somit 3,50 € kosten, Mieten, Energie- und Fahrpreise dagegen sind erheblich auf das fünf bis siebenfache gestiegen. Kein Wunder, so auf das 3,5-fache als Index zu gelangen. Mein erstes Auto (VW-Käfer) kostete ca. 4300 DM, d. h. ca. 2000 €. Der neue Polo kostet heute mit ca. 14.000 € etwa das siebenfache. Mit dem 3,5-fachen des damaligen vergleichbaren Einkommens wäre man heute längst am Ende. Ob man sich etwas leisten will oder kann, ist eine völlig andere Frage; ich habe mir 1968 die Arnold Anfangspackung für ca. 65 DM vom studentischen Monatswechsel aus Freude abgespart – wer macht das heute noch?
Hartmut Brückner

Als Niederländer kaufe ich alle Modelle fabrikneu in Deutschland. Meine 42 Loks kosteten durchschnittlich 389 €. Dafür bekomme ich einen sehr guten Gegenwert. Alle Märklin-Modelle sind aus Metall, mit mfx-Technologie, Sound, SoftdriveSinus-Antrieb, Metallzähnrädern und in Metall gelagerten Achsen. Die neue Loks laufen sehr gut und sind sehr detailliert. Bekante fahren mit Roco- und Fleischmann-Modellen. Wenn diese meine Loks und Wagen anschauen, wünschen sie sich oft auch solch betriebstaugliche Fahrzeuge. Nach einem Rundgang bei der Firma Märklin und der Erfahrung wie diese Modelle entstehen und wie viele Menschen dort arbeiten finde ich das Preis-Leistungs-Verhältnis gut. Modelle von Liliput, L.S. Models und Heris werden in China produziert, sind hauptsachlich aus Kunststoff und nach meine Meinung viel zu teuer.
Harry Hazenberg

Als H0-Analog-Fahrer ärgere ich mich darüber, dass die Modellbahnhersteller keine elektronisch abgespeckten Varianten ihrer Triebfahrzeugmodelle anbieten. Auch sämtliche Geräuschimitationen, insbesondere die von Dieselmotoren, können mich nicht begeistern, weil sie für mich zu unecht klingen. Ich bin deshalb froh, dass ich in früheren Jahren die Gelegenheit genutzt habe, schöne Modellloks zu für mich bezahlbaren Preisen zu kaufen. Die heutigen Hochpreismodelle kaufe ich jedenfalls nicht. Ich freue mich daher sehr, dass mir mit den Nice-Price-Modellen wieder eine ansprechende Alternative geboten wird. Hierbei sind für mich Baureihe und Epoche trotzdem wichtige Kriterien. Wenn es dann ein entsprechendes Nice-Price-Modell gibt, ist für mich dann der optische Eindruck ausschlaggebend, bzw. ob dieser durch einfach durchzuführende optische Aufwertungen verbessert werden kann. Inzwischen habe ich drei Hobby-Loks von Piko gekauft und bin damit sehr zufrieden. Klares Fazit: Ich freue mich über den Branchentrend und hoffe auf eine weiterhin zunehmende Modellvielfalt!
Stefan Knappwost

Die in em 8/09 gezeigten Anfänger-Dampflokmodelle von Piko und Märklin/Trix scheinen mir ein sehr guter, machbarer und bezahlbarer Weg zu sein. Damit lassen sich Anfänger und letztlich Anhänger für das Hobby Modelleisenbahn gewinnen. Modellbahn war nie ein billiges Hobby, es konnte und kann aber durchaus preisgünstig sein. Die Piko 55.0 weist alle Merkmale des Vorbildes auf, mir gefällt sie. Wem sie so nicht gefällt, der kann sie ja aufmotzen, z. B. mit dem Zurüstsatz von H0-Manufaktur. Schon vor Jahren erschien von Fleischmann in H0 eine preußische G 3, die Baureihe 53. Sie gefällt mir noch heute (Reitz bietet hierfür Zurüstteile an). Als preisgünstiger Einstieg allemal akzeptabel!
Jürgen Kaltschmitt

Für Otto Normalverbraucher haben sich in den letzten Jahren die Modellbahnpreise in nicht mehr bezahlbare Höhen geschraubt. Man fragt sich, in welchen Mondschlössern die Preisgestalter der Modellbahnindustrie leben. Vor circa 35 Jahren kostete ein D-Zugwagen zwischen 20 und 30 DM. Die Wagen waren im Maßstab zwar verkürzt (für normale Heimanlagen übrigens ein guter Kompromiss), rechtfertigen aber nicht eine Preissteigerung um den Faktor 5 bis 6. Mein Einkommen als ehemaliger Angestellter der unteren Mittelklasse hatte sich in der vergangenen Zeit nicht um den Faktor 5 bis 6 vergrößert. Wenn zukünftig die Preisgestaltung sich nicht nach den Durchschnittseinkommen der Durchschnittsbürger ausrichtet, wird die ganze Branche weiterhin den Bach hinunter gehen. Ein Indiz ist schon die ständig schrumpfende Zahl der Fachgeschäfte. Die Zahl der gut verdienenden Leistungsträger ist nicht so groß, dass sie einen ganzen Industriezweig blühen lassen könnte!
Jürgen Michel

