Alba Fachverlag, BestNr. nv200910
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Der Nahverkehr, Heft 10/2009
Inhaltsverzeichnis
Kommentar
Stephan Kohler Effizient mobil! Betrieb
Prof. Dr.-Ing. Josef Becker / Dipl.-Psych. Susanne Schubert / Dipl.-Wirt.-Ing. Alexander Pilz / Lic. rer. publ. Peter E. Vollmer Internetbasierte Information für ältere Fahrgäste im ÖPNV ► Gemeinsamkeiten und Unterschiede verschiedener Altersgruppen bei der Nutzung von Informationsmedien ZusammenfassungDie Zunahme des Anteils von Senioren in der Gesellschaft im Rahmen des demografischen Wandels ist eine Realität, der sich auch die Verkehrsverbünde stellen müssen. Der Rhein-Main-Verkehrsverbund und der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg rüsten sich für die veränderte Situation. Dazu sind eine Fülle von Maßnahmen in praktisch allen Bereichen des Verkehrswesens notwendig. Ältere Menschen gehen mit vielen Lebensbereichen anders um. Dazu zählt auch die Nutzung von Informationssystemen. Ein Bestandteil der Bemühungen ist daher die Überarbeitung des Informationsangebots. Im Forschungsvorhaben BAIM plus werden die Anforderungen älterer Menschen an internetbasierte Informationssysteme untersucht. Wichtige Ergebnisse werden in diesem Artikel vorgestellt. SummaryInternet-based information systems for elderly passengers The increasing number of elderly people in Germany is a fact the traffic and transport associations have to deal with. The traffic and transport associations of the Frankfurt Rhine Main region (Rhein-Main-Verkehrsverbund) and of the Berlin Brandenburg region (Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg) are preparing themselves for this challenge. Plenty of measures in all aspects of public transport are necessary, because elderly people handle a lof of things in a different way. An important element is to provide user friendly information systems. The research and development project BAIM plus will deliver consolidated findings regarding the requirements of elderly people concerning internet-based information systems. Some important results are presented in this article. Dipl.-Päd. Heike Rau / Dipl.-Ing. Jürgen Roß Gut begleitet im ÖPNV unterwegs ► Erste Erfahrungen mit dem Bus-und-Bahn-Begleitservice des VBB ZusammenfassungDer Bus & Bahn-Begleitservice des Verkehrsverbunds Berlin-Brandenburg wendet sich an Menschen, die sich aufgrund einer Mobilitätsbeeinträchtigung bei der Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs unsicher fühlen. Sie können für alle Tage der Woche ihre geplante Fahrt anmelden und werden kostenlos durch speziell geschulte Servicekräfte innerhalb von Berlin von der Wohnungstür bis zu ihrem Fahrtziel begleitet. Damit wird den Nutzern Gelegenheit gegeben, wieder am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Gleichzeitig soll zuvor langzeitarbeitslosen Menschen als Mitarbeiter im Begleitservice eine neue berufliche und damit auch soziale Perspektive geboten werden. Das im Herbst 2008 gestartete Modell-Projekt ist zunächst auf zwei Jahre angelegt SummaryWell escorted in public transport Bus & Rail Escort Service of VBB has been offered as an action within the framework of Öffentlicher Beschäftigungssektor (ÖBS) (Public Job Service) of the federal state of Berlin as a cooperation with D&B Dienstleistung und Bildung Gemeinnützige GmbH since autumn of 2008. The service is designed for people who feel insecure getting around by public transport due to mobility impairments. These passengers can register for their planned trip any day of the week and will be escorted for free within Berlin from their house door to their destination by a specially trained service staff. So the users of the service have the opportunity to take part in social life. In parallel, long-term unemployed people are offered a new occupational and social perspective. At the moment, the pilot scheme is planned for two years. Marketing
