Alba Fachverlag, BestNr. nv200207
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Der Nahverkehr, Heft 7-8/2002
Inhaltsverzeichnis
Kommentar
Prof. Dr.-Ing. Adolf Müller-Hellmann
Plädoyer für mehrere Wege zu besserem ÖPNV
Betrieb
Dipl.-Ing. Dipl.-Wirtsch.-Ing. Martin Schmidt / Dipl.-Ing. Eberhard Siegert
Auf dem Weg in den Wettbewerb ►
Der Wandel von ÖPNV-Werkstätten zu modernen Dienstleistern
Zusammenfassung
Der Aufsatz zeigt die Ursachen für den erforderlichen Wandel der ÖPNV-Werkstätten zum modernen Dienstleister, die Bedeutung der Instandhaltungsleistungen im Unternehmen sowie die Voraussetzungen für eine wirtschaftliche Instandhaltung von Linienbussen und Nahverkehrsschienenfahrzeugen auf. Die heute noch teilweise anzutreffenden wirtschaftlichen Defizite von Eigenregiewerkstätten müssen abgebaut werden. Der VDV bietet hierzu ein umfangreiches Schriftenwerk als Orientierungshilfe an.
Summary
The Path to True Competition The essay demonstrates the reasons for the required conversion of the public transit maintenance facilities to a modern service, the importance of the maintenance services in companies, as well as the requirements for an economic maintenance of public transit buses and tramways. Their economic deficits must be reduced in accordance with responsible managerial decisions. The VDV (Union of German Transit Authosities) offers extensive material for information.
Dipl.-Geogr. Jochen Hensel / Dipl.-Kfm. Oliver Kuschel / Dipl.-Geogr. Matthias Herold / Dipl.-Pol. Werner Faber
Neue Betriebsgesellschaft mit schlanken Strukturen ►
Restrukturierung der Essener Verkehrs-AG
Zusammenfassung
Die Grundvoraussetzung zur Erreichung wettbewerbsfähiger Strukturen war im Essener Modell die Errichtung einer eigenständigen Betriebsgesellschaft. Im Projekt zur Neuausrichtung des ÖPNV und zur Restrukturierung der Essener Verkehrs AG wurde ein Teilprojekt der Ausgliederung einer Betriebsgesellschaft zur Optimierung der Betreiberstrukturen und zur Erreichung von Best-Practice-Vorgaben gebildet. Es wurden neue Personaltableaus entwickelt und Maßnahmenpläne mit Regularien zur Umsetzung vereinbart.
Summary
Operating Company with Lean Management Structures The basic requirement for attaining competitive structures was seen in the Essen model with the establishment of an independent operating company. In a project to reorient and restructure the Essen Traffic Inc., a sub-project of separating an operating company was established. This is expected to optimize operator structures and achieve best-practice-guidelines. New personnel tableaus were developed and plans of measures to be taken were agreed upon, with rules for implementation.
Dipl.-Kfm. Christian Volz / Dipl.-Ing. (FH) Andreas Trillmich / Dipl.-Ing. Hans-Jürgen Hennig
Straßenbahn in privater Hand ►
Ein Jahr Teilprivatisierung des ÖPNV in Görlitz
Zusammenfassung
Im Jahr 2001 hat sich die Stadt Görlitz in einem wettbewerblichen Verfahren von 74,9Prozent Anteilen an den örtlichen Stadtwerken getrennt. Den Zuschlag erhielt Vivendi Umwelt mit seiner Verkehrstochter Connex. Erstmals wurden in Deutschland damit alle Sparten eines Querverbund-Unternehmens an einen Investor veräußert. Seit dem Anteilsverkauf sind mehrere Maßnahmen zur Erhöhung der Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit des Verkehrsunternehmens umgesetzt worden.
Summary
Private Tramway In the year 2001 the city of Görlitz sold 74,9 per cent of its shares of the local Stadtwerke (public services). As strategic investor Vivendi Environnement, with its Public Transport subsidiary Connex, acquired the shares. For the first time in Germany, all parts of horizontally integrated Stadtwerke were sold to one single investor. Since the takeover, several measures to strengthen the efficiency of the Public Transport Company have been implemented.
