Alba Fachverlag, BestNr. nv200212
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Der Nahverkehr, Heft 12/2002
Inhaltsverzeichnis
Kommentar
Dr.-Ing. E. h. Dieter Ludwig
Beschlüsse der Koalition bedrohen ÖPNV-Finanzierung
Betrieb
Dr. Dipl.-Vw. Albrecht Iwersen / Christian Huppertz
Fahrgastbegleitung im Nahverkehr ►
Erfahrungen im Kreis Stormarn
Zusammenfassung
Im Kreis Stormarn in Schleswig-Holstein hat man ein Konzept für eine serviceorientierte Fahrgastbegleitung in Bussen erprobt. Der Beitrag berichtet über die Ziele und erste Ergebnisse. Im Kern ging es um die bessere Betreuung der Fahrgäste und um Konfliktvermeidung. Die neuen Arbeitsplätze sind vorrangig für vom Arbeitsmarkt benachteiligte Personen bestimmt. Eine Befragung der Fahrgäste zeigte, dass diese den neuen Service schätzen und den Fahrgastbegleitern gute Noten geben.
Summary
Passenger Assistance in Public Transport In the Stormarn area in Schleswig-Holstein, a service-oriented passenger assistance concept for buses was tried out. The article reports on the goals and the first results. The focus was on better passenger care and conflict prevention. Those who are at a disadvantage in the job market are to be given first priority in filling the new positions created through this concept. A survey of the passengers showed that the new service was appreciated and the passenger assistants received good grades.
Marketing
Dipl.-Wirtsch.-Ing. Christof Lang / Petra Baumgärtner
Tageskarten neu geordnet ►
Einführung und Vermarktung neuer Angebote: Erfahrungen des Verkehrsverbundes Großraum Nürnberg
Zusammenfassung
Im Verkehrsverbund Großraum Nürnberg wurde der Sektor Tageskarten wegen anhaltend rückläufiger Verkaufszahlen neu geordnet. Neben diversen Modifikationen der Angebotsinhalte sowie der angeboten Preisstufen wurden der besseren Vermarktbarkeit und Kommunizierbarkeit wegen auch die Namen der beiden bestehenden Angebote geändert. Mit einer aufwändigen Einführungskampagne wurden TagesTicket Solo und TagesTicket Plus bekannt gemacht und beworben. Bereits ein halbes Jahr nach der Reform kehrte der erhoffte wirtschaftliche Erfolg zurück.
Summary
Daily Passes Reorganized In the transport association for the area of Nuremberg, the sector daily passes was reorganized, due to continuously declining sales figures. Aside from various modifications in relation to offer contents or available price levels, the names of the two existing offers were changed, in order to make them more marketable and communicable. With an extravagant introduction campaign, the daily passes solo and the daily pass plus
were publicized. Already a half year after this change, the desired economic result was achieved.
Technik
Michael Int-Veen / Dipl.-Ing. Gerhard Nimphius
Niederflurbahnen für Essen ►
Erfahrungen nach drei Jahren Praxiseinsatz
Zusammenfassung
Die Essener Verkehrs-AG hat 34 Niederflur-Straßenbahnen beschafft und planmäßig in Betrieb genommen. Sie erfreuen sich bei Fahrgästen und Kunden großer Beliebtheit. Die Niederflurtechnik erfordert aber auch Kompromisse, und moderne Fertigungsmethoden haben, wie dieser Beitrag zeigt, nicht nur Vorteile.
Summary
Low-Floor Trains for Essen The Essen Transportation-AG has created 34 low-floor tramways and operation has begun according to plan. They are very popular with passengers and clients. However, the low-floor technique requires compromises as well, and as shown in this report, the modern methods of manufacturing have disadvantages as well as advantages.
