Alba Fachverlag, BestNr. nv201012
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Der Nahverkehr, Heft 12/2010
Inhaltsverzeichnis
Kommentar
Dipl.-Kfm. Dr. Rolf Bender Lähmen EU und deutsche Gründlichkeit den Bahnsektor? Betrieb
Dipl.-Psych. Katrin Dziekan / Dipl.-Soz.-Wiss. Lisa Ruhrort Design für Alle als zentraler Gestaltungsaspekt im ÖPNV ► Nutzerfreundlichkeit und Barrierefreiheit zusammenführen: Alle brauchen barrierefreie Mobilitätsräume ZusammenfassungMit dem demografischen Wandel nimmt auch das Thema Barrierefreiheit an Bedeutung zu. Das Prinzip Design für Alle kann und sollte auch im Bereich des ÖPV angewendet werden, wobei man immer die gesamte Reisekette im Auge haben muss. Barrierefreie Mobilität heißt, dass das gesamte Verkehrssystem für alle Menschen ohne fremde Hilfe nutzbar ist. Der Artikel stellt Nutzerprofile vor und erläutert exemplarisch Innovationen für barrierefreie Ein- und Ausstiege in Bahnen mit dem Fokus einerseits auf Bewegungs- und andererseits auf Wahrnehmungseinschränkungen. SummaryDesign for All as central planning and design approach Triggered by the demographic change the topic accessibility becomes more and more important. The principle design for all/universal design can and should be applied to public transportation industry, keeping in mind the complete travel chain. Barrierfree mobility means, that the entire transportation system can be used by all people without assistance of other peoples. This paper describes user profiles and explains innovations for barrier-free access to long-distance and regional trains with a focus on movement disabilities and perception disabilities. Stefan Burghardt Maßgeschneiderte Abo-Software ► ESWE entwickelt eigenständig Computer-Programm für die Verwaltung der Abonnement-Kunden ZusammenfassungDank intensiven Marketings verzeichnet ESWE Verkehr, Wiesbaden, seit etwa zwei Jahren einen erheblichen Zuwachs beim Verkauf der preisgünstigen Nahverkehrs-Abonnements. Um die Kundendaten leistungsfähig und anwenderfreundlich verwalten zu können, galt es, das bisher eingesetzte Verwaltungsprogramm durch ein neues IT-System zu ersetzen. Da jedoch auf dem Software-Markt keine adäquate Lösung zur Verfügung stand, entschied man sich bei ESWE Verkehr für die Eigenentwicklung einer maßgeschneiderten Kundenverwaltungs-Software auf SAP-Basis. SummaryForm fitted software for subscribers Thanks to intensive marketing, for almost 2 years now, ESWE Verkehr, Wiesbaden, has registered a substantial increase in sales of the inexpensive local transit subscriber tickets. In order to be able to manage the customer data of the subscribers in a more efficient and user friendly way, it was necessary to replace the administration program previously used with a new IT system. Due to the fact that there was no adequate solution available on the market, it was decided at ESWE Verkehr to take an unusual step: namely for the in-house development of a tailor-made customer administration software on a SAP platform. Literatur
Recht der öffentlichen Straßen Marketing
Dipl.-Ing. Christian Reuter / Dipl.-Geogr. Sebastian Erb / Dietmar Gutsche Urlaub vom Auto mit Usedom Card ► Möglichkeiten für ein touristisches Mobilitätsmanagement auf Usedom ZusammenfassungIn den letzten Jahren führte die erfolgreiche Entwicklung im Tourismus auf Usedom zu einer erheblichen Zunahme des Pkw-Verkehrs, die den Erholungscharakter der Insel zunehmend beeinträchtigt. Mit der Usedom Card werden daher neue Wege gegangen, um das Mobilitätsverhalten der Urlaubsgäste zugunsten von ÖPNV und Fahrrad zu beeinflussen. Hierbei wurde eine klassische Gästekarte zu einer Mobilitätsgästekarte aufgewertet. Der Erfolg der Demonstrationsphase spricht für eine Fortführung dieses Ansatzes. SummaryHoliday from the car with Usedom Card During the past years the considerable enhancement of tourism on Usedom island lead to a strong increase in car traffic interfering now the recreation atmosphere of the area. To help shifting mode choice of tourist more towards public transport and bike the Usedom Card was introduced. The card means an upgrade of a conventional guest card to a mobility card for guests. The success of the test phase was encouraging enough to continue with this approach. Personalwirtschaft
