Alba Fachverlag, BestNr. nv200312
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Der Nahverkehr, Heft 12/2003
Inhaltsverzeichnis
Kommentar
Dipl.-Kfm. Günter Elste
Chance für verlässlichen Rechtsrahmen
Betrieb
Dipl.-Kfm. Dr. Steffen Wagner / Mag. rer. publ. Jörg Oliver Schulz
Vorbereitung auf den Wettbewerb ►
Die Privatisierung der Kieler Verkehrsgesellschaft mbH
Zusammenfassung
Die Landeshauptstadt Kiel hat zur Vorbereitung auf den Wettbewerb die Strukturen des ÖPNV neu organisiert und im Wege eines förmlichen Vergabeverfahrens einen strategischen Partner an dem städtischen Verkehrsunternehmen beteiligt. Der in diesem Zusammenhang abgeschlossene Verkehrsvertrag hat zu einer strukturellen Haushaltsentlastung bei gleichzeitiger Verbesserung der Qualität der Verkehrsleistungen geführt, so dass die Spannung zwischen den Interessen als Aufgabenträger an einem leistungsfähigen und kosteneffizienten ÖPNV einerseits und als Gesellschafter an der Wettbewerbsfähigkeit des eigenen Verkehrsunternehmens andererseits deutlich verringert werden konnte.
Summary
Preparation for Open Competition The capital of the state of Schleswig-Holstein, Kiel, has reorganized its local public transport services in preparation for open competition by joining up with a strategic partner for the municipal public transport company through a formal public tender process. The transport contract which was agreed upon has led to an easing of the strain on the local budget and at the same time an improvement in services so that the tension existing between the interests of the municipal authorities who on the one hand are responsible for ensuring a quality, cost-efficient local transport service and on the other hand, as owners of the company, ensuring its competitiveness in the market, could be reduced considerably.
Literatur
Dr. Klaus-Albrecht Sellmann
Der ÑBidingerì: Kommentar zum Personenbeförderungsrecht
Marketing
Dipl.-Ing. Christian Steger-Vonmetz / Mag. Hermann Brändle / Sigi Ramoser
Sieht gut aus ñ kommt gut an ►
Das Erscheinungsbild wird zum Erfolgsfaktor für Bus und Bahn
Zusammenfassung
Der Pflege des Erscheinungsbildes im ÖV wurde bisher viel zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Attraktive Fahrzeuge und Haltestellen erhöhen die soziale Akzeptanz, haben eine unschlagbare Werbewirksamkeit und sind gar nicht so teuer. Der Verkehrsverbund Vorarlberg verfolgt seit mehr als zehn Jahren ein konsequentes Konzept. Dass Fremdwerbung darin keinen Platz hat, ist selbstverständlich.
Summary
Looks good ñ goes down well So far too little attention has been put on the appearance of public transport. Attractive vehicles and bus stops increase the social acceptance of PT, their publicity value is unbeatable and they are not particularly expensive. For the last ten years the public transport authority of Vorarlberg in Austria has been pursuing a consistent policy. It goes without saying that the advertisement of other products is not part of that policy.
Dipl.-Kommunikationswiss. Christine Nettelbeck
Emotionale Kundenbindung ►
Kommunikation als Erfolgsfaktor im ÖPNV
Zusammenfassung
Manchen Verkehrsdienstleistern gelingt es, eine Beziehung zum Kunden aufzubauen, anderen hingegen gelingt dies nicht. Der Unterschied liegt häufig in der Kommunikation beziehungsweise der alleinigen Konzentration auf austauschbare Hardfacts statt auf reale Softfacts. Die realen Softfacts gilt es zu entwickeln und authentisch umzusetzen. Dafür ist es notwendig diese ganzheitlich in sämtliche Unternehmensprozesse zu integrieren. Gelingt es, die Softfacts in der Art und Weise zu praktizieren, dass die Kundenerwartungen erfüllt werden, sind die Softfacts real und schaffen einen emotionalen Mehrwert zur Kundenbindung.
Summary
Emotional Customer Attachment Some transit companies succeed in establishing a relationship to their customers; others are less successful. The key to this difference is communication. Too much attention is paid to exchangeable hard facts rather than to real soft facts. It is important to develop the real soft facts and to implement them authentically. In order to do so, they need to be integrated entirely in all company processes. If it should prove successful to practice the soft facts in such a way that customer expectations are fulfilled, then the soft facts become real and create an emotional customer attachment.