Dipl.-Ing. Reinhold Alfter / Dipl.-Ing. Günther Winkle
Brems-Diagnose-System senkt Kosten für Instandhaltung ►
Erfahrungen der Dürener Kreisbahn mit neuem Mess-System
Zusammenfassung
Die Dürener Kreisbahn und das Ingenieurbüro Winkle Engineering haben ein Brems-Diagnose-System entwickelt, ein rechnergestütztes Checksystem zur Darstellung des Zustandes von Bremskomponenten. Der teure periodische Ausbau der Bremskomponenten für die Zustandsüberprüfung wird künftig überflüssig. Die Kosten der Aufarbeitung werden schlagartig reduziert. Durch theoretische Vertiefung und die anschließende Präsentation des Brems-Diagnose-Systems am Regiosprinter der Dürener Kreisbahn GmbH werden die Funktionen des Systems erläutert. Die hohe Wirtschaftlichkeit des Systems wird am Beispiel der Dürener Kreisbahn mit Übertragbarkeit auf andere Verkehrsunternehmen aufgezeigt. Es ist gelungen, die Amortisationszeiten im Vergleich zur periodischen Instandhaltung auf sehr kurze Zeiträume zu reduzieren.
Summary
Brake Diagnosis System Reduces Maintenance Costs The Düren Kreisbahn and the engineering office Winkle Engineering have developed a system of diagnosis, with which the condition of brake components can be shown through a computer-based checking system. The periodical dismantling of brake components in order to verify what condition they are in, which has been quite expensive, will in future no longer be necessary. Processing costs will be dramatically reduced. Through a theoretical in-depth look followed by the presentation of the brake-diagnosis-system using the Regio Sprinter of the Düren Kreisbahn Ltd., the different functions of the system are discussed. The high efficiency of the system is shown in the example of the Düren Kreisbahn, with the possibility of transferring this over to other transportation companies. It was possible to reduce the amortization period to very short periods in comparison to periodical maintenance.
Dipl.-Ing. Udo Lenz
Gleissanierung in Köln ►
Nachträglicher Einbau von Schienenlagern zur Reduzierung von Schwingungsemissionen am Ebertplatz
Zusammenfassung
Die ersten Strecken der unterirdischen Stadtbahn in Köln wurden noch mit Schotteroberbau ausgerüstet. Inzwischen ist festzustellen, dass die Elastizität des Schotters über die Nutzungszeit von rund 30 Jahren nachgelassen hat. Dies führt dazu, dass Anwohner erhöhte Schwingungsimmissionen wahrnehmen. Im Bereich Ebertplatz wurden in einem solchen Abschnitt die Standard-Schienenlager des Schotteroberbaus gegen Hochelastische Schienenlager getauscht. Dadurch konnte eine erhebliche Reduzierung der Schwingungsimmissionen in der Nachbarschaft erreicht werden. Durch messtechnische Untersuchungen konnte dies nachgewiesen werden.
Summary
Track Rehabilitation in Cologne At the time when the first routes of the underground light rail transit in Cologne were made, they were still equipped with ballast superstructures. In the meantime, it has become evident that the elasticity of the ballast has given way in the past 30 or so years of use. This has led to an increase in the effect of vibrations on neighbouring property, which havenít gone unnoticed by the inhabitants of the area. In the Ebertplatz area, in a section such as this, the standard ballast tracks were replaced by highly elastic tracks. As a result, a significant reduction in the effect of vibrations on neighbouring property could be achieved. This was able to be proven through studies in which measuring techniques were used.
Dipl.-Ing. Steffen Kähler / Hubert Nawa / Georg Schwinning
Verkauf von Üstra-Stadtbahnwagen ►
Von Hannover in die Niederlande und nach Budapest
Zusammenfassung
Häufig stellt sich bei der Außerdienststellung von Stadtbahnfahrzeugen die Frage, ob es Alternativen zu einer Verschrottung gibt. Der Beitrag beschäftigt sich mit den Umständen und dem Ablauf des Verkaufes von gebrauchten Stadtbahnfahrzeugen der üstra Hannoverschen Verkehrsbetriebe nach Budapest und Den Haag.
Summary
The Sale of Üstra Light Rail Rapid Transit Cars In the de-activating of light rail transit vehicles, the question is often asked as to whether or not there are alternatives to scrapping. The article deals with the conditions and process of selling used rail cars from the üstra Hannoverschen transport operation to Budapest and Hague.
Verkehrsplanung
Dipl.-Ing. Thomas Dittemer / Dipl.-Ing. Jörg Ortlepp
Gleisquerungen für Fußgänger ►
Wie sicher sind signalisierte Stadtbahnüberwege?