Dipl.-Soz.wirt Dipl.-Kfm. Eberhard Lehrenkrauss Prämiensysteme zur Motivation? ► Personalführung lässt sich nicht an Systeme delegieren ZusammenfassungWeil Leistung sich lohnen soll, werden oft Prämiensysteme für Fahrer eingeführt. Wer gute Arbeit macht, soll dafür zusätzlich Geld bekommen. Die Praxis zeigt jedoch, dass solche Systeme auf die Dauer nicht die erwartete Motivationskraft haben: Die Prämie wird zur ?Rente?, die Beurteilungskriterien sind unscharf, oft sind die Systeme selbst fehlerhaft. Prämiensysteme vermitteln zudem verdeckte Botschaften, die sich auf die durchaus vorhandene Motivation negativ auswirken können. Fazit: Die notwendige persönliche Führungsarbeit kann nicht an mechanische Systeme delegiert werden. SummaryBonus scheme to motivate staff? To remunerate the driver?s good performance, they often launch bonus schemes. Drivers doing a good job shall get additional money. In practice, however, this system shows not the motivating factor expected in the long run. The bonus becomes like a ?pension?, assessment criteria are blurred and systems are often imperfect. Furthermore, bonus schemes convey hidden messages and may have a negative effect on the present motivation. Conclusion: necessary personal leadership cannot be delegated to any other mechanical system. Verkehrsplanung
Dipl.-Ing. Klaus-Dieter Lohrmann / Dipl.-Ing. Joachim Keller Netz 2011: Neuordnung der Stadtbahnlinien in Stuttgart ► Größte Liniennetzreform seit Einführung der Stadtbahn ZusammenfassungSeit dem 12. Dezember 2010 gilt in Stuttgart das Netz 2011. Insgesamt sechs Stadtbahnlinien änderten ihren Linienverlauf, ein neuer Streckenabschnitt wurde in Betrieb genommen und eine neue Linie eingeführt. Die vorausgegangenen Planungen hatten das Ziel, das Verkehrsangebot für die Fahrgäste zu verbessern, die Wirtschaftlichkeit der SSB AG zu erhöhen und die Betriebsqualität zu steigern. Die Gestaltung des neuen Gesamtsystems hatte Auswirkungen auf die Fahrtenlage nahezu jeder Stadtbahn- und Buslinie. Um größere Beeinträchtigungen im Zuge der Netzumstellung zu verhindern, wurden die Fahrgäste frühzeitig und umfassend über eine Informationskampagne auf die bevorstehenden Änderungen hingewiesen. Nach und nach wurden darin bis zum 12. Dezember immer mehr Medien zugeschaltet und die Informationen verdichtet. SummaryNet 2011: new arrangement of light rails at Stuttgart Since 12th December 2010 the new Stuttgart light rail net 2011 has been in effect. In total six light rail lines changed their routes, a new section was commissioned and a new line was introduced. The preceded arrangements were aimed to improve the transport offer for the passengers, to increase the efficiency of the Stuttgarter Straßenbahn AG and to increase operation quality. The design of the new overall system affected the routes of almost each light rail or bus line. In order to avoid significant impairments during the net change, passengers were early informed and an information campaign was started to point out to the upcoming changes. So little by little compact information was released and more and more communication media were involved up to 12th December. Dipl.-Soz.wirtin Gerlinde Zielke / Dipl.-Geogr. Joachim Heinrich Bürgerwerkstatt Busverkehr Wenn Fahrgäste zu Planern werden ► Stadtverkehr Lübeck befragt Bürger zur geplanten Liniennetzreform ZusammenfassungDie Einbindung der Öffentlichkeit kann bei einem komplexen Projekt wie der Bus-Liniennetzoptimierung auf verschiedenen Wegen geschehen. Der Stadtverkehr Lübeck und die Lübeck-Travemünder Verkehrsgesellschaft haben sich für die Ausrichtung einer BürgerWerkstatt entschieden. Ihre Herangehensweise und die Erfahrungen, die damit gemacht wurden, können anderen Verkehrsunternehmen als Denkanstoß dienen. SummaryCitizen workshop bus service: When passengers turn into scheduler Integrating public in a complex project like bus line net optimization may occur in different ways. The municipal transport Lübeck and the transportation company Lübeck-Travemünde have decided to establish a citizen workshop. Their methodic approach and experiences may offer food for thought to other transport companies. Dipl.-Ing. Michael Rosenberger / Dipl.-Ing. Thomas Ruff / Dipl.