Alba Fachverlag, BestNr. nv201004
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Der Nahverkehr, Heft 4/2010
Inhaltsverzeichnis
Kommentar
Dipl.-Kfm. Frank Sennhenn Aufgaben gemeinsam bewältigen Betrieb
Cand.-Ing. Jens Leven / Dipl.-Ing. Tanja Langescheid / Univ.-Prof. Dr.-Ing. Jürgen Gerlach Sicherheitskonzepte im ÖPNV ► Handlungsräume zur Gefahrenminderung bei Großveranstaltungen ZusammenfassungDer Artikel behandelt Sicherheitskonzepte von deutschen Verkehrsunternehmen und Kommunen im Zusammenhang mit Großveranstaltungen. Neben einem Überblick über die Strukturen von Großveranstaltungen in deutschen Städten wird die Zufriedenheit mit der Kommunikation beim Abstimmungsprozess bei der Veranstaltungsplanung aus Sicht der Kommunen und Verkehrsunternehmen analysiert. Die Ergebnisse zeigen, dass die Strukturen und konkreten Maßnahmen bei den Verkehrsunternehmen sehr unterschiedlich verankert sind. Zur Verbesserung der Sicherheit im ÖPNV sollten verstärkt organisatorische und personelle Maßnahmen umgesetzt werden. SummarySecurity concepts in public transport This paper deals with security concepts used in German public transport organizations and local authorities for mass events. Aside from a structural overview of mass events, user satisfaction regarding communication while planning these events, are given from the point of view of the traffic companies and the local authorities. One outcome is, that organizational and personnel measures to optimize the security in public transport need to be redefined to assure maximum security to event participants as well as personnel working there. Dr. Jürgen Ruff / Dr.-Ing. Christoph Menzel Erste Mobilitätszentrale mit internationalem Angebotsprofil ► Konstanz: Modell für Verkehrsträger übergreifende Kundeninformation Zusammenfassung15 Jahre nach der ersten Idee für eine Mobilitätsberatung in Konstanz geht im Juni 2010 die erste Mobilitätszentrale in Betrieb, die Angebote deutscher und schweizerischer Verkehrsunternehmen vereint. Zunächst waren viele Jahre ehrenamtlichen Engagements nötig, um schlussendlich mit einer Vielzahl von Partnern federführend von der Stadtverwaltung Konstanz zu einem guten Ergebnis zu kommen. Nach der Eröffnung der Mobilitätszentrale wird es aber darum gehen, die innere Organisation zu optimieren, so dass das Fernziel, einer integrierten Dienstleistung gewährleistet wird. Weiterhin wird es darum gehen, ob das Konzept rund um den Bodensee fortgeführt werden kann. SummaryFirst central service meeting point for mobility with international profile 15 years after the first idea of a mobility consulting unit in Constance the first central service meeting point for mobility with product offers from German and Swiss public transport companies will be put into service in June 2010. The idea was first proposed by a group of people working in honorary commitment. After a few years and leaded by the city council of Constance the idea was implemented with a large number of partner companies. Right after the opening of the central service meeting point for mobility, the main challenge will be to optimise the inner organisation. The aim is a fully integrated service in the near future. Further on the concept might be spread to other cities around Lake Constance. Dipl.-Ing. Bernhard E. Nickel Nicht nur Bahn und Linienbus ► AST, Taxibus und Rufbus in Räumen und Zeiten schwacher Nachfrage ZusammenfassungDie Funktion verschiedener flexibler Bedienungsweisen wird dargestellt, ihre Wirtschaftlichkeit, tarifliche und rechtliche Aspekte werden erörtert. Summary Not only rail and regular bus The function of various forms of flexible services is outlined, economics, tariff, and juridical aspects are dealt with. Dipl.-Ing. Frank Müller-Eberstein / Dipl.