Alba Fachverlag, BestNr. nv200904
|
Der Nahverkehr, Heft 4/2009
Inhaltsverzeichnis
Kommentar
Drs. Hans Rat Die richtige Wahl des Verkehrsmittels Betrieb
Dipl.-Ing. Bernd Plath ÖPNV-Qualität verbundweit steuern ► Erste Erfahrungen des Hamburger Verkehrsverbundes mit einem Qualitätssteuerungsverfahren ZusammenfassungDer HVV hat im letzten Jahr für den Kernbereich seines Verkehrsgebietes mit den dort tätigen Verkehrsunternehmen eine Vereinbarung über ein Qualitätssteuerungsverfahren unterzeichnet. Mit diesem aufgabenträger- und unternehmensübergreifenden System wird ein unmittelbarer Qualitätswettbewerb zwischen den Verkehrsunternehmen initiiert. SummaryControlling of quality within a public transport association The public transport association HVV implemented a quality management system for the core part of its service area. The system initialises a quality-competition between the operators as the quaility-results are subjekt to penalties and bonuses. Thereby a penalised operator has to pay directly to one, which qualified for bonuses. Literatur
Der Unfall im Straßenverkehr Marketing
Dipl.-Verw.wirt Horst Stammler / Dipl.-Verkehrsw. Thorge Bockholt Neue Entwicklungen in der Tarifkommunikation ► Praxisorientierte Vorschläge zur Vermittlung der Preiswürdigkeit von Angeboten ZusammenfassungDas Preis-Leistungsverhältnis wird im Öffentlichen Personennahverkehr nach wie vor schlecht bewertet. Es bedarf großer Anstrengungen in der Tarifkommunikation, die offensichtlich falsche Preiswahrnehmung zu verändern. Hier kann der ÖPNV durchaus von anderen Branchen lernen. Die Tarifkommunikation gehört zu den wichtigsten Bestandteilen im Marketing-Mix der Verkehrsunternehmen. Im vorliegenden Beitrag werden wirkungsvolle Methoden zur Verbesserung der Tarifkommunikation im ÖPNV beschrieben. Dazu gehören zum Beispiel die Kommunikation von Signalpreisen und Teileinheiten, die strenge Hierarchisierung der diversen Tarifangebote sowie der Preisvergleich mit dem Hauptwettbewerber Pkw. SummaryNew developments of the communication of tariffs The public transportation price performance ratio is still valued as being badly. It demands a high effort on communicating tariffs and fares in order to change the obviously wrong perception on prices. The public transport sector can definitely learn from other branches according to this issue. The communication of tariffs is one of the most important features in the field of the transport companies’ efforts on marketing public transport. The present article describes efficient methods to improve the communication of tariffs in the field of public transportation. Some of these methods are, for instance, to communicating recommended prices and partial units, to keep strict hierarchies of the diverse tariff offers as well as the price comparison with the major competitor that is the individual traffic. MA Olaf Heger / Dipl.-Inf. Andre Stuer Mit überzeugten Mitarbeitern begeisterte Fahrgäste gewinnen ► Ergebnisse einer Befragung von Führungskräften ZusammenfassungDie Zufriedenheit der Kunden mit den Verkehrsunternehmen muss deutlich gesteigert werden. Zeit, etwas zu tun. Die aktuelle Stimmung der Kunden des ÖPNV wurde bei 50 Führungskräften und Mitarbeitern von 15 Verkehrsunternehmen durch hs:results ermittelt. Führungskräfte und Mitarbeiter im Kundenkontakt haben Stellung bezogen. Die Auswertungen und die daraus abgeleiteten Umsetzungsempfehlungen der Befragung finden Sie in dieser Veröffentlichung. SummaryWinning profitable customers with committed frontline employees Satisfaction of public transport customers has to be increased. Time to take action. The current level of customer satisfaction in public traffic was analyzed by hs:results interviewing 50 managers and frontline employees of 15 transportation companies. They were asked to take a stand and did so. The article displays the results of the analyses and shows how to take action. Verena Verron Symbolisch-emotionale Kommunikation für Multimodalität ► Plädoyer für eine emotionale, intensive und professionelle Vermarktung nachhaltiger Mobilität ZusammenfassungDie Automobilindustrie betreibt bereits seit Jahrzehnten eine intensive symbolisch-emotionale Werbekommunikation, um das Autofahren emotional möglichst attraktiv zu gestalten. Aber auch multimodale Mobilität beziehungsweise die Fortbewegung mit den Verkehrsmitteln des Umweltverbunds beinhaltet, bezogen auf Faktoren wie Autonomie, soziale Kontakte, Status, (Natur-)Erlebnis oder Sportlichkeit, ein hohes symbolisch-emotionales Potential. Ein solches Potential in Form von symbolisch-emotionaler (Marken-)Kommunikation für Multimodalität zu nutzen, ist nicht nur für ÖPNV-Anbieter – als zukünftige Mobilitätsdienstleister – eine große Chance und zugleich auch eine große Herausforderung. SummarySymbolic-affective marketing strategies on behave of multimodality The automobile industry has been employing highly symbolic-affective advertisement and marketing strategies over the last decades in order to increase the attractiveness of driving a car. Multimodal mobility and sustainable means of transport dispose of an equally significant symbolic-affective potential with respect to aspects such as autonomy, social contact, status, adventure experiencing nature and sportiness. To make good use of this potential through symbolic-affective communication for multimodal mobility is an opportunity yet at the same time it will pose a challenge not merely for providers of public transport in their role as future mobility service providers. Praxis
