Alba Fachverlag, BestNr. nv200406
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Der Nahverkehr, Heft 6/2004
Inhaltsverzeichnis
Kommentar
Dr. rer. pol. Jens Jahnke
Eisenbahnen wünschen offene Märkte
Betrieb
Dipl.-Pol. Katja Striefler
Sicher mobil mit Bus und Bahn ►
Fahrgastorientiertes Sicherheitskonzept in der Region Hannover
Zusammenfassung
Die Region Hannover hat 1999 ein Konzept Sicher mit Bus & Bahn entwickelt und setzt dies seitdem mit den Verkehrsunternehmen um. Wohlbefinden erhöhen, Grenzverletzungen ächten, Handeln ermöglichen sind die Leitlinien. Vorhandenes wie Technik und Sicherheitspersonal wird in einen größeren Zusammenhang gestellt, für die neuen Handlungsfelder Ausbildung und Ermutigung werden Instrumente entwickelt und erprobt.
Summary
Travelling Safety by Bus and Train In 1999 Hannover Region developed the idea of Travelling Safely by Bus and Train. Since then their framework concept has been implemented in cooperation with the regional transportation companies. The principles are enhancing the sense of well-being, responding to violations of personal space and extending possibilities for action. Existing hardware and security staff are both redefined and then brought together in a new context.
Dipl.-Ing. Thomas Flügge / Dipl.-Ing. Jürgen Lange
Die Straßenbahn erobert Eskisehir ►
Aufbau und Inbetriebnahme eines neuen Meterspursystems
Zusammenfassung
In der türkischen Stadt Eskisehir bereitet ein Konsortium unter Führung von Bombardier Transportation die betriebsbereite Übergabe eines Straßenbahnsystems an den örtlichen Betreiber Estram vor. Das Projekt ist typisch hinsichtlich seiner Organisation: ein örtliches Bauunternehmen ist für die Infrastruktur zuständig, ein internationaler Fahrzeughersteller liefert die Ñsensibleì Technik und ein internationales Beratungsunternehmen bereitet den Betrieb vor und schult das Personal. Das Projekt ist außergewöhnlich wegen der verwendeten Spurweite der Straßenbahn (Meterspur für ein völlig neues System).
Summary
Tramway conquers Eskisehir In the Turkish city of Eskisehir a consortium under leadership of Bombardier Transportation is preparing to hand over a turn-key tram system to Estram, the local operator. This project is typical for its organisation ñ a local construction company being responsible for the infrastructure, an international tram producer for the supply of Ñsensibleì technology, an international consultant for the training and preparation of operation. This project is a kind of unique due to the gauge (itís a new 1000 mm system). The short report provides an overview of the system and of todayís status.
Klaus Dieregsweiler
Vandalismus im Bus vermeiden ►
Wirksame Ansätze für kleine und mittlere Verkehrsbetriebe zur Steigerung der Kundenzufriedenheit
Zusammenfassung
Vandalismus und seine Auswirkungen auf die Kundenzufriedenheit ist eines der großen Probleme, mit dem sich Verkehrsbetriebe in unserer Zeit konfrontiert sehen. Die meisten Lösungsansätze beschränkten sich bis jetzt auf isolierte Anstrengungen zur Beseitigung dieses gesellschaftlichen Phänomens. Deshalb entwickelte die infra fürth verkehr eine neue Problemlösungsstrategie, die darauf abzielt, den Respekt von Kindern und Jugendlichen gewinnen zu können.
Summary
Avoiding of Vandalism in Buses Vandalism and itís side effect on customersí contentedness is one of the major problems in todayís public transport companies. So far many isolated solution efforts have been made to help getting rid of this society phenomenon. Thatís the reason why infra fürth verkehr gmbh developed a new strategy to solve the problem, which is build on gaining the respect of children and teenagers. Being part of a higher goal, reducing costs and effects of vandalism is the first step to achieve a much better level of quality and safety standards.
Marketing
Dipl.-Ing. Tim Dahlmann-Resing / Dipl.-Ing. Susanne Gebauer / Dipl.-Kfm. Hermann Klodner
Messung der Dienstleistungsqualität ►
VAG Nürnberg koppelt die Ermittlung der Kundenzufriedenheit un der Leistungsqualität
Zusammenfassung
Qualitätserfassung und vertragliches Qualitätscontrolling dürfen kein Selbstzweck sein. Wie die Erkenntnisse zum Nutzen der Fahrgäste verwendet werden können, zeigt das Beispiel der VAG Verkehrs-Aktiengesellschaft Nürnberg: Durch die Kopplung von Kundenzufriedenheitsuntersuchung mit dem durch die PB-Consult GmbH verbesserten Verfahren zur Qualitätsbewertung wird erkennbar, an welcher Stelle die vorhandenen knappen Ressourcen effizient eingesetzt werden können.
Summary
Evaluation of Service Quality Quality recording and contractual controlling systems should not be a goal in themselves. The example of the VAG Verkehrs-Aktiengesellschaft Nürnberg (Transit Incorporated in Nuremberg) shows how survey findings can be generated and used to the benefit of the passengers: Combining customer satisfaction surveys and the PB-Consult GmbH optimized quality evaluation procedure it becomes apparent, where given limited resources can be operated efficiently.