-Ing. Matthias Zöbisch Zwillings-Partnerschaft zur Stärkung des ÖPNV in Sibiu ► Kooperationsprojekt zwischen rumänischem Verkehrsunternehmen und Dresdner Consulter ? eine Erfolgsgeschichte? ZusammenfassungMit der Vergabe von Investitionskrediten an Städte und Verkehrsunternehmen in Mittel- und Osteuropa möchte die EBRD die Modernisierung des ÖPNV nachhaltig unterstützen. Um sicher zu stellen, dass parallel zu den Investitionen die Verkehrsbetriebe durch interne Rationalisierungen etc. auch wirtschaftlicher und für die Fahrgäste attraktiver werden, wurde das Instrument der Twinning-Partnership zwischen dem Verkehrsunternehmen und einem betriebserfahrenen Consulter geschaffen. Der Aufsatz stellt im Detail die Entwicklung beim rumänischen Verkehrsunternehmen Tursib in Sibiu/Herrmannstadt während der zweijährigen Partnerschaft mit der VCDB dar. Zwischenzeitlich wurde diese Partnerschaft um ein weiteres Jahr verlängert. SummaryTwinning partnership to strengthen local public transport at Sibiu The European Bank for Reconstruction and Development (EBRD) is going to give lasting support for the modernization process of the local public transport by the allocation of loans for investments to towns and cities and transport companies in Central and Eastern Europe. In order to grant more economic and even more attractive transport companies for passengers by e.g. internal streamlining, a twinning partnership between the transport companies and an experienced consulting agent was established. This essay describes in detail the development of the partnership between the Romanian transport company Tursib at Sibiu and the VerkehrsConsult Dresden-Berlin GmbH (VCDB) during the last two years. In the meantime, this partnership has been extended for another year. Marketing
Christine Wüst-Rocktäschel, M. A. / Dipl.-Kffr. Anja Georgi Neue Wege für neue Zielgruppe ► Die Lokale Nahverkehrsorganisation Offenbach beteiligt sich am europäischen Projekt ICMA und spricht gezielt ältere Fahrgäste an ZusammenfassungMit ihrer Beteiligung am europäischen Projekt ICMA ? Improving Connectivity and Mobility Access geht die LNO in Offenbach neue Wege, um sich verstärkt einer für sie relativ neuen Zielgruppe widmen zu können: Seniorinnen und Senioren. Durch die zugesagten Fördermittel und durch den intensiven fachlichen Austausch können in Offenbach mit Hilfe von ICMA zusätzliche Projekte und innovative Ideen umgesetzt und neue Perspektiven entwickelt werden. Das fördert die Attraktivität des ÖPNV in der Stadt und beheimatet sie gleichermaßen in Europa. SummaryNew ways for a new target group With its participation in the European project ICMA ? Improving Connectivity and Mobility Access, LNO in Offenbach breaks new ground in order to dedicate their attention to a relatively new target group: senior citizens. Because of the compelled financial means of EU and through the intensive professional exchange within the programme, in Offenbach with the help of ICMA, additional projects and innovative ideas can be realised and new perspectives can be developed. This creates a more attractive public transport system in the city and furthermore helps to make Offenbach at home in Europe. Dipl.-Ing. Reinhard Crome / Dipl.-Kfm. Car-Ernst Müller Fahrgastinformation im Vergleich ? Busse und Bahnen aus Kundensicht ► Partner gesucht: Erstellung eines Dokumentations-Handbuchs zum ÖPNV aus Fahrgastperspektive ZusammenfassungDie örtlich, regional und überregional unterschiedlichen Hürden und Hemmschwellen, die Interessenten und Kunden vor und während der Nutzung des ÖPNV zu bewältigen haben, sollen in einem Handbuch strukturiert dokumentiert und einander im Best-Practice-Sinne gegenübergestellt werden. Die Zusammenschau soll eine Anregung bieten, Hemmschwellen abzubauen. Der Beitrag erläutert das Projekt. SummaryPassenger information by comparison: bus and rail from the customer?s view The different local, regional and international obstacles and inhibitions being managed by customers and prospects before and while using the local public transport are to be analyzed and documented in a manual. The results are to be compared in terms of Best-Practice to encourage the reduction of inhibitions. The article illustrates the project. Recht
Reg. Dir. Hans Anton Hilgers Wer hat Zugang zum Bahnnetz? ► Kein Anspruch auf Zugang für ausländische Eisenbahnverkehrsunternehmen im SPNV ZusammenfassungMit dem Vierten Gesetz zur Änderung des Allgemeinen Eisenbahngesetzes vom 19. Mai 2009 (BGBl. I S. 1100) wurde die Richtlinie 2007/58/EG in nationales Recht umgesetzt. Auf dieser Grundlage wird im Wesentlichen der Zugang zur Eisenbahninfrastruktur für ausländische Eisenbahnverkehrsunternehmen geregelt, die grenzüberschreitende Eisenbahnverkehrsleistungen im Personenverkehr erbringen. Die Frage, wie sich die Zugangsvoraussetzungen zur Eisenbahninfrastruktur für ausländische Anbieter im schienengebundenen