Personalwirtschaft
Ernst Harbecke / Dirk Wolters
Dienstplangestaltung nach Wunsch ►
Leistungsbereitschaft verbessern ñ Betriebskosten senken
Zusammenfassung
Durch den Einsatz der ptv interplan/select Software zur Erstellung von individuellen Wunschdienstplänen im Schichtbetrieb wird den Fahrer-/innen bei Verkehrsunternehmen die Möglichkeit gegeben Ihren Ñpersönlichen Dienstschichtplanì zu erstellen. Dadurch wird eine individuelle Dienstplanung mit den Vorteilen einer hohen Arbeitszufriedenheit der Fahrpersonale erreicht. Der Artikel beschreibt den Einsatz von ptv interplan/select bei der Niederrheinischen Versorgung und Verkehr AG (NVV), Mönchengladbach.
Summary
Work roster design as you want By using the ptv interplan/select software to create an individual work roster for shift work drivers of transportation companies are given the means to design their personal work roster. There can be achieved a personal work roster combined with the advantage of content employees. Further advantages for the employees and the company will be described in the article about the NVV AG, Mönchengladbach, and their deployment of ptv interplan/select, which they have been using for their 200 drivers for more than a year now.
Recht
Dipl.-Kfm. Alexander Freitag / Dr. Andreas Saxinger
Gestaltung des ÖPNV-Wettbewerbs ►
Überblick über Vergaberecht und Verkehrsverträge
Zusammenfassung
Der ÖPNV-Markt ist im Umbruch mit Chancen und Risiken für die beteiligten Akteure. Der Beitrag gibt einen kompakten Überblick über zwei der wichtigsten Problemstellungen, die von Aufgabenträgern und Verkehrsunternehmen bewältigt werden müssen. Zum einen handelt es sich um das nationale und europäische Vergaberecht, zum anderen um die Ausgestaltung von Verkehrsverträgen. Im Mittelpunkt steht dabei der allgemeine ÖPNV. Auf den Schienenpersonennahverkehr wird wegen der unterschiedlichen Rahmenbedingungen nicht eingegangen.
Summary
Contracts on public transport and call for tender Public Transport is facing profound changes with both, chances and risks for all partners involved. This article gives a compact survey over the two most important problems which have to be dealt with by the responsible authorities as well as the operating companies. On one hand the national and european laws concerning the obligation for a call of tender preceding the conclusion of contracts are focused, on the other it is the formal principles of contracts themselves. The statements refer basically on road-related public transport. Due to a different framework questions concerning regional train-services are not considered.
Technik
Dipl.-Ing. Jürgen Schöppner / Dipl.-Inform. Sven Vetter / Dipl.-Ing. Peter Thorhauer / Dr.-Ing. Andreas Schrei
Integriertes System für Betrieb und Vertrieb der SKW Mobil in Krefeld ►
In Deutschland bislang einmaliges Gesamtsystem
Zusammenfassung
Mit der Integration von Betriebsleitsystem, Fahrausweisverkaufssystem und Vertriebssystem verfügt SWK Mobil Krefeld für Be- und Vertrieb über ein Gesamtsystem, das in seiner Integrationstiefe bislang einmalig in Deutschland ist. Es ermöglicht eine effiziente Datenversorgung, integrierte Betriebsführung und die Auswertung sämtlicher Verkaufsdaten.
Summary
Integrated System for Ticketing and Distribution in Krefeld The public transportation company SWK Mobil in Krefeld operates an integrated system for service, ticketing and distribution. In its complexity this system is unique in Germany. It offers an consistent data management, service management and efficient evaluations of service and distribution statistics.
Verkehrsplanung
Prof. Dr.-Ing. Rolf-Michael Kretschmer
ÖPNV ñ Das Freiburger Stadtqualitätsmodell ►
Erfolgreiche Verkehrspolitik mit Hilfe kommunaler Eigenproduktion
Zusammenfassung
Freiburg sichert die Mobilität seiner Bürger durch einen Modalsplit von 40 Prozent ÖPNV und 60 Prozent motorisierter Individualverkehr. Es bedurfte intensiver Anstrengungen von Politik, Verwaltung und Freiburger Verkehrs-AG, um das Freiburger Modell, das den ÖPNV als dynamische Infrastruktur der Stadt versteht, zum Erfolg zu führen. Freiburg setzt mit seiner ÖPNV-Konzeption mit den Ausprägungen nutzerorientierter Tarif Regiokarte, angebotsorientierter ÖPNV, der nach Raum und Zeit allgemein verfügbar ist, und ÖPNV auf hohem Qualitätsniveau auf einen umweltorientierten Modalsplit und bewahrt damit seine Stadtqualität. Das ÖPNV-Modell ist wirtschaftlich und finanzierbar.