Ing. Mag. Albert Waldhör / Ing. Klaus Dietrich / Werner Brög / Erhard Erl Dialog- und Direktmarketing Marketingvarianten im Vergleich ► Ein Projekt der Linz AG Linien ZusammenfassungDie Linz AG Linien überprüften in einem Pilotprojekt zwei verschiedene Marketingvarianten (Dialogmarketing und Direktmarketing) zur Kundengewinnung hinsichtlich Aufwand und Wirksamkeit. Der Verlauf der Aktion und der Vergleich der Ergebnisse der Wirkungsmessung zeigen, dass das Dialogmarketing mit der direkten individuellen Kundenansprache einen deutlich wirkungsvolleren Weg zur Steigerung der Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln darstellt als ein zwar kostengünstigeres aber standardisiertes Direktmarketing. SummaryDialog marketing and direct marketing Marketing variations compared In a pilot project Linz AG Linien tested two different marketing variations (dialogue marketing and direct marketing) for customer acquisition to measure their approaches and effectiveness. The course of the campaign and the comparison of results of the evaluation of the effects show that the dialogue marketing, offering direct individual customer contact, provides a much more effective way to enhance the use of public transport modes than the cheaper but standardized direct marketing does. Personalwirtschaft
Dipl.-Soz.päd. Gesa Niggemann / Dipl.-Psych. Cornelia Kottmann Fahrplan für eine neue Unternehmenskultur ► Erfahrungsbericht über das Programm ZusammenWachsen der RNV ZusammenfassungDie Rhein-Neckar-Verkehr GmbH ging 2005 aus der Fusion von sechs Verkehrsunternehmen hervor. Mit ZusammenWachsen, einem breit angelegten Change-Management-Programm, sorgte die RNV 2007 und 2008 dafür, dass der Wandel in den Köpfen und Herzen der Mitarbeiter ankommen konnte. Das von externen Beratern begleitete Programm bot allen 1700 Mitarbeitern die Chance, sich mit der neuen Unternehmensstruktur auseinanderzusetzen und konstruktive Kritik einzubringen. Die daraus resultierende Maßnahmenliste wurde zum Herzstück des Change-Prozesses, der von einem fünfköpfigen Kernteam sowie zahlreichen internen Moderatoren und Veränderungsbegleitern vorangetrieben wurde. Dabei rückten zunehmend die Themen Führung und Kommunikation in den Fokus, was unter anderem dazu führte, dass die Führungskräfte der RNV ein neues Führungsleitbild entwickelten. SummarySchedule for a new company culture In 2005 the merger of 6 transportation companies created the new RNV, the Rhein-Neckar-Verkehr GmbH. With a broadly designed change management programme named ZusammenWachsen the company provided the opportunity for 1700 employees to incorporate the transformation both by head and heart. The programme invited the staff to deal with the new company culture and structure as well as bring ideas and constructive feedback into business. At the core of the change programme was a huge action plan carried out by a large number of internal workshop facilitators and change agents and steered by a project team including external consultants. Leadership and intergroup communication became main change subjects and finally in a mutual process managers developed the new corporate leadership standards. Recht
Dr. jur. Eberhard Schrameyer / Guido Schwartz Fahrzeugbeschaffungen nach der neuen Sektorenverordnung 2009 ► Klare Bewerbungs- und Vergaberegelungen mit frei wählbaren Verhandlungsverfahren ZusammenfassungDie neue SektVO und die durch die Vergaberechtsreform 2009 überarbeiteten §§ 97 ff. GWB schaffen mit dem frei wählbaren Verhandlungsverfahren klare Bewerbungs- und Vergaberegelungen für die Beschaffung von Straßen-, Stadtbahnen und Busse durch Sektorenauftraggeber. Für den vorgeschalteten Teilnahmewettbewerb können zur Eignungsfeststellung der Bewerber so genannte Prüfungssysteme nach § 24 SektVO auch auftragsunabhängig und zur Nutzung durch Dritte eingerichtet werden. SummaryProcurement of trams and buses in accordance with new German SektVO The new German SektVO and the redrafting of the §§ 97 ff. GWB as part of the reform of the public procurement law in 2009 introduced an arbitrary negotiation procedure that creates clear rules for the application and award of contracts for the procurement of light rail vehicles and busses by the contracting public utility companies. For the upstreamed competition to participate in these procurements, so called qualification systems according to § 24 SektVO may be established for eligibility tests for applicants. These tests can also be set up independently from the placing of orders and for the use of third parties. Technik