Preisdebatten gibt es schon solange ich das Hobby betreibe. Und das sind nunmehr etliche Jahrzehnte. Eine preisliche Schmerzgrenze gibt es für mich eigentlich nicht. Wenn mir ein Modell gefällt, dann kaufe ich es, vorausgesetzt die Qualität stimmt. Modelle wie die 24 von Märklin sind natürlich schön, aber objektiv immer noch sehr teuer. Dass Sie in ihrem Artikel erstmals auf die überzogenen Preissteigerungen hinweisen, kommt leider zu spät. Da hätten Sie vor Jahren aktiv werden müssen. Das Hobby Modellbahn dürfte für viele Familien und deren Nachwuchs zu teuer geworden sein. Da hilft die einzelne 24 nicht die Karre aus dem Dreck zu ziehen. Alles, was die Modellbahn heute noch für den Nachwuchs interessant machen könnte, wird überzogen teuer angeboten. So z. B. der ICE von Märklin mit Kamera und hochwertiger Digitaltechnik plus einer Zentrale für mehr als den Preis eines Laptops. In dieser Form für einen Durchschnittshaushalt als Kinderspielzeug nicht zu verantworten. Was mich am meisten wurmt ist, dass Märklin den Kunden vorgaukelt die Produkte kämen aus Deutschland. Bekanntermaßen kommt aber schon ein Großteil aus den billig produzierenden ehemaligen Ostblockstaaten oder aus der PRC. Hohe Preise, schlechte Qualität (Zinkpest), bröselnder Kunststoff (Märklin-C-Gleise, Wagen vieler Hersteller) verleiden einer immer größer werdenden Anzahl Modellbahner das Hobby. Es muss bald etwas passieren, sonst sehe ich sehr schwarz für Firmen wie Märklin und Roco.
Martin Meese

Der Artikel spricht mir aus der Seele, auch wenn ich H0-analog in der Epoche IV fahre. Kostete ein Farbfernsehgerät 1979 etwa 2000 DM, so ist heute für 1000 Euro schon ein deutlich besseres Gerät mit Flachbildschirm zu haben. Im Roco-Katalog von 1979 kosteten die BR 110 und BR 111 unter 90 DM, eine 215 sogar nur 65 DM. Alle Loks fahren heute noch auf meiner Anlage zu meiner vollsten Zufriedenheit. Zwar hatte die 215 undurchsichtige Fenster und eine falsche Dachlackierung und die frühe 111 wegen der Beleuchtung undurchsichtige Seitenfenster, doch konnte ich dies selber verbessern. Die 215 ist immer noch im Roco-Billigprogramm. Doch fehlt heute leider die Schwungmasse und der eingebaute Decoder verschlechtert den Analogbetrieb. Außerdem ist die Lackierung unvollständig. Ihr wurde mittlerweile ein Schnellläufermotor verpasst, um die Rennwagenqualitäten zu erhöhen. Die Neuproduktionen von Roco haben durchaus eine bessere Detaillierung und laufen ruhiger, doch sind auch hier die Höchstgeschwindigkeiten erhöht worden. Auch Trix hat mit der BR 120 und der BR 218 zwei neue Schnellläufer auf den Markt gebracht. Die BR 218 von Fleischmann hat früher etwas mehr als 100 DM gekostet und kann sich gegenüber der Trix-Lok trotz des Fleischmann-Stirnradantriebes immer noch gut sehen lassen. Im Vergleich zu Farbfernsehgeräten sind die Loks zwar auch besser geworden, doch halte ich die Preise für weit überhöht. Die neuen Loks erreichen ihre Höchstgeschwindigkeit schon bei 8 Volt und lassen sich schlecht mit den alten in einem Stromkreis zusammen fahren, weil die Industrie meint, man solle digital fahren. Trotz der hohen Preise gibt es immer wieder Fehler in der Ausstattung bzw. der Beschriftung. Das eigentliche Problem scheint mir in der Vielfalt der Modelle zu liegen, sodass viele teure Kleinserienmodelle entstehen. Natürlich sollen Sammler auch ihre Lieblingslok kaufen können. Doch sollten die Modellbahnhersteller auch eine größere Zahl von Standardloks als Nice-Price-Modelle produzieren. Beispielsweise könnte Roco die BR 215 überarbeiten: Das Gehäuse mit Löchern für Zurüstteile versehen und vollständig lackieren, ein langsam laufender Motor aus heutiger Produktion mit Schwungrad, warmweiße Leuchtdioden als Beleuchtung und das perfekte Modell wäre wohl für unter 100 Euro zu haben. Mit wenig Aufwand ließe sich auch eine BR 218 daraus machen. Wie jeder Kaufmann weiß, kann man die Nachfrage durch kleinere Preise deutlich steigern, was wiederum zu einer Umsatzerhöhung führt. Wer bei sinkender Nachfrage die Preise erhöht, muss sich über eine Insolvenz nicht wundern. Bei sinkender Nachfrage muss ein Unternehmen andere Strategien entwickeln, wie die Produktion von Nice-Price-Produkten, die jedoch keine Billigprodukte sein dürfen.
Dr. Michael Mälzig