Summary
Public Transit ñ Freiburgís Model for City Quality With a modal split of 40 per cent public transit and 60 per cent motorized traffic Freiburg has ensured the mobility of its citizens. Politicians, administrators and the Freiburg transit company VAG have been involved in intensive efforts to make the Freiburg model a success. In this concept the public transit system is the dynamic infra-structur of the town. The public transit concept in Freiburg is characterised by the user-orientated fare structure Regiokarte (regional ticket) and a high quality public transit system, which is generally available according to the area and time. Thanks to an environment-friendly modal split Freiburg maintains its life quality. The public transit model is economic and affordable.
Dr.-Ing. Klaus Walther / Dipl.-Ing. Manuel Norta
Der Einfluss der Wartezeit auf die ÖPNV-Qualität ►
Berechnungsgrundlagen und praktische Anwendung
Zusammenfassung
Taktfrequenz und Verspätungsniveau sind im ÖPNV qualitätsbestimmende Angebotskomponenten von besonderer Bedeutung. Beide fließen ein in die Wartezeit, die der
ÖPNV-Nutzer an der Haltestelle verbringen muss. Es wird ein Ansatz vorgestellt, die beiden Komponenten isoliert zu quantifizieren. An zwei Anwendungsbeispielen wird die Marktwirksamkeit veränderter Pünktlichkeitsniveaus aufgezeigt.
Summary
Influence of Waiting Time on Public Transit Quality Fixed cycle frequency and the level of delays are components of particular significance in determining the quality of public transit. Both come together to mean waiting time, which the public transit user has to spend at the bus or tram stop. The idea of quantifying these two components separately is introduced. Two examples are given, showing the market effectiveness of changed levels of punctuality.
Dipl.-Ing. Rüdiger Martens / Prof. Dr.-Ing. Klaus Schlabbach
Konkurrenz im Umweltverbund? ►
Vorteile von Busbeschleunigungsmaßnahmen überwiegen ñ doch Wartezeiten von Fußgängern stärker berücksichtigen
Zusammenfassung
Beschleunigungsmaßnahmen im ÖPNV sind weit verbreitet, technisch ausgereift und sowohl volks- als auch betriebswirtschaftlich effizient. Vor allem an Signalanlagen ist der Abbau unnötiger Wartezeiten sehr produktiv; allerdings bestehen hier auch Konkurrenzen zu anderen Verkehrsteilnehmern. Am Beispiel dreier typischer Knoten in Hamburg wird gezeigt, wie Fußgänger in diese Problematik verwickelt sind.
Summary
Competition between buses and pedestrians? Speeding-up measures in public transport are widespread all over the world, well engineered and efficient both on the public economic and transport companies level. Especially at traffic signals unneccessary delays can be reduced considerably; though often to the disadvantage of other road users. The Hamburg speeding-up program is a good example to show in what extent pedestrians are involved in this problem.
Verkehrspolitik
Eckhard Busch
Integraler Taktfahrplan: Die zweite Stufe ►
Stand und Perspektiven des SPNV in Nordrhein-Westfalen
Zusammenfassung
Die Systemumstellung des Schienenpersonennahverkehrs in Nordrhein-Westfalen mit und rund um den Integralen Taktfahrplan (ITF) umfasst einen Gesamtzeitraum von zehn Jahren (1996 bis 2006), ein bereits realisiertes Mehrleistungspaket von rund 13 Mio Zug-km und ein noch umzusetzendes zusätzliches Leistungsvolumen von rund 22 Mio Zug-km. Maßgeblich beeinflusst wurde die Ausstattung des ITF-Leistungspaketes durch die verkehrspolitische Zielsetzung, die überdurchschnittliche Leistungsrücknahme im SPNV in der Fläche vor der Regionalisierung zumindestens teilweise wieder rückgängig zu machen. Bis zum Abschluss der Systemumstellung 2005/2006 werden die Linienführungen grundlegend überarbeitet. Dabei soll grundsätzlich das gesamte Regional-Express-Netz überarbeitet werden unter Einbeziehung des Metrorapid.
Summary
Integral Cycle Timetable: The Second Step The system change of the public short-distance railway traffic (SPNV) in North Rhine Westphalia with and around the Integral Cycle Timetable (ITF) comprises a total period of ten years (1996 to 2006), an additional service package of about 13 million train-kilometres already realised and an additional service volume of about 22 million train-kilometres yet to realise. The planning or realisation is performed in several stages due to the infrastructural and financial frame conditions. Transport policy had the target to at least partly revoke the above-average reduction in service of the SPNV in the area before the regionalisation and thus considerably influenced the equipment of the ITF service package. Till the end of the system change in 2005/2006, the layout of the lines will be fundamentally revised. This includes the complete RegionalExpress network and the Metrorapid.