Personalwirtschaft
Dipl.-Soz. Reiner Horak
Interne Kommunikationsoffensive bei der Hamburger Hochbahn ►
Die Mitarbeiter für die Unternehmensstrategie Ñins Boot holenî
Zusammenfassung
Eine Grundvoraussetzung für den Erfolg der Unternehmensstrategie zur Behauptung am Wettbewerbsmarkt ist das Commitment von Führungskräften und Mitarbeitern, sie müssen verstehen, akzeptieren und entsprechend handeln, damit eine erfolgreiche Umsetzung der Strategie in die Praxis gelingen kann. Der Bericht zeigt, wie es bei der Hamburger Hochbahn durch den Einsatz von Lern-Landkarten gelungen ist, einen entscheidenden Schritt zur Aktivierung der Mitarbeiter zu tun.
Summary
Hamburgís Hochbahn starts intern Communication-offensive One main requirement for the success of business strategy is to remain a powerful player amongst other competitors with the commitment of management and employees, which means: they must understand, accept and take the corresponding actions in order to make realisation of the strategy in practice possible. The report shows how Hamburgís Hochbahn has involved their employees by using so called Lern-Landkarten in order to take the fundamental step to activate the staff and thus creating a spirit of getting ready to go.
Recht
Dr. Klaus Schaffner / Karsten Edgar Köhler
Vergabeverfahren: Ja oder Nein? ►
Das Urteil des OLG Brandenburg und seine möglichen Folgen
Zusammenfassung
Das OLG Brandenburg hat festgestellt, dass die Sicherstellung des schienengebundenen Personennahverkehrs kein zwingend vergabepflichtiger Vorgang sei. Vielmehr können die Aufgabenträger zwischen der Anwendung des Vergaberechts und dem Abschluss eines öffentlich-rechtlichen Vertrages wählen. Die Entscheidung fördert den Wettbewerb nicht. Angesichts gegenteiliger Tendenzen in Rechtsprechung und Gesetzgebung wird abzuwarten sein, ob die Rechtsansicht des OLG Brandenburg Bestand haben wird.
Summary
Higher Regional Court Brandenburg ñ Unrestricted Traffic for Passenger Rail Transportation? The Higher Regional Court Brandenburg decided that the safeguarding of passenger rail transportation needs not in every case be subject to a procedure of tendering. Rather, the responsible authorities can chose between the application of the tendering laws and a contract under public law. This decision does not strengthen the competition. Considering opposite views in jurisdiction and legislation it remains to be seen whether the legal view of the Higher Regional Court Brandenburg will be lasting.
Technik
Michael Staudinger
Perspektive für Elektrobusse: Batterien berührungslos laden ►
Induktive Energieübertragung verschafft batteriebetriebenen Bussen neue Einsatzmöglichkeiten
Zusammenfassung
Mit IPT (Inductive Power Transfer) war die Wampfler AG bereits Ende der 90er-Jahre Vorreiter auf dem Gebiet der berührungslosen Energieübertragungssysteme ohne galvanische Kontakte. IPT ist ein induktives Energieübertragungssystem, das auf dem bekannten Prinzip des Transformators aufbaut. Allerdings mit einem wesentlichen Unterschied: Beim Transformator handelt es sich um eine feste Kopplung zwischen Primär- und Sekundärseite mit sehr geringen Luftspalten. Mit IPT bietet das Unternehmen die induktive Energieübertragung auch für die Ladung von E-Bussen an.
Summary
Perspectives for Electro-Buses: Hand-Free Battery Charging The company Wampfler Inc. is a supplier of energy for mobile users. With inductive power transfer (IPT) the company was already the leader in the branch of hand-free power transfer systems without galvanic contacts by the end of the 1990ís. IPT is an inductive power transfer system which is based on the well-known principle of the transformer, albeit with one essential difference. With transformers there is a fixed coupling between the primary and the secondary sides with very small air gaps. With IPT the company offers inductive power transfer for the charging of e-buses as well.
Verkehrsplanung
Prof. Dr. Hartmut H. Topp
Baukultur im Verkehr oder Hauptsache, es fließt ►
Einige Fundstücke gelungenen Bauens ñ vorzugsweise aus dem Bereich des ÖPNV
Zusammenfassung
Verkehrsarchitektur und Design sind das ÑSalzì in Städtebau und Stadtlandschaft; sie konstituieren und veredeln öffentlichen Raum; sie gehören zur Grundlage städtischen Lebens und der Identifikation der Bewohner mit ihrer Stadt. Davon sind die meisten Verkehrsanlagen allerdings weit entfernt. Baukultur im Verkehr ist die Einheit von Gestalt und Funktion; hinzu kommen Umweltverträglichkeit, Flexibilität versus Dauerhaftigkeit, Barrierefreiheit, Ressourcenschonung, Achtung von Ñgenius lociì und Geschichte, Lebensqualität und Innovation: Baukultur im Verkehr ist Nachhaltigkeit. Beispiele machen dies deutlich.