Es ist doch immer wieder zum lachen, die Modellbahnfirmen jammern über zu wenig Kunden und stehen trotz hoher Preise in Insolvenz! 2 Beispiele nur mal von Roco, da ich von dieser Firma seit 1986 die ersten Loks in meinem Besitz habe. Die E 41 von 1992 war eine sehr schöne Lok zum Preis von umgerechnet 85 Euro. Die Lok im Test von Heft 7 gibt es ja auch in Gleichstrom. Meines Erachtens zu obiger nur der Unterschied, dass eine Vorbereitung für einen Decoder eingebaut wurde. Und das zum heutigen Preis von sage und schreibe 180 Euro! In Ihrem Artikel haben Sie eindeutig vermerkt, dass mit der Einführung des Euro die Preise sich enorm erhöht hatten. Wenn ich mir überlege, dass von meinem Lohn inzwischen über 53 % dem Staat gehören, passt alles nicht mehr zusammen. Da leidet das Hobby mächtig, früher konnte ich mir eine bis zwei Loks im Jahr kaufen, das ist nicht mehr drin. Ich glaube, dass die etwas einfacheren Modelle eine gute Chance auf dem Markt haben werden. Ein Lokmodell für über 150 Euro würde ich keinem Kind unter 10 Jahren in die Hand geben.
Uwe Masurat

Nachdem mein zehnjähriger Sohn letztes Jahr die 99 €-Märklin-Packung bei Aldi gesehen hatte, wollte er diese zu Weihnachten haben. Als ich selbst die Packung in den Händen hielt, sträubten sich meine Haare: Ein völlig verunstaltetes V 60-Gehäuse auf dem Fahrwerk einer Dampflok wollte ich selbst meinem Sohn nicht zumuten. Da ich noch einige Gleise und Güterwagen übrig hatte, haben wir uns dann gemeinsam für die Piko BR 55 in der Wechselstrom-Ausführung für 99,90 € entschieden. Bei Bedarf wird die Lok noch mit Sound und Rauch nachgerüstet. Entscheidend für die Wahl dieser Lok war, dass es sich um ein einfaches Vorbild handelt, das auch im Modell noch überzeugend wirkt. Selbst dann, wenn mein Sohn noch in 5 Jahren mit der Modellbahn spielt, wird ihm (und mir) die Lok trotz gestiegener Ansprüche noch Freude bereiten. Einsteigerloks sollten auch nach einer Reifezeit des Einsteigers immer noch als Modell akzeptiert werden können. Das trifft auch auf die Märklin BR 24 zu. Auch diese Lok habe ich im Laden für 99,90 € bekommen und zwar nicht für den Sohn, sondern für den Vater, obwohl ich die Eisenbahnerei schon seit 40 Jahren betreibe und auch etliche teurere Loks habe. Ich war nämlich nicht bereit, für die Roco 24er in der Wechselstrom-Version 250 € hinzulegen. Einsteigerloks könnten auch mit Nachrüstsätzen versehen werden, um dem gereiften Einsteiger weiterhin Freude zu machen. So habe ich mir damals aus dem Roco Playtime-Programm eine oceanblaue BR 215 für 65 € gekauft und mit zahlreichen teilen nachgerüstet. Schon sah die Lok nicht mehr so primitiv aus wie zuvor. So sind solche Loks nicht nur etwas für Anfänger, sondern durchaus auch für langjährige Modellbahner.
Andreas Raupach