-Ing. Reinhold Schröter Straßenbahn international ► Zwei ausländische Straßenbahnlinien werden nach Baden-Württemberg verlängert ZusammenfassungIn den kommenden Jahren werden erstmals nach vielen Jahrzehnten wieder Straßenbahnlinien grenzüberschreitend zwischen der Schweiz beziehungsweise Frankreich und Deutschland verkehren ? und das nicht nur im selben Bundesland (Baden-Württemberg), sondern sogar im selben Regierungsbezirk (Freiburg). Es handelt sich um die Basler Linie 8, die nach Weil am Rhein verlängert wird, und die Straßburger Linie D, die nach Kehl am Rhein fahren soll. Bemerkenswert sind diese Projekte in politischer, aber auch in straßenbahntechnischer Hinsicht: Die ausländischen Betriebspraktiken müssen ja mit der inländischen BOStrab übereinstimmen. Die Autoren skizzieren beide Projekte, beschreiben den gegenwärtigen Stand und geben einen Ausblick auf die weitere Entwicklung. SummaryInternational Tramway lines During the next years, two tramlines will be extended, from Switzerland and France respectively, into Germany, reinstating after long years of absence once more international tramway links between neighbouring communities: Tramline 8 of Basle will be extended to Weil/Rhein, and ligne D of Strasbourg will run to Kehl/Rhein. Both projects will materialize not only in the same German federal state (Baden-Württemberg), but also in the same county (Freiburg), making it even more interesting to see in how far foreign operational practices will conform to BOStrab regulations and what will be done to make them matching. The authors provide an overview on both projects and give an outline of the next steps. Univ.-Prof. i.R. Peter Kirchhoff / Dr.-Ing. Antonios Tsakarestos / Univ.-Prof. Dr.-Ing. Fritz Busch / Dipl.-Geogr. Andreas Hanitzsch Busfahrpläne im ländlichen Raum ► Entwurf des Fahrplans am Beispiel zweier Landkreise ZusammenfassungDer ÖPNV im ländlichen Raum wird heute vom Schülerverkehr dominiert. Angesichts der sich ändernden Randbedingungen (Kraftstoffverteuerung, demografischer Wandel, Ganztagsschulen) muss hier ein Paradigmenwechsel stattfinden: Ausgangspunkt des Fahrplanentwurfs ist ein Angebot für den allgemeinen Verkehr, das räumlich und zeitlich dort ausgeweitet wird, wo wie im Schülerverkehr höhere Kapazitäten erforderlich sind. Der Netzentwurf, der selbstverständlich auch nachfragegesteuerte Betriebsformen einbezieht, orientiert sich am System der zentralen Orte. Die Kosten- und Einnahmenermittlung muss so konkret sein, dass der Aufgabenträger zwischen den Anforderungen an die Angebotsqualität und den erforderlichen Zuschüssen abwägen und die Leistungen transparent vergeben kann. SummarySchedule conception Today public transport in rural areas is dominated by school traffic. Due to economic and structural changes (e.g. gasoline price hikes, demographic changes, full-time schools) a paradigm shift has to be induced. The starting point for that integrated traffic concept is a schedule for the whole public transport including all possible user groups. This offering will get a spatial and temporal extension if necessary: e.g. during school traffic times, when there is not enough capacity in the buses for all pupils. The conception of the whole transport network includes different forms of demand responsive traffic. It follows the central place theory. The calculation of costs and income has to be formulated as exact as possible. So the federal authorities can weigh up supply quality against government grants and finally make decisions between the two policy strategies. Dipl.-Ing. Andreas Schmidt Fahrzeiten im regionalen Busverkehr ? (k)ein Problem? ► Taktverkehr bei stark schwankendem Fahrzeitbedarf ZusammenfassungDie Aufwertung des regionalen Busverkehrs durch Taktverkehre und die Einbeziehung in die Fahrgastinformation und Anschlusssicherung von ITCS/RBL erhöhen die Anforderungen an die Planung der Fahrzeitvorgaben. Taktverkehre erfordern konstante Fahrzeitvorgaben. Ein tageszeitabhängig unterschiedlicher Zeitbedarf und ein Taktverkehr sind nur bedingt miteinander vereinbar. Ausgehend von einem Beispiel werden verschiedene Planungsaspekte erläutert und Hinweise zu weiteren Rahmenbedingungen gegeben. In einem Ausblick wird deutlich gemacht, dass an Planungssysteme und ITCS/RBL zukünftig weitergehende Anforderungen gestellt werden müssen, um die Verträglichkeit von Taktverkehren mit bestehenden Unterschieden im Zeitbedarf zu verbessern. SummaryRun times and regional bus services ? is there a problem? The appreciation of the regional bus services by fixed cycle operations and the inclusion into the passenger information and guaranteed connection services through ITCS increases the demands on the planning of the journey times. Fixed cycle operations require steady journey times. Different travel time requirements in the course of a day and fixed cycle operations are only partly compatible. Based on an example the different aspects of planning travel times are explained and advice is given for further basic conditions. As a prospect it is made clear that in the future more sophisticated demands must be made to schedule planning systems and ITCS to improve the compatibility of fixed cycle operations with the existing differences in travel time requirements. Verkehrspolitik
