Alba Fachverlag, BestNr. nv200309
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Der Nahverkehr, Heft 9/2003
Inhaltsverzeichnis
Kommentar
Dr.-Ing. Eberhard Christ
Kundenrechte im Kundensinn entwickeln
Betrieb
Dipl.-Ing. Karl Bramhoff
Drei Monate lang Probe fahren ►
Mit ÑSchnupper-Abosì gewinnen die Bogestra Fahrgäste
Zusammenfassung
Den Markt zu bearbeiten und auszuschöpfen ist das Ziel eines jeden Unternehmens. Die richtige Strategie und die notwendigen erfolgreichen Maßnahmen sind Voraussetzung, dieses Ziel umzusetzen. Ein Beispiel hierfür ist die Stammkundengewinnung durch ein Abonnement auf Probe bei den Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen AG.
Summary
Three Month Trial Period for Passengers It is the goal of every enterprise to manipulate and exhaust the market. In order to achieve this goal, it is of course a pre-requisite to develop the right strategy and the necessary successful measures. One example of this is obtaining regular customers through a trial ticket offer at the Bochum-Gelsenkirchen Tramway Ltd.
Marketing
Dipl. Verw.wirt Horst Stammler / Dr. Wolfgang Wagner
Seniorentarif: Eine Antwort auf die demografische Entwicklung? ►
Erfahrungen mit der Karte ab 60 in den Verkehrsverbünden Rhein-Neckar und Karlsruhe
Zusammenfassung
Die demografische Entwicklung hat auch auf den öffentlichen Nahverkehr große Auswirkungen. Die wichtigsten Zielmärkte, Schüler- und Berufsverkehr, schrumpfen. Die einzige Bevölkerungsgruppe, die wächst, sind die Senioren. Die heutigen Senioren sind keine captive-riders mehr, sondern verfügen überwiegend über Pkw und Führerschein. Mit einem eigenen Tarifangebot für die Senioren (Karte ab 60) konnten die Verkehrsverbünde Rhein-Neckar (VRN) und Karlsruhe (KVV) in den letzten Jahren bei dieser Zielgruppe große Verkaufserfolge erzielen. Auch die Einnahmen konnten gesteigert werden.
Summary
Seniorís Ticket: A Reply to the Demographical Development? The general development of population causes enormous effects on public regional transportation. The most important target markets, pupils and commuters, are shrinking. So the only growing number of population can be observed at the seniors. These seniors of today arenít due to ride the regional public transport systems. Most of them got a driverís licence and their own car. The transport associations of Karlsruhe (KVV) and Rhein-Neckar (VRN) offer a special seniorís ticket (ticket about 60), which has brought a huge economical success, additionally to the growing receipts.
Dipl.-Vw. Rolf Hemmersbach
Qualität sichern mit Methode ►
Verkehrsverbund Rhein-Sieg entwickelt Handbuch zu Zielen, Kriterien und Standards
Zusammenfassung
Der Verkehrsverbund Rhein-Sieg stellt sich mit der Entwicklung eines Qualitätssicherungssystems den Herausforderungen des sich verstärkenden Wettbewerbs im ÖPNV. Unter Berücksichtigung der Kundenbedürfnisse wie auch der Rahmenbedingungen der Verkehrsunternehmen soll ein Ñschlankesì System aufgebaut werden, welches weitgehend ohne Dienstleistungen externer Dritter realisiert werden kann. Kernpunkte des VRS-QS-Systems sind Qualitätsstandards sowie ein Controlling- und Anreizsystem.
Summary
Quality Securing with Method The Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS) is facing the challenge of an increasing competition in the Local Public Transport with the development of a quality securing system
(QS-System). In consideration of customer needs and scope conditions of the transportation companies, a Ñslimì system without services of thirds should be build up. Central issues of the VRS-QS-System are quality standards as well as a controlling and incentive system.
Pro und Contra
Rheinhard Fritsch
Talente eines Außenseiters
Wolfgang Tschakert
Stellungnahme des Autors
Recht
Dr. Christian Theobald / Mag. rer. publ. Axel Kafka
ÖPNV-Finanzierung nach dem Urteil ►
EUGH-Beschluss stellt neue Anforderungen an Aufgabenträger und Verkehrsunternehmen
Zusammenfassung
Drei Jahre nach dem Vorlagebeschluss des Bundesverwaltungsgerichts (BVerwG) hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) sein Urteil in Sachen ÑAltmark Transì am 24. Juli 2003 verkündet. Viele im Vorfeld geäußerten Befürchtungen haben sich als unbegründet erwiesen. Allerdings sind die Auswirkungen des Urteils insbesondere hinsichtlich einer beihilfenresistenten Zuschussgewährung im Nahverkehrsbereich nicht zu unterschätzen. Insoweit ergibt sich ein erheblicher Handlungsbedarf für die Beteiligten; der Wettbewerbsdruck wird steigen. Auch wirft das Urteil zahlreiche neue Fragen auf, zumal eine Entscheidung des BVerwG zur Bestimmtheit der Abgrenzung von eigen- und gemeinwirtschaftlichen Verkehren noch aussteht. Rechtssicherheit wurde mit diesem Urteil daher nicht geschaffen. Die Verabschiedung einer, zurzeit leider nicht absehbaren, Novellierung der Marktzugangsverordnung 1191/69/EWG wäre sicherlich der bessere Weg.