Summary
Building Culture in Traffic or Most Important that it Flows Traffic architecture and design are the essential ingredients of urban design and urban landscape; they constitute and refine public spaces; they are part of the basis of urban life and of the citizensí identification with their city. Unfortunately, most traffic facilities are far away from this ideal. Building culture in traffic is the unity of form and function; in addition, it contains environmental compatibility, flexibility versus durability, barrier-free access, preservation of natural resources, respect to ìgenius lociî and history, quality of life, and innovation: building culture in traffic is sustainability. That is shown by examples.
Dipl.-Ing. Burkhard Kötter / Bernward Lampe / Dr.-Ing. Christian Mehlert / Dipl.-Ing. Stefan Bohl
Optimierung des Schülerverkehrs ►
Planung und Umsetzung einer Schulzeitstaffelung im Kreis Steinfurt
Zusammenfassung
Verkehrsspitzen sind Kostenspitzen. Durch eine Schulzeitstaffelung kann eine Entzerrung der Verkehrsspitzen in der Schülerbeförderung erzielt werden. Hierdurch erschließt sich ein hohes Einsparungspotenzial von Fahrzeugvorhaltekosten. Dem Regionalverkehr Münsterland, Betriebsleitung Kreis Steinfurt, ist es mit Unterstützung von BPI-Consult gelungen, durch eine ÖPNV-Optimierung mittels Schulzeitstaffelung den morgendlichen Fahrzeugeinsatz um zwölf Busse zu reduzieren.
Summary
Improvement in School Bus Traffic Traffic peaks are peaks in costs. Through a system of staggering school times, a reduction in rush hour can be achieved, which would facilitate the transport of pupils. Through this there would be a high potential to save in vehicle maintenance costs. The regional traffic of Münsterland with its traffic manager in the Steinfurt district, succeeded in reducing the number of vehicles needed in the mornings by twelve buses through an improvement in public transit, using the staggering school times system.
Dipl.-Ing. Hartmut Reupke
Verkehrsmanagement in Berlin ►
Ein Kooperationsmodell privater und öffentlicher Betreiber
Zusammenfassung
Das Stichwort Verkehrsmanagement ist in aller Mund. Nach jahrelangen Vorbereitungen ist in Berlin jetzt die Verkehrsmanagementzentrale (VMZ) in Betrieb gegangen. Die VMZ Berlin Betreibergesellschaft betreibt eine Zentrale zur Verkehrsinformation, die im Rahmen eines PPP-Modells entstanden ist. Die VMZ Berlin bietet kostenlose Dienste im Internet für alle Verkehrsnutzer an. Künftig ist es über die Zusammenarbeit mit der Zentralen Leitstelle der BVG auch möglich, aktuelle Informationen des ÖV in Berlin zu erhalten.
Summary
Traffic Management in Berlin Everybodyís talking about traffic management. After years of preparation the traffic management centre (VMZ) in Berlin is now in operation. The VMZ Berlin transit authority operates a centre for traffic information, which came to be through the framework of a PPP-model. The VMZ Berlin offers services free of charge in the internet for all users of traffic. In the future, it will also be possible to obtain up to date information regarding public transport in Berlin through co-operation with the central headquarters.
Dr.-Ing. Dr. techn. Geza Köröndi
Stadtschnellbahnplanung in Mumbai ►
Deutsch-indisches Projekt zur Verbesserung der Verkehrssituation in der 15-Mio-Einwohner-Megalopolis
Zusammenfassung
Zur Verbesserung der Verkehrsverhältnisse in Mumbai (Bombay) wurde im Zuge einer indisch-deutschen technischen Kooperation die Machbarkeit eines Massenverkehrssystems mit hoher Leistungsfähigkeit geprüft. Darüber hinaus wurden detaillierte Untersuchungen der technischen Machbarkeit für eine Innenstadt- und eine Vorstadt-Linie durchgeführt und ihre technische, ökonomische und finazielle Machbarkeit nachgewiesen.
Summary
Planning for a Rapid Transit System in Mumbai To improve the traffic conditions in Mumbai (Bombay) the feasibility of a railbounded mass transit system with high capacity has been verified in line of an indo-german technical cooperation. In addition detailed investigations of the technical feasibility of a city-line as well as of a suburb line have been made and their technical, economical and financial feasibility have been demonstrated.
