Alba Fachverlag, BestNr. nv200307
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Der Nahverkehr, Heft 7-8/2003
Inhaltsverzeichnis
Kommentar
Günter Elste
Europäischer Gerichtshof entscheidet mit Augenmaß
Betrieb
Prof. Dr.-Ing. Felix Huber / Dipl.-Ing. Joachim Korn
Regiobahn erfolgreich etabliert ►
Fahrgastzählung und -befragung belegen hohe Akzeptanz der Bahn zwischen Kaarst und Mettmann
Zusammenfassung
Die Regiobahn Kaarst-Mettman hat sich in kürzester Zeit zum gefragten Nahverkehrsmittel der Region entwickelt und dabei die Erwartungen übertroffen. Am Beispiel der Regiobahn lässt sich sehr gut zeigen, dass ein attraktives Angebot mit optimaler Abstimmung der Bedienung in den Haltepunkten und modernen Verkehrsanlagen von den Nutzern mit Nachfragezuwächsen belohnt wird. Damit hat die Regiobahn das Potenzial, sich zum Rückgrat der Raumstruktur der Region zu entwickeln.
Dr. Norbert Vornehm / Sabine Stiebale
Geraer Freizeitkontrolleure organisieren sich selbst ►
Erfolgreiches Konzept setzt auf Freiwilligkeit und Leistungsanreiz
Zusammenfassung
Seit einem Jahr bestreitet der Geraer Verkehrsbetrieb (GVB) die Fahrscheinkontrolle mit GVB-Mitarbeitern, die in ihrer Freizeit kontrollieren und pro Schwarzfahrer eine Prämie erhalten. Fazit: Die Freizeitkontrolleure organisieren sich selbst optimal und sie registrieren mehr Schwarzfahrer als die früheren Hauptamtlichen. Der Fahrkartenverkauf ist gestiegen. Zudem finanzieren sich jetzt die Lohn- und Verwaltungskosten für die Kontrolle allein durch die Einnahmen aus dem Erhöhten Beförderungsentgelt.
Dr. Otmar von Steuber
Fahrplaninformation in Netzplänen ►
Zeit-Weg-Darstellung am Beispiel des merkbaren Fahrplans in Potsdam
Zusammenfassung
Unter Ausnutzung der Systemvorteile integraler Taktfahrpläne erfolgt für Netzpläne die Einbeziehung auch von Fahrplaninformation. Diese unterstreicht am Beispiel einer Tram die netzweite Verfügbarkeit des Systems, bezieht kundenseitig bedeutsame betriebliche Details mit ein und dient somit der Gewinnung vor allem von Gelegenheitsfahrgästen. Die Übertragung der Darstellungsprinzipien auch auf größere Bahnnetze ist informationstechnisch möglich.
Summary
Schedule Information in Network Plans By taking advantage of the strong points of integral fixed cycle schedules systems, the inclusion of schedule information for network plans is taking place. Using the example of a tram, this underlines the network-wide availability of the system and includes operational details that are of significance to the customer. In doing so, it serves to win over new passengers ñ particularly the non-regular sort. The transfer of the principles to larger rail networks is possible, from the information technology point of view.
Marketing
Dipl.-Ing. Armin Langweg
Verkehrsmanagement 2010: Wirksam und intermodal ►
Leitfaden zur Teilnahme an der Förderinitiative des Bundesforschungsministeriums
Zusammenfassung
Verkehrsunternehmen, die zukünftig intermodales Verkehrsmanagement aktiv betreiben wollen, finden Hinweise zur Beteiligung an der Förderinitiative Verkehrsmanagement 2010. Kernpunkte der zu beantragenden Projekte sollen sein: Entwicklung intermodaler und vernetzter Dienste und Angebote, eine indikatorengestützte Zielformulierung und die Überprüfung der tatsächlichen Wirksamkeit der Angebote in Feldversuchen. Wesentliche Empfehlungen für Verkehrsunternehmen sind dabei: Klare Projektverantwortlichkeiten, Ausnutzung der Handlungsfelder Steuern, Organisation, Information und Marketing sowie die Einbindung lokaler Partner.