Dieser neue Branchentrend ist genauso wie die nette Bezeichnung Nice-Price sehr zu begrüßen, da diese Branche jetzt wohl überlebensmäßig mit dem Rücken zur Wand steht. Die aus meiner Sicht seit mindestens 10 Jahren aus reiner Gier hochgedrehten Preise haben die Wirkung der reinen Marktwirtschaft an denen vorgeführt, die da wohl glaubten, sie würden immer diese Preise erlösen können! Konkret: Ein Angestellter oder Facharbeiter hat in den letzten 15 Jahren in etwa die gleiche Summe im Geldbeutel gehabt, die ersten ganz sachten Lohnerhöhungen finden seit etwa 2 Jahren in einigen wenigen Branchen statt. Demgegenüber schaue man sich als Leitpreis z.B. den Verkaufspreis der Roco-BR 50 oder der Piko-82 an: Von DM 260 im Jahr 1999 über DM 290 in 2001 bis zu etwa € 265 für die 50er, oder die 82er für DM 225 um 1998 zu € 225 heute. Neben Loks und Wagen ist auch das Zubehör heute für den Modellbahnnachwuchs unbezahlbar, denn für einen Bahnhof ca. 70 € hinzulegen, kam mir damals nicht in den Sinn. Die Löhne sind es garantiert nicht, auch das Reich der Mitte ist lohnseitig nicht als Sündenbock geeignet. Kunststoffe und Metalle sind teurer geworden, aber mengenmäßig bei diesen Modellen nicht so ausschlaggebend, dass die Verteuerung damit zu begründen wäre. Es wurde einfach die Währungsumstellung genutzt um die ungehemmte Gier nach Mehrerlösen durchzusetzen. Wohin dies geführt hat, sieht man an Fleischmann, Märklin und Roco.
Kersten Syllwasschy

Diese Debatte finde ich sehr gut und sollte eigentlich ein Anreiz für die Modellbahnindustrie sein. Einige Firmen zeigen dies sehr deutlich. Ich für meinen Teil könnte mir die sehr schönen Modelle von Roco, Märklin u. a. nicht leisten. Sie weisen einen zu hohen Detailgrad auf und haben unnötigen Schnickschnack wie Sound, Superlichtwechsel, Digitalschnittstelle, etc... Fehlt oft nur noch das sich die Scheibenwischer bewegen. Einfache damit auch preiswerte Modell haben dagegen den Reiz etwas daran zu verbessern oder zu verändern. Als Österreicher schätze ich da die Firma Kleinbahn die robuste, einfache, nicht hundertprozentig maßstäbliche (1:100), aber billige Modelle anbietet und das seit vielen Jahren.
Andreas Scholtis

Ich finde die Idee der Hersteller nicht schlecht mit preiswerten Modellen nicht nur den Nachwuchs zu beglücken. Allerdings gab es ja schon immer abgespeckte Versionen in Anfangspackungen oder als Erweiterung dieser. Für meinen Filius würde ich Nice-Price-Modelle zulegen, wenn er denn schon in dem Alter wäre. Mich selbst sprechen diese weniger an. Von daher bin ich ein wenig zerknirscht, dass es die 55.0-6 von Piko nicht in einer aufwändigeren Ausführung gibt. Modelle ausschließlich als Sparversion herauszubringen finde ich gerade bei Dampfloks nicht so glücklich. Nicht jeder traut sich an umfangreiche Umbauten. Bei Diesel- und Elloks fallen die Vereinfachungen weniger auf. Allerdings stellt sich mir die Frage, ob die regulären Modelle wirklich so teuer sein müssen. Sicher, die goldenen Zeiten der Modellbahn sind vorüber, die Stückzahlen sind gesunken, die Anforderung an Detaillierung und Technik bei den Kunden gestiegen. Nur bin ich der Meinung, das weniger manchmal mehr ist. Eine Überdetaillierung, wo man schon beim Angucken Angst haben muss, dass etwas abbricht, muss nicht sein. Angesetzte Leitungen, Durchblick unterm Kessel, feine Gravuren und verglaste Führerhäuser gehören schon zu einer Dampflok. Ebenso sollten Decoder und Sound generell zum Nachrüsten angeboten werden, da jeder seine eigenen Ansprüche hat. Viel mehr Wert lege ich auf ausgefeilte Technik, gute Fahreigenschaften, auch analog und Kurzkupplungsmöglichkeit, welche auch bei Nice-Price-Modellen gegeben sein sollte! Alte Gurken, wie Fleischmanns BR 64 und BR 50, hochpreisig anzubieten, war vor einigen Jahren schon unverschämt! Meine Schmerzgrenze ist bei 300 € für eine große Schlepptenderdampflok erreicht. Jedoch kaufe ich nicht gezielt nach dem Preis, sondern danach, was in meine Sammlung passt und wo ich das Modell am preiswertesten bekommen kann. Also, preiswerte Modelle sind gut, um den Nachwuchs zu locken und zu fördern, bzw. auch alle anderen Modellbahnfreunde, die weniger Geld ausgeben möchten oder können.
Marco Strauch