Dipl.-Ing. (FH) Alexander Koch Bushersteller trotzen der Krise mit zahlreichen Innovationen ► Vorbericht zur 20. Busworld in Kortrijk ZusammenfassungVom 16. bis zum 21. Oktober findet in Kortrijk die 20. Busworld statt. Der Beitrag in diesem Heft gibt einen Überblick über einige der vorgestellten Modelle im Stadtbus-Bereich. SummaryBus manufacturers defy crisis with numerous innovations From 16th to the 21st of October the 20th Busworld will take place in Kortrijk. This article gives a summary about some of the presented buses for local traffic. Dipl. Ing. (FH) Ingo Schnieders / Dipl. Ing. Rainer Flotho Schnellumbauverfahren für Straßenbahngleiskörper im Test ► Ein Praxisbericht aus Bremen zum Forschungsprojekt Urban Track ZusammenfassungDas Ziel des europäischen Forschungsprojektes Urban Track ist die Entwicklung harmonisierter Schieneninfrastruktur sowie harmonisierter Instandhaltungsprozesse. Die Bremer Straßenbahn AG (BSAG) realisierte in diesem Zusammenhang einen Versuchsabschnitt. Sie verfolgte das Ziel, innerhalb eines 57-stündigen Aktionswochenendes eine Gleiserneuerung für einen 375 m langen zweigleisigen Umbauabschnitt durchzuführen, bei der neben dem beschleunigten Einbau und damit kürzesten Sperrpausen für den Straßenbahnbetrieb, insbesondere die Reduktion von Schall- und Erschütterungsemissionen sowie die Langlebigkeit der gewählten Oberbauform von Bedeutung war. SummaryTesting fast replacements of tram tracks The major goal of the European research project Urban Track is the development of harmonised urban light rail and metro as well as harmonised maintenance. In this context the Bremer Straßenbahn AG (BSAG) implemented a test section. BSAG aimed at the goal to replace a 375m double tram track section during a 57h action weekend. Among the aim of a very rapid replacement phase, associated with a very short break for tram services, the reduction of noise and vibration emissions and the durability of the chosen construction was of particular importance. Verbundtarife und EU-Recht Dipl.-Phys. Peter Berthold / Patrick Almy / Stefan Weber Dresden erhält neues Leitsystem ► Die Dresdner Verkehrsbetriebe AG modernisieren ihr Betriebsleitsystem für Bus und Bahn ZusammenfassungDie Dresdner Verkehrsbetriebe AG modernisiert ihr bestehendes Betriebsleitsystem für Bus und Straßenbahn. Im Zentrum des neuen Systems stehen modernisierte Bordsysteme, die Ablösung des Bakensystems durch eine GPS-Ortung der Fahrzeuge sowie eine umfassende Fahrgastinformation. Das Projekt soll bis Ende 2011 fertig gestellt sein. SummaryDresden gets new control system The Dresdner Verkehrsbetriebe AG is modernizing its existing operation control system for bus and tramways. The new system focuses on modernized on-board systems, a replacement of the traffic guidance equipment for vehicles by GPS and comprehensive passenger information. The project should be finished in 2011. Dipl.-Chem. Manfred Deutzer Bilbao erprobt neue Messsysteme für Fahrdraht und Rad/Schiene ► Thermographieuntersuchungen am Kontakt Fahrdraht/Schleifleiste Geräuschpegelmessung an der Kontaktstelle Rad/Schiene ZusammenfassungMit von DTK neu entwickelten Systemen, die in Bilbao vorgestellt wurden, wird die Temperatur an der Schnittstelle der Schleifleisten mit der Stromschiene beziehungsweise mit der doppelten Fahrleitung ermittelt. Durch die Auswertung der Messdaten kann die Kontaktqualität unter der Stromschiene und unter der doppelten Fahrleitung eingeschätzt werden. Es wurde außerdem ein neu entwickeltes System erprobt, mit dem der von den Rad Schiene-Paarungen erzeugte Geräuschpegel gemessen wurde. Dieser Geräuschpegel wird zum Beispiel durch Spießlauf und durch Riffelbildung in den Gleisen erhöht. SummaryBilbao is testing new measuring systemsfor overhead wires and wheel/rail systems The new DTK systems which have been presented at Bilbao, Spain, measure the temperatures between contact strip interface and power rail or double contact line. By analyzing the data, the quality of the contact section below the contact rail and the double contact line can be rated. Besides this, a new system has been tested measuring the generated acoustic level of the wheel-rail system. This acoustic level, for example, is increased by abrasion and rail corrugation. Verkehrsplanung