Summary
Financing of Public Transport after the Judgement Three years after the order of the Federal Administrative Court (Bundesverwaltungsgericht) to refer the ÑAltmark Transì matter to the European Court of Justice, the latter pronounced its judgment on 24 July 2003. Many of the fears expressed in advance turned out to be unfounded. However, the consequences of the judgment should not be underestimated, in particular in respect of the compatibility requirements of subsidies in the field of local traffic with European state-aid law. Insofar, this results in a considerable need for action for the affected companies; the stress of competition will increase. The judgment also brings about a number of new questions, particularly as a decision of the Federal Administrative Court regarding the precision of the separation of commercially operated transport services and those being provided in the public interest is still awaited. Thus, this judgment did not bring legal certainty.
Thomas Hilpert
Kundenrechte im ÖV ►
Situationsanalyse und Perspektiven
Zusammenfassung
Die ÖV-Unternehmen sollen vom Grundsatz her dann haften, wenn sie das Problem selbst zu vertreten haben. Ausnahmen sowohl im Sinne einer Verantwortungsausweitung als auch im Sinne einer Haftungseinschränkung betreffen etwa die Fortsetzung der Fahrt mit einem anderen Verkehrsmittel oder Hotelkosten sowie Folgeschäden, Bagatellfälle und Haftungsobergrenzen. Die Verordnung über die Allgemeinen Beförderungsbedingungen für den Straßenbahn- und Obusverkehr sowie den Linienverkehr mit Kraftfahrzeugen (VO-ABB) hat sich als Grundlage für einen angemessenen Interessenausgleich bewährt; die Regelungen im Eisenbahnbereich sollten ihr angepasst werden. Eine Regelung im Bürgerlichen Gesetzbuch scheidet wegen der Besonderheiten des ÖV aus.
Summary
Customer Rights in Public Transit Basically, a public transit enterprise should accept responsibility for a problem when they are representing it themselves. Exceptions in terms of a broadening of responsibilities as well as restricting liability apply in the continuation of a ride with another vehicle or hotel costs as well as damages, bagatelle cases and upper limits of liability. The regulations regarding the general conditions of transport for tramway and trolley traffic as well as line operation with motor vehicles (VO-ABB) has proven itself as a basis for a reasonable compromise of interests between the customer and the transport enterprise. The regulations in the area of railways should follow the example of this system. A regulation in the Civil Law Book cannot take place due to the particularities of public transport.
Reiner Metz
Eigenwirtschaftlicher Nahverkehr im europäischen Binnenmarkt ►
Der Europäische Gerichtshof klärt Spannungsverhältnis
Zusammenfassung
Das Urteil des Europäischen Gerichtshofes (EuGH) vom 24. Juli 2003 in der Rechtssache Altmark Trans hat Auswirkungen auf die ÖPNV-Finanzierung in Deutschland. Der Beitrag setzt sich mit zwei Teilaspekten auseinander. Zum einen befasst er sich mit den Auswirkungen des Urteils auf Linienverkehrsgenehmigungen nach dem Personenbeförderungsgesetz. Zum anderen behandelt der Autor die Frage, ob der deutsche Gesetzgeber von der in der Verordnung (EWG) 1191/69 vorgesehenen Ausnahmebefugnis mit dem Grundsatz der Rechtssicherheit im Einklang stehenden Gebrauch gemacht hat.
Summary
Self-financed Public Transport in European Domestic Market The court ruling of the European Community (EuGH), dated the 24 of July, 2003 regarding Altmark Trans, has had an effect on the financing of public transport in Germany. The article deals with two partial aspects. Firstly, it looks at the effect of the judgement on the authorization of line operation according to public transport law. Secondly, the author discusses the question as to whether the German lawmaker made use of the regualation (EWG) 1191/69, power of exception for such cases, which corresponds to the principles of legal security.