Sicherlich sind die Modelle immer detaillierter geworden – daran sind nicht zuletzt auch die Tests der Modellbahn-Zeitschriften nicht ganz unbeteiligt – und damit auch die Aufwendungen der Hersteller für Entwicklung und Formenbau immer höher geworden; eine so plötzliche Preissteigerung wie vor etwa 10 Jahren lässt den Modellbahn-Endverbraucher aber wohl doch ins Grübeln kommen. Muss denn wirklich jede Niete passen – auch beim Vorbild gab es immer wieder Abweichungen – und könnte man nicht die eine oder andere, technisch sinnvolle Vereinfachung hinnehmen, wenn nur der äußerliche Eindruck stimmt? Die meisten Kunden dürften doch an einem interessanten und möglichst vorbildgetreuen Fahrbetrieb interessiert sein, und der lässt sich durchaus mit nicht ganz 100-%igen Modellen realisieren. Wichtig ist, eine sinnvolle Balance zu finden zwischen technischem und wirtschaftlichem Aufwand, also zwischen Detaillierung und Kosten, und das sollte nicht zu Lasten einer realistischen Nachbildung gehen. Nun haben ja bereits mehrere Modellbahn-Hersteller merken müssen, dass sich die Kunden dies nicht uneingeschränkt gefallen lassen und mit Zurückhaltung reagieren. Fast möchte man sagen „Geschieht ihnen ganz recht!", wenn die entstandenen Insolvenzen nicht nur für die Mitarbeiter schmerzlich sind, sondern auch dem Modellbahnmarkt schaden. Wer wagt es denn nun noch, Modelle von Märklin, Trix, LGB zu kaufen, wenn man nicht weiß, was mit den Firmen geschehen wird, und ob man noch Ersatzteile bekommt? Diese Firmen wären – trotz ihrer Preistreiberei – ein unersetzlicher Verlust. Man kann nur hoffen, dass die Manager der Modellbahn-Hersteller einsehen, dass ein großer Anteil der Kunden durch zu hohe Preise abgeschreckt wird. Allerdings wenn man neue Modelle auf den Markt bringt, kostet es nicht mehr, sie im richtigen Maßstab und mit vorbildgerechter Ausführung zu fertigen, aber es muss ja nicht auch noch jede einzelne Leitung separat angesetzt werden. Ich frage mich auch, ob es sinnvoll war 1:87 lange D-Zug-Wagen zu forcieren, die auf fast jeder heimischen Modellbahn-Anlage einen lächerlichen Eindruck in der Kurve hinterlassen oder sogar mit dem Gegenverkehr kollidieren. Ein weiterer Punkt sind die auffallend vielen Doppelentwicklungen der gleichen Modelle: mussten denn die BR 24, 55, 64, 65.10 u. a. immer gleich von 2 oder mehr Herstellern entwickelt werden – oder so viele konkurrierende Digitalsteuerungen? Eine sinnvolle Absprache über die Modellpolitik wäre sicherlich nicht wettbewerbswidrig gewesen!
Klaus-M. Zeuner

Ich bin jetzt seit 1985 Modellbahner und verfolge das Preisgefüge, insbesondere bei den Triebfahrzeugen, sehr genau. Damals kostete ein Diesellok-Modell BR 212 von Märklin knapp 100 DM. Dafür bekam man ein Modell, das sowohl optisch als auch technisch befriedigen konnte. Vor allem der Antrieb mit Stirnradgetriebe rollte bei kleinen Verschmutzungen sicher weiter und verhinderte, dass die Lok stehen blieb. Diese Lok tut auch heute noch zuverlässig ihren Dienst. Heute kostet eine vergleichbare Maschine ca. 200 EUR, was umgerechtet 4 mal so teuer ist. OK, die Technik ist heute ein wenig anders: Digital, Hochleistungsantrieb und feinere Detaillierung. Wenn man sich heute einmal die sogenannten „Supermodelle“ ansieht, mit denen manche Hersteller ihre Hochpreispolitik rechtzufertigen versuchen, fragt man sich, ob man wirklich ein Modell benötigt, welches 16 Funktionen (Big Boy) ausführen kann. Ich denke, die meisten Modellbahner sind Betriebsbahner und da sind hervorragende Laufeigenschaften und perfekte Stromabnahme wichtiger, als technischer Schnickschnack und Superdetaillierung. Ich denke, sogenannte Hobbymodelle zu moderaten Preisen anzubieten, kann eine Lösung sein, wieder mehr Modellbahner zum Kauf zu animieren. Gerade in der jetzigen Krisenstimmung ist es wichtig, wenn die Modellbahnindustrie in punkto Preisgestaltung Akzente setzen würde, um wieder das breite Modellbahnpublikum erreichen zu können. Denn es wäre schade, wenn die großen Marken Märklin, Fleischmann, Roco etc. vom Markt verschwinden würden.
Christian Ringat