Personennahverkehr (SPNV) nach der ab dem 1. Januar 2010 geltenden Fassung des § 14 Abs. 3 AEG gestalten, lässt sich unmittelbar aus dem Wortlaut der Vorschrift nicht ohne weiteres beantworten. Der Verfasser weist anhand der Gesetzesmaterialien nach, dass ausländische SPNV-Anbieter nach wie vor keinen gesetzlichen Anspruch auf Zugang zur deutschen Eisenbahninfrastruktur haben und dies im Einzelfall nur auf der Grundlage zwischenstaatlicher Vereinbarungen möglich ist. SummaryWho has free access to the rail network? By the fourth amendment of the Allgemeines Eisenbahngesetz (general railway statute) from May 19, 2009 the directive 2007/58/EC was implemented into national law. On this basis it provides the regulation of access to railway infrastructure for foreign railway companies, which offer cross border passenger transportation services. The question, how the access requirements for foreign railway companies, which offer metropolitan and suburban commuter services, are shaped by § 14 III AEG as amended on January 1, 2010, can not be answered directly pursuant to the legal code. The author proves on the basis of legislative materials, that foreign railway companies, which offer metropolitan and suburban commuter services, still have no legal entitlement to access the German railway infrastructure and that in individual cases this is only possible on the basis of bilateral agreements. Dr. Andreas Saxinger / Dipl.-Jur. Jörg Niemann Linienverkehrsgenehmigungen nach neuem EU-Recht ► Busliniengenehmigungen als öffentliche Dienstleistungsaufträge: Anmerkungen zu jüngsten Urteilen des Bundesverwaltungsgerichts ZusammenfassungDas Bundesverwaltungsgericht hat in seinen beiden Urteilen vom 29.10.2009 deutlich gemacht, dass die Betriebs-, Beförderungs- und Tarifpflicht gemeinwirtschaftliche Verpflichtungen darstellen. Damit sind Linienverkehrsgenehmigungen nach dem deutschen Personenbeförderungsgesetz als öffentlicher Dienstleistungsauftrag nach Art. 2 i) der Verordnung (EG) Nr. 1370/2007 zu qualifizieren. Es liegt sehr nahe, Linienverkehrsgenehmigungen auch als ausschließliche Rechte nach Art. 2 f) VO 1370 anzusehen. Die Urteile des Bundesverwaltungsgerichts zeigen, dass unter dem Regime der VO 1370 zwischen einen Betreiber mehrere öffentliche Dienstleistungsaufträge mit verschiedenen zuständigen Behörden geschlossen werden können. Dies ist abhängig davon, welche zuständige Behörde den Betreiber mit welchen konkreten gemeinwirtschaftlichen Verpflichtungen betraut. SummaryGerman permissions for public service operators pursuant new EU-law The German Federal Supreme Administrative Court made in his two decisions of 10/29/2009 clear, that the obligation to operate, the obligation to carry and tariff obligations are public service obligations. In the consequence, permissions for public service operators according to the German Public Transport Code can be qualified as public service contracts pursuant to Article 2 i) Regulation (EC) No 1370/2007. It is very obvious, that these permissions are also exclusive rights pursuant to Article 2 f) Regulation 1370. The decisions of the German Federal Supreme Administrative Court show, that under the regime of Regulation 1370 more public service contracts between one public service operator and different competent authorities are possible. That depends on the concrete public service obligations, the public service operator is entrusted by the competent authorities. Technik
Frank Strunz / Holger Schuh Sicher durch Systemwechselstellen ► Zuverlässige Bordnetz-Energieversorgung mit Nickel-Cadmium-Batterien am Beispiel von Zweisystem-Stadtbahnen ZusammenfassungBei Straßenbahnstrecken mit betriebsbedingten Stromlücken muss die Bordnetzbatterie das Fahrzeug während der Stromlücke zuverlässig mit Energie versorgen. Im Gegensatz zu dem normalen Einsatz der Batterie zur Notenergieversorgung stellt ein solcher Betrieb mit mehreren Spitzenentladungen pro Stunde deutlich höhere Anforderungen an die Batterie. Darüber hinaus steigt die Bedeutung der Zuverlässigkeit des Speichers stark an, da bei einem Batterieausfall auch das Fahrzeug komplett ausfällt. Am Beispiel von 750VDC/15KV-AC-Zweisystem-Straßenbahnfahrzeugen werden die speziellen Anforderungen an die Batterie herausgearbeitet und ein Lösungskonzept mit Hochleistungsbatterien