Technik
Dipl.-Ing. Elisabeth Höllwarth / Dipl.-Ing. Dr. techn. Walter Casazza
RBL für die Region ►
Strategien zur Attraktivitätssteigerung des regionalen ÖPNV
Zusammenfassung
Die Einführung eines rechnergesteuerten Betriebsleitsystems trägt auch im Regionalverkehr zu einer Verbesserung der Qualität des Systems ÖPNV bei. Mit Hilfe der GSM/ GPRS Technologie gelingt es, eine kostenoptimale Funkausleuchtung und eine vollständige Leitstellenfunktionalität zu erhalten, wobei die Mitnutzungsmöglichkeit von städtischen Einrichtungen wie Leitstelle, DFI, VLSA-Beeinflussung gegeben ist. Aufgrund der verteilten Räume entsteht auf der Kostenseite naturgemäß ein Mehraufwand pro beförderten Fahrgast gegenüber dem Ballungsraum.
Summary
COCS in Regional Areas The implementation of a computerized operational control system (COCS) for regional transport contributes to improving the quality of services in public transport. With GSM/GPRS technology one achieves a receiver tuning range at optimal costs and a full functionality of the control center, because it is possible to use existing municipal infrastructure such as the control center and traffic light control systems. There are, of course, however additional costs to be expected for each passenger trip in the region, due to the minor settlement density in rural regions as compared to the urban agglomeration.
Verkehrsplanung
Dr. Hartmut Krietemeyer
Effekte der Kooperation von Verbund und Car-Sharing-Organisation ►
Ergebnisse einer repräsentativen Wiederholungsuntersuchung des Münchner Verkehrs- und Tarifverbundes
Zusammenfassung
Eine Wiederholungsbefragung bei Mitgliedern der Münchner Car-Sharing-Organisation Stattauto München zur Bewertung der Effekte der seit 1996 bestehenden und 1999 intensivierten Marketing-Kooperation zwischen Stattauto München und MVV ergab, dass sich die Marketing-Kooperation bewährt hat. Die Untersuchungs-Befunde verdeutlichen, dass Car-Sharing und MVV weiterhin erheblich voneinander profitieren und Car-Sharing in Verbindung mit dem MVV eine echte Mobilitätsalternative darstellt, die für noch viel mehr Münchner und MVV-Verbundraum-Bewohner ins Kalkül gezogen werden sollte.
Summary
Co-operation between Public Transport and Car-Sharing Organization A repeated survey of members of the Munich car-sharing organization, ÑStattauto Münchenì was taken in order to evaluate the effects of the marketing co-operation between ÑStattauto Münchenì and MVV. This co-operation has existed since 1996 and was intensified in 1999. The results of the survey showed that the marketing co-operation had proven itself to be satisfactory. The results make it clear that car-sharing and MVV continue to profit greatly from one another. Furthermore, car-sharing and the MVV together provide a real alternative form of mobility.
Dipl.-Ing. Jürgen Hoffmann
Busbeschleunigung aus Sicht des Planungsingenieurs ►
Systematische Umsetzung von Maßnahmepaketen im Zuge eines umfangreichen Beschleunigungsprogramms
Zusammenfassung
Die Umsetzung von Beschleunigungsmaßnahmen im Busbereich stellt aufgrund der weitgehenden Führung der Busse im Mischverkehr mit dem MIV deutlich größere Herausforderungen als im Straßenbahnbereich. Die Ursachen von Behinderungen sind vielfältig, sie liegen im Bereich signalisierter oder unsignalisierter Knotenpunkte, an Haltestellen und auf freier Strecke. Ein systematisches Beschleunigungsprogramm sollte linien- oder teilnetzbezogen alle Störursachen möglichst detailliert erfassen, um zielgerichtet und punktgenau Maßnahmen konzipieren und umsetzen zu können.
Summary
Acceleration Programs from the Point of View of an Engineer The realization of acceleration measures for urban bus lines results in more demanding challenges than known from streetcars, mostly due to the guidance of the busses in mixed lanes with the individual traffic. The causes of obstruction are various, as they can be at or around signalled or non-signalled junctions, at or close to bus stops, or just on the street. A systematic acceleration program should seize all obstruction causes as detailed as possible, referring to a single line or a whole sub network, in order to realize purposeful and accurate measures.
Dipl.-Ing. Joachim Künzel / Dipl.-Ing. Jens Flunkert
Einfluss der Fahrgastwechselzeit auf die Pünktlichkeit im SPNV ►
Studie der Regionalbahn Rhein-Rhur zeigt Optimierungsansätze auf
Zusammenfassung
Die DB Regionalbahn Rhein-Ruhr GmbH überprüft derzeit die betriebliche Realisierbarkeit des ITF2 unter Praxisbedingungen. Ziel dieser Bemühungen ist die Verbesserung der Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit gegenüber den Bahnkunden. Als ein möglicher Grund für die problematische Fahrplantreue wurden die Fahrgastwechselzeiten in den Spitzenstunden identifiziert. In einer empirischen Untersuchung sollte nachgewiesen werden, wie groß ihr tatsächlicher Einfluss auf den Fahrplan im Nahverkehr ist. Der Zusammenhang von Fahrgastwechselzeiten und realen Haltezeiten und somit die Beeinflussbarkeit der Pünktlichkeit durch eine Optimierung der Fahrgastwechselprozesse ist dabei gering. Im abschließenden Schritt konnten Maßnahmen zur Optimierung des Fahrgastwechsels entwickelt werden.