Summary
Traffic-Management 2010: Efficient and Intermodal Public-Transport-Companies (ptc), who want to provide Traffic-Management in future, will find in this article recommendations for the participation at the research-initiative Verkehrsmanagement 2010. Cores of the project-ideas should be: Development of intermodal services, indicator-based aims and the evaluation of the effectiveness of the measurements. Essential Recommendations for ptc are: Clear responsibilities for the project, dealing with traffic-control, traffic-organisation, information and marketing about transport-services and traffic-run and cooperation with local partners in transport and tourism.
Personalwirtschaft
Dipl.-Kfm. Andreas Helbig / Dipl.-oec. Ulrich Freudenstein
Einführung von Wunschdienstplänen ►
Die Kasseler Verkehrs-Gesellschaft geht neue Wege bei der Dienstplangestaltung
Zusammenfassung
Die Kasseler Verkehrs-Gesellschaft hat im Juni 2003 nach einer etwa einjährigen Testphase im Fahrdienst partiell so genannte Wunschdienstpläne eingeführt. Die am Wunschdienstplan teilnehmenden Fahrer/innen haben damit die Möglichkeit, Einfluss auf die Lage der Dienste und der freien Tage zu nehmen, indem sie ihre diesbezüglichen persönlichen Wünsche in ein dafür vorgesehenes Computersystem eingeben. Das Programm Idispro teilt sodann dem Personal in einem mehrstufigen Verfahren automatisiert Dienste und freie Tage zu. Bisher konnten mit diesem Verfahren sehr gute Wunscherfüllungsgrade im Bereich von etwa 85 Prozent erreicht werden.
Summary
Introduction of Rosters to fit Driversí Needs In June of 2003, the Transport Society of Kassel introduced rosters to fit the needs of drivers, following a period of approximately one year of testing. The drivers participating in this roster system have the opportunity to influence their shifts and days off directly, by typing their personal preferences into a computer system designed for this purpose. The program IDISpro then assigns shifts and days off to the staff in an automated, multi-step procedure. Keeping within legal regulations as well as holding to any given conditions and system parameters, the program operates according to an equality principle. Up till now with this procedure, the driversí requests were able to be satisfied at a very high level of approximately 85 per cent.
Pro und Contra
Bussystem versus Stadtbahn?
Recht
Dr. Konrad Hummel / Dr. Christian Theobald
Fusionskontrolle im ÖPNV-Markt ►
Fragwürdige Marktabgrenzung durch das Bundeskartellamt
Zusammenfassung
Zahlreiche Veränderungen von Unternehmensstrukturen unterliegen der Fusionskontrolle durch das Bundeskartellamt. Jüngere Entscheidungen des Bundeskartellamtes zeigen, nach welchen Maßstäben das Amt seine Fusionskontrolle ausübt. Die Marktabgrenzung des Bundeskartellamts geht von engen, regionalen Märkten aus. Eine solche Marktabgrenzung führt tendenziell dazu, die Bildung von mittelgroßen, regionalen Einheiten zu verhindern. Die Expansion bundesweit tätiger Unternehmen kann hingegen nicht adäquat erfasst werden. Die Anerkennung eines bundesweiten Marktes könnte der richtige Weg sein.
Summary
Merger Control in Public Transport Various changes in company structures are subject to merger control as exercised by the German Federal Cartel Office. Recent decisions show the criteria used by the Office. The market definition of the Office is based on the assumption of narrow, regional markets. Such market definition, however, tends to hinder the creation of medium-sized, regional entities. On the other hand, the expansion of a nation-wide acting company cannot be covered adequately. The proper solution could be to accept the definition of a nation-wide market for public short-distance passenger traffic.
Technik
Dipl.-Ing. Anabel Hengelmann
System zur elastischen Lagerung von Rillenschienen ►
Eine innovative Lösung für Mannheim
Zusammenfassung
In Zusammenarbeit mit der Mannheimer MVV Verkehr AG haben die Getzner Werkstoffe GmbH ein System zur elastischen Lagerung von Rillenschienen entwickelt. Eine erste Strecke wurde in der Mannheimer Innenstadt damit nach mehr als zwei Jahren Entwicklung und eingehenden Untersuchungen ausgerüstet. Der Artikel gibt einen Überblick über den Einbau und die Rahmenbedingungen des Pilotprojektes.