Zusammenfassung
Die Forderung, Fußgängerquerungsstellen über Gleistrassen von Stadtbahnen durch Lichtzeichenanlagen zu sichern, ist in der Vergangenheit verstärkt erhoben worden. Ob damit auch tatsächlich die Verkehrssicherheit verbessert werden kann, ist jedoch nicht gesichert. Untersuchungen in Köln haben gezeigt, dass es an technisch gesicherten Querungsstellen weitaus häufiger zu Unfällen kommt als an anderweitig gesicherten Querungsstellen. Einzeluntersuchungen in Köln zeigten zudem, dass die Signalisierung keinerlei Einfluss auf das Interaktionsverhalten der Fußgänger und Radfahrer hat. Bei der Neuplanung oder Umrüstung von Querungsstellen sollten daher bauliche und gestalterische Aspekte und nicht die Sicherung durch Lichtzeichenanlagen im Vordergrund stehen.
Summary
Pedestrian Track Crossings The issue of securing pedestrian track crossings for light rail rapid transit with traffic lights has been raised over and over again in the past. Whether or not this will actually lead to an improvement in traffic safety, however, remains to be seen. Studies from Cologne have shown that there are more accidents at technically-run crossings than at crossings which run by other safety measures. Individual studies in Cologne also showed that the signals had no influence whatsoever on the interactive behaviour of pedestrians or cyclists. In future planning or adaptation of crossings, emphasis should be placed on the aspects of construction and design rather than on safety through pedestrian traffic lights.
Dipl.-Geogr. Mike Walczok / Dipl.-Kfm. Ralph Salm
Mindeststandards im Busverkehr ►
Der RMV definiert einheitliche Qualitätsanforderungen
Zusammenfassung
Mit dem Ziel einer grundsätzlichen Qualitätsverbesserung der Leistungserstellung hat der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) finanzierbare und funktionale Mindeststandards für den Buspersonennahverkehr (BPNV) entwickelt. Verbundeinheitliche Qualitätsvorgaben sind als mittelfristige Planungsvorgabe für die Unternehmen und zur Wahrung gleicher Wettbewerbschancen auch bei Ausschreibungen wichtig. Sie sind ein Mittel, um eine bestimmte Leistungsqualität dauerhaft zu erhalten und sollen in Nahverkehrsplänen mit einem verbindlichem Satzungscharakter verankert werden. Der RMV hat in einem Arbeitskreis Qualität ein Lastenheft entwickelt, welches Anforderungen an die Fahrzeuge enthält.
Summary
Minimum Standards for Public Bus Transport Intending a fundamental improvement of the quality of services with a strong focus on customer-orientation, the Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) has developed financially and functionally sound minimum standards for public bus transport. Unified quality specifications are important as a medium-term planning basis for all companies and are also providing equal competition chances for all participants in the case of tendering. They serve as a means to warrant for a specified constant level of operating quality and shall therefore become an obligatory part of the regional traffic plans, obtaining statute character. In a working group called quality, the RMV has developed a guide-book which lists requirements concerning the vehicles.
Dipl.-oec. Jürgen Burmeister
Attraktiver ÖPNV auf dem Land ►
Nahverkehr Hohenlohekreis: Die Entwicklung eines frühen ÖV-Modells für dünn besiedelte Räume
Zusammenfassung
Noch vor Ablauf des 1979 im Hohenlohekreis gestarteten Modellvorhabens zur Verbesserung des Nahverkehrs im ländlichen Raum musste aus wirtschaftlichen Gründen das Angebot reduziert werden. Um den Teufelskreis von rückläufigem Angebot, rückläufiger Nachfrage und letztlich steigendem Defizit zu durchbrechen, wurde in den neunziger Jahre mit der Umsetzung einer kontrollierten Angebotsoffensive begonnen. Seitdem wurde das Angebot um 75 Prozent erweitert. Die Zahl der Fahrgäste stieg um 47 Prozent. Der Nahverkehr Hohenlohe ist heute in der Bevölkerung fest verankert, und die Öffentlichkeit akzeptiert, dass ein gutes Angebot nicht ohne Zuschüsse zu erhalten ist.