Summary
Passenger Exchange Times and there Influence on Punctuality in Regional Rail Service The regional division Rhein-Ruhr of German Rail (DB Regionalbahn Rhein-Ruhr GmbH) is currently evaluating the operational viability of the integral schedule. Primary objective is the increase of punctuality and reliability towards the customers. Passenger exchange (i.e. boarding and deboarding) times during morning and evening peak hours were identified as a possible reason for the low punctuality figures. An empirical analysis was implemented to evaluate the actual influence of exchange times on the regional train schedules. The context between passenger exchange and measured stopover times, and therefore the viability to reduce delays by optimization of the exchange processes on the other hand is minimal. In a final step, strategies for the optimization of passenger boarding and deboarding processes were developed.
Dipl.-Ing. Klaus Idelberger
Impuls für Athens Nahverkehr ►
Für die Olympischen Spiele 2004 wird die U-Bahn ausgebaut ñ eine neue Straßenbahnlinie geht in Betrieb
Zusammenfassung
Lange ehe am 13. August 2004 das olympische Feuer in Athen entflammt wird, schüttelt ein (vor-)olympisches Fieber das weite Stadtgebiet Athens: verteilt über die ganze 3-Mio- Megalopolis, erneuert oder errichtet man Sportstätten, Tram- und Stadtbahnlinien. Die U-Bahn-Linie 1 erhält neueste Gelenktriebzüge und neue oder grunderneuerte Stationsbauten (vor allem an den Stadien). Die U-Bahn-Linien 2 und 3 von 2000 werden nochmals verlängert, unter anderem zum neuen Internationalen Flughafen. Eine neue Niederflur-Straßenbahnlinie vom Bereich der Akropolis zur Küstensaumstraße beginnt den Betrieb noch vor den 28. Olympischen Sommerspielen 2004.
Summary
Impulses of Innovation for Athens Public Transport Even prior to the Olympic fire being raised on August 13th, 2004, a (pre-) Olympic fever is now shaking the community of Athens: disseminated all over the 3-Mio Megalopolis, sports facilities as well as tram- and metro-lines are updated or built newly The elevated or covered municipal railway line 1 is equipped entirely by novel articulated train sets and by new or renovated station buildings (especially close to the stadia). The metro lines 2 and 3 of 2000 are lengthened again, this time to the new International Airport and to other destinations. A new tramway from Acropolis region to the coastal embankment road will start operation well in advance of the 28th Olympic Summer Games 2004.
Verkehrspolitik
Dipl.-Ing. Ulrich Mehlmann / Dr. Karlheinz Beilner / Dipl.-Ing. Gernot Steinbrink / Dipl.-Ing. Hartmut Tanz
Schienenverkehrspolitik im Land Brandenburg ►
Von den Anfängen bis zum Bahnkonzept 2009
Zusammenfassung
Der Artikel beschreibt die langfristige Planungskonzeption des SPNV des Landes Brandenburg für 2009 als Bestandteil der Schienenverkehrspolitik des Bundeslandes. Dabei wird der Weg des Landes in der besonderen Situation nach dem Ende der deutschen Teilung verdeutlicht. Schon vor der Übernahme der Verantwortung für den SPNV im Jahr 1996 hatte das Land Brandenburg gemeinsam mit dem Land Berlin eine weitreichende Strategie für die Entwicklung eines attraktiven Regionalbahnsystems erarbeitet. Zum Abschluss des Artikels wird das Bahnkonzept 2009 als eine abgestimmte strategische Konzeption des Landes Brandenburg als Aufgabenträger für den SPNV vorgestellt.
Summary
Rail Traffic Policy in Brandenburg The article describes the long-term planning of rail-borne short-distance transport in the Land Brandenburg for the planning horizon 2009 as an integral part of the rail traffic policy of this Land, highlighting the course Brandenburg followed during the specific situation after the division of Germany was over. Even before assuming the responsibility for rail public transport in 1996, Brandenburg together with the Land Berlin had been devising a far-reaching strategy for the development of an attractive regional railway system. Finally, the article presents the 2009 Railway Plan as a harmonised strategy devised by the Land Brandenburg in its capacity as the authority responsible for rail public transport.
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