Ich finde Ihren Artikel einigermaßen scheinheilig, denn nicht zuletzt durch die, besonders vom em massiv kritisierten, Praxis einiger Modellbahnhersteller, Zurüstteile zur Selbstmontage beizulegen, werden die Fahrzeuge nun weitgehend in lohnintensiver Handarbeit aufgerüstet und dementsprechend teuer verkauft. Des weiteren hinkt auch der Vergleich mit Rollmaterial der 60er Jahre, da er nicht die Stückzahlen berücksichtigt, da diese damals pro produziertem Modell wesentlich höher waren als heute, was die Entwicklungskosten pro Stück erheblich reduzierte. Weiterhin haben Sie nicht berücksichtigt, dass sich die Preise für die eingesetzten Materialien nicht im Rahmen der allgemeinen Preissteigerungen erhöht haben, sondern sich teilweise vervielfacht haben. Dass man ein gewisses Preisniveau in Kauf nehmen muss, wenn man Produktionsstandorte in Mitteleuropa halten möchte, sollte man auch berücksichtigen, auch wenn Geiz in Deutschland besonders geil ist. Auch ich lege Wert auf detaillierte Fahrzeuge mit guten Fahreigenschaften. Es stellt sich aber die Frage ob man dort, wo im Anlagenbetrieb Teile gar nicht mehr erkennbar sind (Wagenböden, Bremsleitungen usw.), diese auch noch extra angesetzt werden müssen. Grundsätzlich ist zu begrüßen, dass die Modellbahnindustrie verstärkt Loks produziert, die es auch weniger Einkommensstarken erlaubt unser Hobby aktiv zu betreiben.
A. Reichmann

Nachdem ich seit gut 25 Jahren meine Märklin-H0-Modellbahn aufbaue, ist mir in den letzten 10 Jahren der Preisanstieg bei rollendem Material nicht entgangen. Vor allem Märklin sticht hier mit aufwendigen Metall- und Soundloks hervor. Ein weiteres Manko stellt die Firmenpolitik dar, mit einer begrenzten Auflage des Artikels und somit einer geringen Lagerhaltung und einer kurzen Laufzeit im Hauptkatalog. Entweder schnell zuschlagen oder später aufwendig suchen. Über die technischen Unzulänglichkeiten mancher Modelle, vor allem seit Einführung der elektronischen Hilfen, ist gar nicht zu sprechen. Aber auch Roco hat die Preise ordentlich in die Höhe getrieben. So kostete 1996 ein Wechselstrommodell der BR 110.1 noch EUR 167, aktuell EUR 214. Ein Problem dieser Firma stellt in letzter Zeit die Qualitätskontrolle dar. Ich habe ein Wechselstrommodell der BR 103 erworben und dann festgestellt, das nur eine Seite angetrieben war. Beim zweiten Getriebe hat man ganz einfach die Kardanwelle und das Schneckenrad vergessen. Weiter waren die Stromabnahmefedern verbogen und die Umschaltung auf Oberleitungsbetrieb wurde ebenfalls eingespart. Nach Rücksprache meines Fachhändlers wurde ihm mitgeteilt, das die Lokomotive wegen des besseren Fahrverhaltens einen einseitigen Antrieb besitzt. Stark verbessert haben sich die Detaillierungen bei den Modellen, aber muss man wirklich jede Niete nachbilden? Wie schon Kersten Syllwasschy schreibt, hat sich das Lohnniveau von Arbeiter und Angestellten in den letzten Jahren überhaupt nicht verändert und somit steht auch nur ein gewisses Modellbahnbudget zur Verfügung. Aber wie soll man bei diesen Preisen einen vorbildgerechten Zug zusammenstellen.
Herbert Pozarnik

Ein Produkt sollte preiswert sein, nicht billig. Qualität, gerade bei Märklin, resultierte in der Vergangenheit aus Langlebigkeit, Zuverlässigkeit und Robustheit. Ein Preis muss auskömmlich nicht überteuert kalkuliert sein und wird bei stimmender Qualität vom Verbraucher akzeptiert. Ein Beispiel für ein preisgerechtes und in sich stimmiges Modell ist die Baureihe 64 von Märklin. Hier gelang ein Produkt mit erstklassigen Fahreigenschaften (Digitalausführung) guter und völlig ausreichender Detaillierung zu einem Handelspreis von ca. 250 €. Ein Weg in die richtige Zukunft wenn sie mit preiswerten aber gut funktionierenden Einsteigermodellen um ca. 125 € begleitet wird. Vermieden werden muss Discounterware, sie vermittelt der Jugend ein falsches Bild eines ansonsten spannenden und interessanten Hobbys, jenseits virtueller Berieselung.
Achim Kern

Die 55 von Piko würde ich mir so niemals kaufen, da sie doch zu viele gestalterische Mängel aufweist. Bei einem Preis von 40 Euro und würde Weinert-Zurüstsätzen würde ich aber schwach werden! Meine absolute Schmerzgrenze für Loks liegt bei 300 Euro. Das teuerste was ich jemals für ein Dampflokmodell bezahlt habe, war im letzten Jahr 249 Euro für die BR 10 von Trix, die gerade für 199 Euro im Angebot ist! Ich sammle Dampflokmodelle, die bei der Deutschen Bundesbahn gelaufen sind, also DB, Epoche III. Ich suche gezielt nach Sonderangeboten diverser Internethändler. So habe ich gerade die BR 03.10 von Roco für 229 Euro erstanden. Als nächstes habe ich mir die BR 54 von Fleischmann vorgenommen. Die 292 Euro, die man zur Zeit bezahlen muss, sind mir aber noch zu viel. Da heißt es abwarten...
Martin Engel