Dipl.-Ing. Bernhard E. Nickel Shared Space und der ÖPNV ► Pro und Contra einer neuen Verkehrsplanungside(ologi)e ZusammenfassungSicherheit durch Unsicherheit ist das Ziel einer neuen Gestaltungsweise von Hauptstraßen-Abschnitten: Ohne zugewiesene Verkehrsflächen, ohne Schilder, ohne Ampeln. Dies passt nicht mit dem Bedarf des ÖPNV nach Beschleunigung und Barrierefreiheit zusammen. SummaryShared space and public transport A new way of shaping main streets aims at creating safety by uncertainty: There are no dedicated walkways and carriageways, no traffic signs, and no traffic lights. This collides with public transport?s need for priorisation and for barrier-free access. Verkehr/Umwelt
Prof. Dr.-Ing. Hartmut H. Topp Auf dem Weg zur Multimodalität im Stadtverkehr von morgen ► Car-Sharing: Die vierte Säule im Mobilitätsverbund ZusammenfassungIm Stadtverkehr von morgen ? mit teurerer Mobilität, Elektro-Mobilität und Innenentwicklung ? bietet der Mobilitätsverbund eine gleichwertige, aber deutlich preiswertere Alternative zum Privat-Auto. Multi-Modalität gewinnt an Bedeutung gegenüber mono-modaler Fixierung auf das eigene Auto. ÖPNV-Stationen werden zu Mobilitätsstationen mit Fahrrad-Abstellanlagen, Car-Sharing-Stellplätzen, Ladestationen für E-Autos und Informationen über alle Mobilitätsangebote. Elektronische Mobilitätstickets sorgen für die tarifliche Integration des Mobilitätsverbundes. Car-Sharing als Teil des Mobilitätsverbundes bietet Sofort-Zugang, Ein-Weg-Nutzung und Autos neuester Umwelt-Technik. SummaryOn the way to multi-modality in urban transport of tomorrow In urban transport of tomorrow ? with more expensive mobility, electro-mobility and inner city development ? the mobility alliance offers an equal, but significantly less expensive alternative to the private car. Multi-modality gains ground against the mono-modal fixation on the own car. Public transport stations change into mobility stations with bicycle parking, car sharing spaces, charging stations for e-cars and information about all mobility options. Electronic mobility tickets provide the tariff integration of the mobility alliance. Car sharing as part of the mobility alliance offers instant access, one way options and cars with the latest environment technology. Wirtschaft
Dipl.-Soz. Dieter Meisel / Dr. Edda Schröder / Dr.-Ing. Frank Snaga Regeln für die Trennungsrechnung ► Anforderungen an ihre Ausgestaltung nach Maßgabe der VO 1370/2007 ZusammenfassungWie bereits in den letzten Jahren in der Energiewirtschaft haben sich auch für die ÖPNV-Betriebe die Anforderungen an das Rechnungs- und Berichtswesen insbesondere durch einschlägige EU-Vorschriften deutlich verschärft. Hier sind vor allem die VO 1370/2007 und die Transparenzrichtlinie respektive ihre Umsetzung in das Transparenzrichtliniengesetz zu nennen. Insbesondere wird eine getrennte Rechnungslegung für gemeinwirtschaftliche Verpflichtungen und andere Tätigkeiten gefordert. Hierbei wird unter anderem eine angemessene Verrechnung von Fixkosten und Aktiva verlangt. Die derzeit in den Unternehmen praktizierten Kostenerfassungs- und -verrechnungssysteme müssen teilweise an die neuen Anforderungen angepasst werden. SummaryNew rules for accounting As it has already taken place in energy industries in the last few years, the requirements for accounting and external reporting have been tightened considerably in the local passenger transport industries mainly due to the appropriate EU directives. First of all, directive VO1370/2007 and the EU transparency directive or rather its implementation into the transparency directive law is to be mentioned as separated assessments for non-profit making commitments and other activities are requested. The appropriate accounting for fixed costs and assets is to be obtained. The actual practiced cost accounting and allocation systems are partially to be adapted to the new requirements.
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