Dipl.-Ing. (FH) Michael Grauer / Dr. Sigried Caspar / Christine Sabbah
Aktives Mobilitätsmanagement auf kommunaler Ebene ►
Modellhafte Entwicklung von Organisationsformen und erste Realisierungsschritte am Beispiel Tübingens
Zusammenfassung
Der innerstädtische Verkehr ist in vielen Kommunen ein großes Problem. Deshalb startete in Tübingen 2001 der Modellversuch aktives kommunales Mobilitätsmanagement. Ziel ist es, durch bessere Nutzung der vorhandenen Straßen und Nahverkehrsangebote eine Verbesserung der Verkehrssituation zu erreichen. Ein Erfolg konnte durch die Koordination verschiedener Akteure erreicht werden: es wurde ein zielgruppenspezifisches Angebot für Konferenzgäste geschaffen, die für die Universitätsstadt Tübingen in zunehmendem Maße ein Wirtschaftsfaktor sind.
Summary
Active Urban Mobility Management In most cities the urban traffic is a big problem. Therefore in 2001 there has been started a pilot experiment active urban mobility management in Tübingen. This experiment aims at a more efficient use of the existing traffic infrastructure. The responsible person is part of the municipal authorities. A first success has already been achieved by coordinating different actors: the mobility manager developed a group-specific offer to conference guests. They are of increasing economic importance in the university-city Tübingen.
Christian Ude
Städte und ÖPNV ►
Nahverkehr ñ ein Kernfeld kommunaler Selbstverwaltung
Zusammenfassung
Der ÖPNV hat eine herausragende Bedeutung für die Entwicklung der Städte. Neue Trends der Stadtentwicklung verstärken diese Rolle. Deshalb, aber auch angesichts der kommunalen Finanznot, ist noch mehr Effizienz im ÖPNV unabdingbar. Wettbewerb allein schafft das auf Dauer nicht. Wenn überhaupt europaweite Regelungen sinnvoll und rechtens sind, dann dürfen sie nur einen groben Rahmen vorgeben. Der bisherige Verordnungsentwurf der EU-Kommission ist hingegen von großer Regelungswut gekennzeichnet, zum Teil realitätsfern und er vermehrt die Bürokratie. Der ÖPNV ist ein Kernfeld kommunaler Selbstverwaltung. Der Autor bricht eine Lanze für die umstrittene kommunale Eigenproduktion und nennt Thesen für die künftige Aufgabenteilung der Akteure im ÖPNV.
Summary
Cities ans Public Transport More then ever, public transport plays a decisive role for the development of the cities. Current trends of development strengthen that role. Therefor, but also for the reason of shrinking municipal budgets, even higher efficiency of public transport operation is ne-cessary. Competition alone cannot work out that need. If at all European regulations are sensible and within the rights for that, they should only form a rough framework. The present sketch for legislation is characterised by massive regulation, partly far away from realism and will create new additional bureaucracy. Public transport is a core field of municipal self-administration. The author pleads offensively for the municipal-made production of public transport services and gives some theses for the future roles of the actors in local public transport.
Wirtschaft
Dipl.-Betr.wirt (FH) Bernd Lammer / Dr. Franz-Josef Kolb / Dipl.-Kfm. Verena von Tresckow-Bronke
Due-Diligence-Prüfung im ÖPNV ►
Instrument für die Bewertung von Verkehrsunternehmen
Zusammenfassung
Der Entscheidung zur möglichen Übernahme von Verkehrsunternehmen oder zum Erwerb von Teilen davon sollte ñ mit Blick auf die sich ändernden makro- und mikroökonomischen Rahmenbedingungen ñ eine detaillierte Analyse bestehender Chancen und Risiken vorausgehen. Derartige Analysen sind Gegenstand von Due-Diligence-Prüfungen. Brauchbare Aussagen aus einer Due-Diligence-Prüfung setzen neben einer ausreichenden Datenbasis gute Arbeitsplanung und ein sachverständiges Due-Diligence-Team voraus.
Summary
Public transit Due Diligence Examination The possible take-over of transit companies, or the acquisition of parts of them, should be proceeded by a detailed analysis of existing prospects and risks, taking into account the changing macro and micro-economic conditions. Due diligence examinations involve analysis of this kind. A satisfactory data base, good work schedules and a specialist due diligence team with a wide knowledge of the field and the facts to be assessed are necessary to get useful results from a due diligence examination.
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