Die Preisentwicklung im Modellbahnsektor betrachte ich schon längere Zeit mit Kopfschütteln. Ich bin verheiratet, wir haben einen kleinen Sohn, arbeiten beide in Teilzeit und verdienen gut. Bei den Preisen sehe ich keinen Spielraum für mehr als zwei Lokomotiven mittlerer Preisklasse oder vergleichbares Zubehör. Ich kann mich noch daran erinnern, dass mein Vater in dem Jahr als Märklin den ersten ICE herausbrachte auf die Modelle des Jahres-Karte des em schrieb, dass dieser für Kinder schier unerschwinglich sei. Daran hat sich nichts geändert. Allerdings den Schwarzen Peter nur den Herstellern zuzuschieben ist auch nicht ganz richtig. Seit Jahrzehnten wird propagiert, dass bei beschränktem Platz auch nur eine Nebenbahn gebaut werden kann. Der Anlagenvorschlag aus Heft 9/09 bringt dies auf die Spitze: Ich habe einen 5 x 3,5 m großen Raum nur für die Modellbahn und baue mir eine Bahn für meinen neu erworbenen Kittel Dampftriebwagen oder vergleichbares! Toll, vorbildgerecht werden alle anerkennend sagen. Und wer kauft z.B. einen VT 08, ET 11, ICE, eine C, IV H, 01, 44, V 200, 103 usw. mit entsprechendem Anhang? Die angefügte Alibi-Hauptstrecke taugt dafür nur eingeschränkt. Von einigen Modellbahnclubs mit Fabrikhallen als Clubheim können keine 6 großen Hersteller leben! Wo sind Konzeptionen mit viel Fahrbetrieb auf kleiner Fläche mit langen Zügen? Sie scheitern daran, dass ein Radius kleiner 500 mm als Industrieradius bezeichnet wird und alle, die so was einsetzen als Spielbahner belächelt werden. Haben Sie die alte 24 von Märklin richtig angeschaut? Außer den Windleitblechen aus richtigem Blech ist nichts angesetzt. Die Lampen sind angegossen, Fenster gibt's keine und der Motor ragt hinten aus dem Führerhaus. Rauchsatz, Lichtwechsel, Beleuchtung am Tender? – Fehlanzeige. Und die neue? Sie hat von den eben erwähnten Details mal abgesehen die beste Steuerung aller Märklindampfloks und schon wird von Seiten des em geheult: nur angegossene Leitungen! Noch weitere Beispiele gefällig? Die sächsische 75 von Gützold: Oh, sie hat keinen detaillierten Unterboden! Oder die S 2/6 von Brawa: Ihr fehlt das Innentriebwerk! Die Liste ließe sich locker weiterspinnen. Überhaupt das Innentriebwerk – bei der BR 58 bereits als Stand der Technik gelobt – ist ja wohl ein Detail, das im normalen Zustand an einer H0-Lokomotive kein Mensch sieht und das locker einen zweistelligen €-Betrag sparen könnte! Und da wundern wir uns über Kleinserienpreise und reihenweise insolvente Hersteller! Ich wünsche mir etwas mehr Augenmaß für das Notwendige. Außerdem ab und zu mal einen Spielbahnvorschlag, auf dem oben erwähntem beschränktem Platz als Hauptthema auch größere Züge Platz finden.
Wilfried Bochterle

Seit mehr als 40 Jahren waren und sind mir die Bemühungen, welche die Modellbahnhersteller in die Tat umsetzen lieb und teuer. Auf diesem Sektor ist Begeisterung, Kreativität, wie auch die Motivation so gut wie unerschöpflich. Und damit bin ich der Meinung, wenn solche positiven Aspekte über kopflastige Preisentwicklungen verödet werden ist das nicht gut fürs Hobby. Diese Tendenz vergleiche ich mit dem Wochenend-Ticket der DB. Bei Einstand in den Neunzigern, reiste man am Samstag und Sonntag für 15 DM bei einem zufrieden stellenden Zugangebot. Heute jedoch schlägt bereits ein Samstag mit 37 Euro zu Buche, bei ständiger Ausdünnung des Angebots. Doch zum Kern zurück, eine Umsetzung hin zum „Nice Price“ bei den Modellen findet durchaus auch meinen Beifall. Auch die Firma Trix hat mit der Flüsterlok von Vossloh eine Super-Aktion geschaffen, die mir sehr nachahmenswert scheint. Gewiss hilft Geduld weiter. Und, was mitunter auch zur Freude beitragen kann, sind Händler, die ihre Gewinnspanne freiwillig, per Sonder-Angebot reduzieren, womit ein wenig Spielraum für Anhängendes frei bleibt. In jedem Fall hilft der altbewährte Grundsatz: Augen auf und man bleibt auf der Bahn.
Lutz Mückenspeer