Das Rasengleis unter der Lupe Recht
RA Rolf Kemper Schwarzfahren auch ohne Tarnung und Täuschung strafbar ► Klarstellender BGH-Beschluss zur Beförderungserschleichung ZusammenfassungEine neue BGH-Entscheidung stellt entgegen Lehrmeinung und verbreiteter untergerichtlicher Rechtsprechung klar, dass strafbare Beförderungserschleichung gemäß §265a StGB auch begeht, wer sich ohne zu täuschen nur unauffällig benimmt, um nicht als Schwarzfahrer aufzufallen. Der Verfasser stellt diese Entscheidung vor, erläutert die zivil- und strafrechtlichen Zusammenhänge der Schwarzfahrerei und warnt vor ihrer rechtspolitisch diskutierten Entkriminalisierung. SummaryFare avoidance is an offender also without disguise and deception Contrary to many jurists and especially local courts a new federal court decision clarifies, that fare avoidance does not necessarily mean to deceive anybody. Independent of the offenders behaviour using public transport without paying fare is an offence anyway. Author outlines the civil and penal context of fare avoidance and describes the impact of the new decision on the campaign against it including the political background. RA Thomas Hilpert Zulässigkeit der Videoüberwachung ► Voraussetzungen nach dem Bundesdatenschutzgesetz ZusammenfassungVideoüberwachung im öffentlichen Raum durch Private richtet sich regelmäßig nach § 6b Bundesdatenschutzgesetz (BDSG). Sie ist nur dann zulässig, wenn sie eine der dort aufgeführten Gründe als Rechtfertigung hat, erforderlich ist und ihr keine höherwertigen Interessen des Betroffenen entgegenstehen. Ferner muss auf die Überwachung sowie deren Urheber hingewiesen werden. Aber auch die auf Grund einer zulässigen Videoüberwachung gewonnen Daten unterliegen bei ihrer Verarbeitung und Nutzung weiteren Einschränkungen nach dem BDSG. Neben den Ausführungen in diesem Heft ist ergänzend auf den Artikel des Autors in Heft 3 des NAHVERKEHR zu verweisen. SummaryLegitimacy of video control Video control in the public policy effected by private institutions has regularly to comply with §6b of the German Data Protection Act (Bundesdatenschutzgesetz (BDSG)). Video control is only to be accepted if one of the indicated reasons show justification, if it is obligatory and if no more significant interests of the person concerned are opposed to. Furthermore, video control is to be indicated and the initiator to be named. However, the data receipt due to the legitimate video control is subject to the restrictions of the German Data Protection Act for further use and process. Additionally to this information, we refer to the author’s article in no.3/2009 of the magazine NAHVERKEHR. Verkehrsplanung
Dipl.-Ing. Stephan Besier / Pflastergleise im StadtbereichEine technische Herausforderung ► Probleme und Lösungen bei Pflasterungen im Gleisbereich ZusammenfassungPflasterungen im Gleisbereich sind städtebaulich wünschenswert, aber bautechnisch nicht unproblematisch. Bisher überwiegen negative Erfahrungen deutlich. Beispiele in Würzburg und Dresden können hingegen zuversichtlich stimmen. Sie zeigen aber auch die hohen Anforderungen an eine qualitätsvolle Ausführung von Pflasterbelägen. Wenn Pflastergleise gestalterisch erforderlich sind, sollte der Einsatz immer sorgfältig abgewogen und sehr gewissenhaft geplant werden. SummaryPaving tracks in the urban areaA technical challenge Paving around the tracks is preferable for urban reasons and design but not in view of structural reasons. Until now, negative experiences outweigh the positives. However, any examples at Würzburg and Dresden are encouraging but emphasize the high demand for quality in the workmanship of paving. In case paving is required for urban design, negative and positive effects should be compared and planned carefully. Dipl.-Ing. Thomas Boroffka / Dipl.-Ing. Udo Lenz / Immissionsgerechte Planung des Oberbaus von Straßenbahnen ► Bau der Straßenbahn nach Heidelberg-Kirchheim liefert Beispiele ZusammenfassungAm 9. Dezember 2006 wurde die Straßenbahn-Neubaustrecke Heidelberg–Kirchheim eröffnet. Zum Schutz der Anwohner und eines Industrieanliegers vor Körperschall- und Erschütterungsimmissionen wurden verschiedene Gleisoberbauformen eingesetzt. Nachmessungen bestätigen die Wirksamkeit dieser Systeme. SummarySound and vibration reducing planning of tramway tracks The new tramline Heidelberg-Kirchheim has been opened on the 9th of decembre 2006. Several construction methods of tramways have been installed to protect the residents and industrial facilities at the tramline from sound immissions and vibrations immissions. Remessements have conformed effectiveness of those construction methods. Dipl.