beschrieben. SummarySafe running through the system shift points For streetcar lines power supply gaps are operational, the battery of the train electrical system, however, has to be reliable during these power supply gaps. Compared to standard applications of emergency supply batteries, several point discharges per hour have considerable requirements on the batteries. Moreover, the value of reliability on the storage item rises considerably as a battery failure would even break down the operation of the entire vehicle. Using the example of 750VDC/15KVAC dual system streetcar vehicles, special requirements of the battery are analyzed and a solution with high-performance batteries is being described in this essay. Verkehrspolitik
Dr.-Ing. Andreas Kossak ÖPNV-Finanzierung auf eine breitere Grundlage stellen ► Markterweiterung und Optimierung der Marktausschöpfung auf der Grundlage des eTicketings ZusammenfassungVor dem Hintergrund der sich vollziehenden und absehbaren Veränderungen der Rahmenbedingungen ist die Zukunft der Finanzierung eine der Kern-Herausforderungen der ÖPNV-Wirtschaft in Deutschland. Zu den substantiellsten Optionen, der Herausforderung gerecht zu werden, zählt die Ausschöpfung des Potenzials von verkehrsträger- und marktübergreifenden Aktivitäten auf der Basis moderner Bezahl-, Management-, Informations- und Kommunikationssysteme. Maßgebliches Instrument dafür ist das elektronische Ticketing. Ziel muss es sein, die finanzielle Basis des ÖPNV damit zu verbreitern, zu diversifizieren und zukunftssicherer zu machen. Die Möglichkeiten für eine Optimierung der Marktausschöpfung und Markterweiterung der ÖPNV-Wirtschaft sind beträchtlich. Die geltenden Gesetze und Vorschriften eröffnen vielfältige Spielräume in diesem Zusammenhang. SummaryTo put the financing of public transport on a wider basis Taking into account the ongoing as well as the foreseeable changes of the boundary conditions, the future of financing is one of the (if not the) core-challenge(s) for the transit-industry in Germany. Among the most substantial options for meeting the respective challenges is the exploitation of the potential of transport-sector overlapping and cross-market activities based on modern payment-, management-, information- und communication-systems; key is the advanced electronic ticketing. The aim must be widening and diversifying of the financial basis of the transit-sector and thus making it future-proof. In fact there is a great variety of possibilities for optimizing the market exploitation and market expansion of the transit-industry in this regard. The laws and regulations in force allow taking advantage of the potential to a reasonable degree. Verkehr/Umwelt
Dipl.-Ing. Ulrike Harms / Dipl.-Ing. Udo Lenz Kein Ruhestörer: Der neue Trambetriebshof in Braunschweig ► Dimensionierung der Maßnahmen zum Schutz der Anwohner vor unzulässigen Immissionen ZusammenfassungNachdem die Braunschweiger Verkehrs AG über viele Jahre auf der Suche nach einem geeigneten Grundstück für einen neuen Straßenbahnbetriebshof war, ergab sich 2002 die Möglichkeit, im Bereich des Hauptgüterbahnhofes ein geeignetes Grundstück zu erwerben. Für dieses Grundstück wurde dann ein Betriebshofkonzept entwickelt. Aufgrund der Lage des Betriebshofstandortes war es erforderlich, eine neue Zulaufstrecke mit einer Länge von rund 600 m mitzuplanen. Wegen der umliegenden Wohnbebauung waren, Schall- und Erschütterungsschutzmaßnahmen vorzusehen. Seit Februar 2009 wird der Betriebshof genutzt. Die Schutzmaßnahmen haben sich bewährt, es gibt keine Probleme mit Anwohnern. SummaryNo perturbator: the new streetcar depot at Braunschweig After several years in search of a suitable area for the new streetcar depot, in 2002, the possibility arose for the Braunschweig Verkehrs AG to acquire an appropriate property around the freight depot site. A depot concept was developed and implemented for this property. Due to the location of this depot area, a new 600m track was required and included into the concept. Sound and vibration protection measures were indispensable because of the surrounding housing construction. The depot has been running since February 2009 and due to the approved protection measures no problems with any of the residents have occurred yet.
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