Hajo Kuhlisch Mobilität erwünscht? ► Traffic Talks sondiert Trends und Kundenwünsche im Nahverkehr ZusammenfassungMobilität ohne Grenzen? Grenzen der Mobilität? Das sind die Themen des internationalen Kongresses Traffic Talks am 13. und 14. September 2011 in Bonn. Spitzenvertreter der Bahn- und Verkehrsbranche diskutieren mit hochkarätigen Referenten aus branchenfremden Disziplinen, Trendforschern oder Philosophen wie Peter Sloterdijk über die Zukunft der Mobilität. In den Fokus rücken dabei auch Angebote, Trends und Kundenbedürfnisse im öffentlichen Personennahverkehr. SummaryMobility welcome? Mobility without limits? Limits of mobility? These are the topics of the international congress Traffic Talks taking place on 13th and 14th September 2011 at Bonn, Germany. Leading representatives of the rail and transport industries will have discussions with top-class speakers from non-traffic fields, trend experts or the philosopher Peter Sloterdijk on future mobility. They also focus on offers, trends and customer requirements in the public passenger transport. Verkehr/Umwelt
Dr.-Ing. Friedrich Krüger Kurvengeräusche im Bahnverkehr ? Forschung ohne Ende? ► Strategien zur Lösung des Lärmproblems bei Schienenfahrzeugen unter konkret gegebenen Randbedingungen ZusammenfassungDie Ursachen für Kurvenquietschen und prinzipielle Lösungen zur Vermeidung dieser Geräusche werden aufgezeigt. Die Praxis zeigt, dass eingesetzte Maßnahmen bereits guten Erfolg aufweisen. Ob eine weitere intensive Forschung allein zur Lösung des Problems beitragen kann, ist fraglich. Es gibt auf diesem Gebiet schon viele Forschungsarbeiten, die im Prinzip oft nur bestätigen was schon lange bekannt ist. Der Autor schlägt daher vor, zu handeln und die bekannten und erprobten Lösungen konsequent in der Praxis umzusetzen. Frei nach Erich Kästner: Es gibt nichts Gutes, außer: Du tust es! SummaryCurve noises in rail traffic - never ending research? In this essay, causes and solutions in principle to avoid curve noises are discussed. Practice has shown that the already applied measurements have shown good results. Whether further extensive research may solve the problem is doubtful. Many research projects were implemented in this area but finally they only confirm what has already been known for a long time. Therefore, the author recommends acting and putting the knowledge and the proved solutions into practical use. In line with Erich Kästner?s saying: There is nothing good but you do it! Wirtschaft
Mag. Klaus Bamberger / Mag. Andreas Kindler Die Wiener Linien führen Prozessmanagement ein ► Gute Erfahrungen mit Prozessorientierung im Management ZusammenfassungDurch die Einführung von Prozessmanagement bei den Wiener Linien 2008 konnten bereits erste Erfolge im Hinblick auf die Optimierung von Abläufen und der Verbesserung der Kommunikation entlang von Schnittstellen verzeichnet werden. Der Beitrag erläutert an Hand von zwei ausgewählten Prozessen die Vorgehensweise der Wiener Linien bei der Prozessbearbeitung. Ziel von Prozessmanagement ist es einerseits zur Stärkung der Organisation und zur gezielten Unternehmensentwicklung beizutragen und andererseits in der Außenwirkung für den Kunden wahrnehmbare Verbesserungen zu erreichen. SummaryImplementation of process management by Wiener Linien in Vienna The implementation of Process Management at Wiener Linien in 2008 has allowed the company to yield first positive results in the areas of optimizing processes and improving communication at interfaces. This article provides a short overview of the management system at Wiener Linien by drawing upon two preselected processes, which illustrate the procedures employed by Wiener Linien in their process-work. The goal of Process Management is, to strengthen the organization as such and to work toward systematic Corporate Development, and to achieve noticeable improvements for the customers.
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