-Verw.Wiss. Christof Herr / RAin Daniela Klinger / RA Miguel Wolf Arbeitshilfe für Ausschreibungen von Busverkehrsleistungen ► Neuer Leitfaden für Niedersachsen und Bremen ist online ZusammenfassungIm Dezember 2008 ist der mit finanzieller Unterstützung der Ländern Niedersachsen und Bremen erstellte Leitfaden für die Ausschreibung von ÖPNV-Verkehrsleistungen in den Ländern Niedersachsen und Bremen stellvertretend auf der Homepage des Zweckverbandes Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen (ZVBN) online gegangen. Allen niedersächsischen und bremischen Aufgabenträgern, die sich an der Entwicklung des Leitfadens finanziell und inhaltlich beteiligt haben, steht nunmehr eine umfangreiche Arbeitshilfe bei der Vorbereitung und Durchführung von wettbewerblichen Vergaben von Busverkehrsleistungen zur Verfügung. SummaryTool box for easy tendering procedures for bus services In December 2008, the regulations for the tendering procedure of local passenger transport services in the Länder Lower Saxony and Bremen has representatively gone online on the homepage of the local authorities association Zweckverband Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen (ZVBN). These regulations have been financially supported by the Länder Lower Saxony and Bremen. Now, to all authorities at Bremen and Lower Saxony who participated on the regulation development regarding financial and conceptual aspects, a comprehensive tool is available to prepare and realize tendering procedures for bus services. Wirtschaft
Dipl.-Ing. Reinhold Schröter / Prof. Dr.-Ing. Thomas Siefer Bus- und Straßenbahnsysteme im Kostenvergleich ► Wie aussagefähig ist die neue FGSV-Empfehlung? ZusammenfassungIm Juni 2008 hat die Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen (FGSV) eine Studie zum Kostenvergleich von Bus- und Straßenbahnsystemen vorgelegt. Demnach verursachen Bussysteme rund zwei Drittel der Kosten eines vergleichbaren Straßenbahnsystems. Näher betrachtet, offenbart die Studie allerdings wesentliche methodologische Schwächen: Die Verkehrsleistung ist zu gering angesetzt, weder Inflation und Preisänderung noch regionale Unterschiede im Preisniveau werden beachtet. Berücksichtigt man dies, zeigt sich, dass sich die Kosten von Bus und Straßenbahn auf gleichem Niveau bewegen. Berücksichtigt man zusätzlich die systemtypischen Vorteile von Spurführung und elektrischer Traktion, führt ein Straßenbahnsystem zu deutlich geringeren Kosten als ein vergleichbares Busbahn-System. SummaryCosts of Bus Tramway Systems In June 2008, the German Association of Road Transportation Science (FGSV) has published a study on the total costs of bus and tramway systems. The core conclusion is that bus systems will deliver an equal performance to tram systems, but at two thirds of the tramways costs. A closer look at the study reveals significant methodological shortcomings, such as applying too low a level of service, omitting inflation, depreciation, and neglecting price levels which differ strongly from country to country. Duly, the study was re-calculated, considering these preliminaries. As a result, costs of tram and bus are rather at pairs, and if the inherent advantages of guidance and electrical traction are fully appreciated, a tram system will cost significantly less than a bus rapid transit system. Dipl.-Vw. Arne Beck / Dipl.-oec. math. Marc-Oliver Wille Genehmigungswettbewerb im deutschen Personennahverkehr ► Aktuelle Entwicklungen im Markt für kommerzielle Busverkehre ZusammenfassungDer Genehmigungswettbewerb in Deutschland hat in den letzten Jahren zugenommen, belegt eine Studie der BSL Management Consultants. In fast allen Bundesländern haben bereits Verfahren stattgefunden, in denen konkurrierende Anträge auf Linien des Altbetreibers gestellt wurden. Der Beitrag gibt einen Überblick über aktuelle Erkenntnisse aus der Vergangenheit und Erwartungen zu künftigen Entwicklungen. Schließlich geben die Autoren Hinweise für Aufgabenträger, Verkehrsunternehmen und Genehmigungsbehörden, wie sie mit dem Risiko des Genehmigungswettbewerbs umgehen können. SummaryCompetition in public transport market for commercial services by bus in Germany Competition for licences to operate commercial services exclusively has become more common in Germany in recent years as a study by BSL Management Consultants shows. In almost every Federal State such competitive procedures have already been taken place against routes served by long standing incumbent operators. This article gives an overview of experience from previous exercises and anticipated developments going forward. The authors conclude with suggestions to transport authorities, bus-operating companies and regulatory bodies on how to handle the risk inherent in the competitive public transport market for commercial services by bus in Germany.
|