Summary
Attractive Public Transit in Rural Areas Even before the development of the model for improvement of short distance traffic in rural areas, which took place in the Hohenlohe area in 1979, the supply had to be reduced due to economic reasons. In order to break the vicious circle of declining supply, declining demand and increasing deficit, a controlled supply offensive was started in the nineties. Since then the supply has been broadened by 75 per cent. The number of passengers increased by 47 per cent. Short distance traffic in Hohenlohe is now an integrated part of the peopleís lives, and the public accepts the fact that a good supply is not possible without financial aid.
Verkehrspolitik
Prof. Dr. Christian Böttger
Privatisierung auf Australisch ►
Das Ausschreibungsverfahren des Nahverkehrssystems in Melbourne
Zusammenfassung
In der australischen Stadt Melbourne wurde der Betrieb der S-Bahn, Straßenbahn und Regionalzügen vor drei Jahren nach einer großen Ausschreibung an private Betreiber vergeben. In dem Artikel wird das Ausschreibungsverfahren beschrieben und es werden die Erfolge nach drei Jahren Betrieb geschildert.
Summary
Privatization the Australian Way In the Australian city, Melbourne, the operation of the underground, the tramways and regional trains was handed over to private operators three years ago, after a high-scale invitation to tender. In this article, the bidding procedure and the successes of the past three years of operation are described.
Dr. rer. pol. Heike Höhnscheid
Eckpunkte zur Gestaltung eines zukunftsfähigen SPNV ►
Ansprüche und Erwartungen der Bahnen
Zusammenfassung
In jüngster Zeit ist aus verschiedenen Blickwinkeln das Thema Ausschreibung im Schienenpersonennahverkehr (SPNV) aufgegriffen worden. Die Diskussionen über den Wettbewerb um Nahverkehrsleistungen auf der Schiene sind geprägt von ñ in mehrfacher Hinsicht ñ kontroversen Standpunkten und uneinheitlichen Rechtsauffassungen. Mit der Frage, wie Vergabeverfahren aus Sicht der Bahnen inhaltlich gestaltet werden sollen, hat sich die Ad-hoc-Arbeitsgruppe Wettbewerbsstrategien im Schienenpersonennahverkehr ñ ein im November 2001 gegründetes VDV-Gremium ñ auseinandergesetzt.
Summary
How to guarantee Regional Rail Passenger Transport for the Future During the last month, the aspects of competition in regional rail passenger transport (so called SPNV) have been discussed from various angles. The debate is characterized by opposite arguments and disagreeing legal conceptions. How tendering procedures should be created from the railway companiesí viewpoint, a VDV-working group (strategies of competition in the regional rail passenger transport) has elaborated and summarized in a specific paper.
Wirtschaft
Dr. Caroline von Kretschmann / Dr. jur. Jan Werner
Modelle künftiger ÖV-Strukturen ►
Handlungsoptionen zur Vorbereitung auf einen wettbewerblich organisierten Nahverkehrsmarkt
Zusammenfassung
Derzeit kommt es auf den lokalen und regionalen Verkehrsmärkten in Deutschland und Europa zu grundlegenden Veränderungen, die alle Akteure im Markt vor große Herausforderungen stellen. Der Zeitpunkt einer möglichen Marktöffnung und die Intensität des zukünftig erwarteten Wettbewerbs sind derzeit noch offen. Dadurch entsteht ein strategischer Handlungsspielraum, der ebenso wie die eingeräumten Übergangszeiten zur Vorbereitung auf die Marktöffnung genutzt werden muss. Unternehmen und deren Eigentümer wählen derzeit verschiedene Ansätze. Der Artikel stellt Grundvarianten zur strategischen Vorbereitung auf einen wettbewerblich organisierten ÖPNV-Markt gegenüber, deren Eignung für den einen oder anderen spezifischen Verkehrsmarkt beziehungsweise für das eine oder andere Unternehmen individuell ausgestaltet werden muss.
Summary
Models of Future Structures of the Public Transit Local and regional public transport markets in Germany and Europe are currently undergoing fundamental changes which present major challenges for all market players. The timing of a potential opening of the market as well as the intensity of future competition are yet uncertain. The scope of strategic possibilities resulting from these circumstances should be used to prepare market players for future competition. The same is true for the periods of transition which have been granted by policy makers. Public transport companies and their owners are presently opting for different preparatory strategies. This report compares alternative approaches of strategic preparation for a competitive public transport market. It should be noted that each approach described herein requires careful adjustment to fit the individual needs of a specific market or a specific company.
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