Summary
System for Elastic Storage of Girder Rails In co-operation with the Mannheim MVV Traffic Inc., Getzner Materials Ltd. has developed a system for elastic storage of girder rails. A first transport way connection was equipped with it in the Mannheim city centre after more than two years of development and detailed testing. The article gives an overview of the installation and basic conditions of this pilot project.
Verkehrsplanung
Dipl.-Ing. Nicola Lehnhoff / Dr.-Ing. Solveigh Janssen
Untersuchung und Optimierung der Fahrgastwechselzeit ►
Acht Hypothesen zur Beeinflussung der Wartezeiten an Haltestellen
Zusammenfassung
Die Minimierung der Haltezeiten von Nahverkehrsfahrzeugen ist von großem betriebswirtschaftlichem Interesse. Der Zeitbedarf an Haltestellen setzt sich im Wesentlichen aus der Zeit für den Abfertigungsvorgang der Fahrzeuge und der Fahrgastwechselzeit zusammen. Umfangreiche empirische Untersuchungen haben gezeigt, dass die Fahrgastwechselzeit in einem starken Zusammenhang mit der Zahl der Ein- und Aussteiger, der zu überwindenden Höhendifferenz, der Anzahl und Technik der Türen und der Verteilung der Fahrgäste über die Länge der Haltestelle steht. Es hat sich herausgestellt, dass der Fahrgastwechsel in sehr vielen Beispielen einen nur geringen Anteil an der gesamten Haltezeit einnimmt. Insbesondere der Zeitanteil zwischen dem Ende des Fahrgastwechsels und der Abfahrt der Nahverkehrsfahrzeuge lässt sich noch deutlich reduzieren.
Summary
Analysis and Optimisation of Vehicle Stop Time The minimization of public transport vehicle stop time is of great economical interest. The whole stop time includes the time needed for the dispatch of the vehicle and the passenger boarding and alighting time. Extensive empirical research work has proved that the passenger boarding and alighting time depends on the number of entering
and departing passengers, the existing altitude difference, the number and construction of the doors and the distribution of the passengers along the waiting zone. It has become evident that the passenger boarding and alighting time represents only a small part of the entire stop time. Especially the duration between the end of the passenger
boarding and alighting process and the departure of the vehicles can be reduced massively.
Univ.-Prof. a.D. Dr.-Ing. Robert Schnüll
Förderfähigkeit besonderer Bahnkörper nach dem GVFG ►
Eine unendliche Geschichte?
Zusammenfassung
Es wird der Frage nachgegangen, ob sich die heutigen Anforderungen an einen besonderen Bahnkörper und die damit verbundene Förderpraxis nach dem GVFG aus dem Geist und den Oberzielen des Berichtes der Sachverständigenkomission zur Untersuchung der Verkehrsverhältnisse der Gemeinden von 1965 herleiten lassen. Es wird festgestellt, dass zwar in allen GFVG-Fassungen als Fördervoraussetzung am besonderen Bahnkörper festgehalten wurde, sich dessen Definition aber immer stärker dem Trend zum eisenbahnmäßigen Fahren angepasst hat. Eine Änderung des GVFG wird weder für notwendig noch für sinnvoll gehalten. Statt dessen wird vorgeschlagen, die Förderpraxis in den Bundesländern zu flexibilisieren, für angebaute Straßenräume einen Bahnkörper mit angehobener Gleiszone und geschlossenem Oberbau einzuführen und das Förderverfahren nach dem GVFG unter Einbeziehung von Regionalisierungsmitteln stadtverträglich zu modifizieren.
Summary
Ability to Enforce Special Railroads according to the GVFG In a historical account, the question is asked as to whether the present day requirements of a particular railroad and its related enforcement practice can be deduced through the main goals in the report of the committee of experts on the study of traffic relations of the communities in the year 1965, according to the GVFG. It is established that in all GVFG versions, the special railroad is maintained as a condition. However, its definition has been more and more adapted to the trend of Ñrailway-like drivingì. A change of the GVFG is seen as neither necessary nor logical. To avoid conflict, it is suggested instead that the practice be made more flexible in the federal states, to introduce a railroad with raised track zones and covered track work. The enforcement process according to the GVFG should be modified to make it more compatible to cities with consideration of the regionalization means.