Dr.-Ing. Dietmar Bosserhoff
Maßnahmen für attraktiveren SPNV ñ Umsetzung und Wirkungen ►
Untersuchung von 20 Strecken mit regionalem Schienenverkehr und Empfehlungen für die Maßnahmenumsetzung
Zusammenfassung
Am Beispiel von 20 Strecken mit regionalem SPNV wurde die Nachfragewirkung attraktivitätserhöhender Maßnahmen detailliert untersucht. Es zeigte sich, dass zwar ein mathematischer Zusammenhang zwischen den realisierten Maßnahmen und der resultierenden Nachfrageänderung nicht ableitbar ist, aber die Nutzung der konzipierten SPNV-Angebote durch die Fahrgäste deutlich mit dem Umfang der quantitativen und qualitativen Umsetzung attraktivierender Maßnahmen zunimmt. Die Untersuchung liefert wichtige Anhaltspunkte für Empfehlungen an die Entscheidungsträger.
Summary
Measures for More Attractive Regional Rail Traffic ñ Implementation and Effect The effect on the demand for measures which would increase attractiveness of regional rail traffic was examined in detail, based on the examples of 20 routes. It was shown that while there was no mathematical correlation between the implemented measures and the resulting changes in demand, the use of the regional rail traffic offers by the passengers increased significantly with the range of measures used to make the regional rail more attractive in their quantitative and qualitative implementation. The study gives important information for recommendations to the authorities in charge of making decisions.
Verkehrspolitik
Dipl.-Kfm. Günter Fredrich
Wettbewerb im ÖPNV: Ende der babylonischen Gefangenschaft? ►
Unternehmerische Freiheit der Verkehrsunternehmen stärken
Zusammenfassung
Die Redensart von der ÑBabylonischen Gefangenschaft des ÖPNVì kam in den 60/70er-Jahren auf, als der steuerliche Querverbund mit der Energieversorgung sich als naheliegender Lösungsweg zur ÖPNV-Finanzierung erwies. Je nach Tiefe der organisatorischen Eingliederung in den Stadtwerkebereich wurde die Unternehmenspolitik damit zunehmend durch andere Interessen beeinflusst. Die weitere Entwicklung zeigt allerdings, dass das eigentliche Spannungsfeld im Verhältnis der verkehrspolitischen Ebene zum ausführenden Unternehmen liegt. Der Autor plädiert für funktionale Ausschreibungen, die es den Verkehrsunternehmen ermöglichen, Optimierungen von Kosten und Leistungen selbst zu untersuchen und vorzuschlagen.
Summary
Competition in Public Transit: End of ìBabylonian Captivityî? The saying ìBabylonian captivity of public transitî came into being in the 60ís and 70ís, when the tax cross-link with power supply proved to be the best solution to the financing of public transit. Depending on the depth of the organisational integration into the area of public utilities, the company policy was increasingly influenced by other interests. The further development shows, however, that the actual area of conflict is not between the divisions of a public utilities company, rather much more in the relations between the level of traffic politics and the enforcement agencies. The author appeals for a functional invitation to tender which would enable the transport enterprises to examine cost and performance improvement themselves and to make suggestions.
Wirtschaft
Dipl.-Kfm. Klaus Seifert
Besseres Controlling für kleine und mittlere Verkehrsunternehmen ►
Umsatzberichtswesen und Linienerfolgsrechnung sind auch mit nur geringem Aufwand möglich
Zusammenfassung
Professionelle Umsatzanalysen sowie Linien- und Netzergebnisrechnungen waren bisher Großunternehmen der Nahverkehrsbranche vorbehalten wegen der hohen Kosten, die mit der Einrichtung und Pflege derartiger Berichts-, Analyse- und Planungssysteme verbunden sind. Mit der Entwicklung von OLAP-Datenbanken wurde die Kosten- und Komplexitätsschwelle stark herabgesetzt. Abgeleitet aus praktischer Erfahrung zeigt der Artikel im Detail, wie ein derartiges System entwickelt werden kann.
Summary
Better Controlling for Small and Middle-sized Public Transit Companies Professional analyses of ticket revenues and network results in public transit has traditionally been limited to big-size organisations due to tremendous costs involved in establishing and maintaining adequate reporting, analyses and planning systems. The advent of OLAP-databases has reduced the cost and complexity of implementing the required tools. Derived from practical experience the article shows in detail how such a system can be designed and which IT-tools are to use.
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