In der Fleischmann Preisliste vom 1.1.2009 sind alle kompletten N-Weichen und DKW’s als Auslaufmodelle in Kursivschrift gekennzeichnet. Das bedeutet, das in Zukunft alle Weichen und Weichenantriebe einzeln gekauft werden müssen, weil die Weichen nicht mehr komplett mit Antrieb angeboten werden. Das bringt eine erhebliche Verteuerung mit sich. Einschließlich Antrieb kosten die kompletten Links- und Rechs-Weichen Nr. 9180 und 9181 mit stromleitendem Herzstück je 39,50 €. Die gleichen Weichen ohne Antrieb mit den Nr. 9178 und 9179 kosten 27,95 €, also 11,55 € weniger. Hinzu kommen jetzt aber die Kosten für die separat zu kaufenden Weichenantriebe Nr. 9421 und 9422 mit 16,95 € oder Nr. 9423 mit 17,95 €. Damit verteuert sich jede Weiche von 39,50 € um ca. 6,00 € auf 45,90 €. Das ist eine Preiserhöhung von fast 12 %, die durch nichts gerechtfertigt werden kann, da der Materialwert der gleiche geblieben ist. Nur unnötige Arbeit und Kosten sind mehr geworden, da statt einer jetzt zwei Verpackungseinheiten erforderlich sind. An diesem Beispiel zeigt sich, dass die Raffgier nicht nur bei Managern, sondern auch in der Modellbahnbranche verbreitet ist mit der Folge, das immer weniger Kunden für dieses schöne Hobby zu begeistern sind.
Otmar Bröhl

Mittlerweile sind fast alle (westeuropäischen) Modellbahnhersteller durch die Insolvenz gelaufen und/oder verkauft worden! Warum wohl? In den 60er Jahren lag das Durchschnittseinkommen bei ca. 500 €, heute sind es ca. 2500 €, also etwa das 5-fache. Eine Märklin 3000 (CM 800) kostete damals 8 €, heute kostet diese Lok 78 € also fast das 10-fache, obwohl die Lok fast in 6 Millionen Stück gefertigt wurde! Vergleicht man die Preise mit anderen Spurweiten wird die Sache vollends unverständlich! Die neue BR 23 in H0 bei Märklin „analog“ 316 € und in Spur 1 schon für 1600 € zu haben. Für 1500 bis 2000 € kann man sogar schon Bausätze für kleine Loks in 5 Zoll oder 7 ¼ Zoll erhalten. Für mich ist dies ein Zeichen, dass die Relationen nicht mehr stimmen! In H0 habe ich oft den Eindruck von den Herstellern erpresst zu werden: Firmen Clubs mit besonders teuren Sondermodellen und einmalige Auflagen besonders interessanter Modelle mit kurzfristiger Kaufentscheidung! Die Häufung derartiger Verhaltensmuster kann zu Frust führen und auch zu Abwendung vom Hobby! Fazit: Ich habe als Kunde und Endverbraucher einen großen Vorteil: Die Modellbahn ist ein schönes Hobby, aber es ist nicht lebenswichtig und ich muss wahrhaftig überhaupt nichts kaufen!
Otto von Zedlitz

Im Prinzip sind preiswerte Loks eine gute Sache. Nicht jeder Modellbahner hat Budgets von mehreren tausend Euro im Jahr zur Verfügung. Warum müssen aber so ärgerliche Sachen sein wie bei der BR 74 von Märklin/Trix? Die Lok ist, im Gegensatz zum Modell aus dem selben Hause aus den sechziger Jahren um ganze 0,8 cm zu kurz geraten. Statt 13,5 cm wie das aktuelle Roco Modell oder das alte Spielzeug von Märklin (1968) misst sie ganze 12,7 cm. Das sind in Natur fast siebzig Zentimeter Lok weniger. Und das sieht man, wenn die unterschiedlichen Maschinen nebeneinander stehen. Da tröstet die bessere Detaillierung nur wenig.
Josef Riga

Ich sehe seit vielen Jahren die Preisentwicklung sehr kritisch. Seit etlichen Jahren führe ich Reisen mit Modellbahnclubs durch. Wir werden auf diesen Reisen von Hans Zschaler begleitet. Auch hier kommt immer wieder das Thema der Preise hoch. Äußerungen wie ich könnte es mir zwar leisten dieses oder jenes Modell zu kaufen aber aus Prinzip will es sich nicht, umgerechnet in DM sind es dann 1000 DM. Ich bin auch der Meinung, dass nicht jede Leitung freistehend sein muss. Wichtig ist dass das jeweilige Modell stimmig aussieht und doch möglichst maßstabsgerecht sein sollte.
Wolfgang Wix