Dipl.-Verw.-Betriebsw. Günter Padt / Dipl.-Ing. Stephan Hajak / Dipl.-Ing. Mathias Schmechtig
Ökonomisch optimierte Linienbündel ►
Zuschneidung von Teilnetzen im ländlichen Raum am Beispiel des Zweckverbandes Personennahverkehr Westfalen-Süd
Zusammenfassung
In Deutschland arbeiten aktuell viele Aufgabenträger an der Erstellung von Linienbündelungskonzepten. Diese Konzepte weisen unterschiedliche Tiefenschärfen auf; viele wurden ohne ökonomische Überprüfung und betriebliche Modellbildung zur Festlegung der Linienbündelgrößen erarbeitet. Welche herausragende Bedeutung diese Aspekte der Herangehensweise bei der Konzeptentwicklung spielen, wird am Beispiel des Zweckverbandes Personennahverkehr Westfalen-Süd deutlich.
Summary
Collective Transport Lines economically Optimised In Germany, many public authorities are currently working on constructing proposals for the grouping together of concessions for public transport lines. These concepts feature different degrees of focus; many were worked out without checking the economics, and without a model for establishing the size of the collective lines at operational level. The prominence of these aspects of the approach in the development of the concept is made clear through the example of the local public transport association of South Westphalia.
Barbara Lehmann / Dipl.-Vw. Susanne Rieschick-Dziabas / Dr. Dipl.-Pol. Gudrun Rinninsland
Mehr als Ñnurì Fahren: Imagekampagne für Busfahrer ►
Hamburger Verkehrsunternehmen werben mit Fahrern für Fahrer
Zusammenfassung
Die Hamburger Bus-Unternehmen Hamburger Hochbahn AG, Pinneberger Verkehrsbetriebe GmbH und Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein AG initiierten eine unternehmensübergreifende Imagekampagne für ihre Busfahrer. Ziel ist es, die vielfältige und verantwortungsvolle Dienstleistung der Busfahrerinnen und Busfahrer sympathisch darzustellen und damit zugleich für ein besseres gegenseitiges Verständnis zwischen Fahrgästen und Fahrern zu sorgen. Eine umfassende Information der Busfahrer über die Kampagne sowie die Partizipation der Fahrer sind wichtige Elemente der Kampagne.
Summary
Not Ñonlyì Driving: Image Campaign for bus drivers The public transport companies Hamburger Hochbahn AG, Pinneberger Verkehrsbetriebe GmbH and Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein AG have initiated together an image campaign for their bus drivers. Target is to present the provision of services of a bus driver as manifold and responsible. And to ensure mutual understanding and comprehension between drivers and passengers. Drivers are requested to participate within the campaign and are given the opportunity to attend internal events concerning their self-image.
Wirtschaft
Dr. Tobias Heinemann / Dipl.-Kffr. Susan-Doreen Raschig
Funktionale Ausschreibungen für mehr Effizienz und Attraktivität ►
Kompetenzen der Verkehrsunternehmen bei Angebot und Fahrzeugbeschaffung nutzen
Zusammenfassung
In der Diskussion um die Gestaltung von Ausschreibungen im SPNV haben sich zwei Gegenpole gebildet, einerseits die konstruktive Ausschreibung mit konkreter Vorgabe der zu erbringenden Leistung und andererseits die funktionale Ausschreibung, welche die vom EVU zu erstellende Leistung beschreibt, ihm aber weitgehende Gestaltungsmöglichkeiten bei der Leistungserstellung offen lässt. Der vorliegende Artikel stellt das unternehmerische Ausschreibungskonzept der DB Regio AG vor und kommt zu dem Schluss, dass größere Freiheit für das EVU zu mehr Effizienz und Wirtschaftlichkeit führt, dies gilt in besonderem Fall für die Auswahl und Beschaffung von Fahrzeugen.
Summary
Functional Model of Tender Management for more Efficiency and Attractiveness Tender Management is in the focus of discussion between all major players in the short-distance rail traffic market. Two opposite models of tender-management have evolved: On one hand the functional model, with given aims and framework by the authorities, which leaves most of the decisions how to set-up rail traffic to the transportation company, on the other hand the constructive model, in which the tendering authorities determine most aspects of setting up the traffic. This article describes the model preferred by DB Regio AG and comes to reason that greater freedom for the transportation company results in higher operating- and economic efficiency, especially in the case of vehicle procurement.
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