Dipl.-Verk.wirtsch. Holger-Hartmut Waldhausen / Dipl.-Ing. Mirko Rüde / Dipl.-Vw. Gerhard Probst
Was ist der Kunde im ÖPNV wert? ►
Grundlage der Wertorietierung im Kundenbindungsmanagement
Zusammenfassung
Wie viele andere Branchen auch, entdeckt der ÖPNV die Erlöschancen durch eine bessere Pflege und Bindung von bestehenden Fahrgastbeziehungen. Ein zentrales Konzept dabei ist der so genannte Kundenwert. Dieser bildet die Erlösströme während einer Kundenbeziehung ab und verdeutlicht eindrucksvoll den Wert eines einzelnen Fahrgastes. Die Dresdner Verkehrsbetriebe AG untersuchten im Rahmen ihres Kundenbindungsmanagements erstmals den Kundenwert ihrer Abokunden. Dabei wurde deutlich, dass selbst bei Stammkunden sowohl im Bereich des Cross-Sellings als auch bei der Dauer der Kundenbeziehung noch wesentliche Potenziale zu erschließen sind. Mit dem Kundenwert lässt sich die Bedeutung des Fahrgastes hervorragend visualisieren.
Summary
Customer Value in Public Transport As in many other industries, public transport has discovered the revenue potential of customer loyalty and existing passengers. The concept of customer value reflects the value of a passenger during the whole lifecycle. The Dresdner Verkehrsbetriebe AG analyzed the customer value of monthly pass holders while introducing a loyalty management. This research has shown that even this group of passengers still offer interesting opportunities in terms of cross-selling as well as the duration of a passenger relation. Resigning from a pass program decreases heavily the money spend for busses and trains. The concept of customer value helps both front-line-employees and controllers to better understand the impact of loyalty in public transport.
Recht
Dipl.-Verw.wirt Roland Batzill
Folgen des EuGH-Urteils für nicht eigenwirtschaftliche Unternehmen ►
Wenn die vier vom Gericht bestimmten Voraussetzungen nicht erfüllt werden
Zusammenfassung
Es wird dargestellt, dass sich im Regelfalle für die Verkehre nach dem Personenbeförderungsgesetz, welche nicht eigenwirtschaftlich sind, weil sie die vier Kriterien des EuGH-Urteils vom 24. Juli 2003 nicht erfüllen, für die Vergangenheit keine negativen Folgen ergeben. Nach dem Urteil des EuGH findet auf diese Verkehre die EG-VO 1191/69 Anwendung. Die Voraussetzungen dieser VO sind erfüllt, wenn die Zuschüsse vereinbart worden sind. Auch wenn die VO 1191/69 nicht anzuwenden wäre, ergäben sich bei Zuschüssen, die bereits vor 1995 gewährt worden sind, keine negativen Folgen. Bei Stadt- und Vorortsverkehrsdiensten ist zudem der Beihilfetatbestand des Art. 87 Abs. 1 EG-Vertrag nicht gegeben, da der zwischenstaatliche Handel nicht beeinträchtigt wird. Für die Zukunft kann durch Absenkung der Zuschüsse die Eigenwirtschaftlichkeit wieder hergestellt werden.
Summary
Consequences of the European Judgementfor Non-Self-Financed Enterprises It is presented that, according to the law of passenger traffic for transit which is not self-financed because it does not fulfill the four criteria of the judgement of the European Court of Justice of July 24, 2003, as a rule, there are no negative consequences for the past. According to the judgement of the European Court of Justice, the EEC-VO 1191/69 is applicable to this transit. The requirements of this VO are fulfilled when the subsidies are agreed upon. Even if the VO 1191/69 were not applicable, subsidies which were provided before 1995 would carry no negative consequences. In addition, in city and suburb transit the financial assistance of article 87, paragraph 1 of the EEC Contract is not given, since international trade is not impaired. In the future, the ability to finance itself can be re-established by reducing subsidies.
Technik
Dr.-Ing. Mathias Eickhoff / Dr.-Ing. Andreas Faber / Dipl.-Ing. Hubertus Gawinski / Peter Hahn
Erhöhung des Fahrkomforts von 100-Prozent-Niederflurbussen ►
Was sich durch Änderungen am Fahrwerk verbessern lässt
Zusammenfassung
Der Vollniederflurbus bietet Fahrgästen einen komfortablen Innenraum, konzeptbedingt ist der Fahrkomfort jedoch in der Regel nicht überragend. Fahrwerksseitige Maßnahmen können zu einer deutlichen Komfortsteigerung beitragen. Im Beitrag werden Hintergründe und spezifische Vorteile aus vier Bereichen dargestellt: Ersatz der starren Vorderachse durch eine Einzelradaufhängung, Senkung der ungefederten Massen der Portal-Antriebsachse in Verbindung mit Single-Reifen und der Einsatz optimierter Luftfedern sowie geregelter Dämpfer. Ein bei der ZF Passau aufgebauter Versuchsträger zeigt, dass diese Maßnahmen wirkungsvoll sind.
Summary
Increasing Ride Comfortof Low-Floor-Buses Full low-floor buses offer convenient passenger compartments, but typically have a relatively poor ride comfort due to the low floor concept. Modifications of the chassis lead to a significant better ride. The paper focuses on the background and benefits of four different aspects: replacement of the front beam axle by an independent front suspension, decreasing the unsprung mass of the portal drive axle, wide single tires and the application of optimised air springs plus controlled shock absorbers. The effectiveness of all means was successfully demonstrated by a prototype installation in a low floor bus at ZF Passau.
Dipl.-Vw. Wolfgang Tschakert
Proben für Olympia: Athener Trolleybusse in Salzburg ►
Abschließende Erprobung und technische Abnahme der Oberleitungsbusse von Neoplan
Zusammenfassung
Gegen den Sommersmog in Athen setzt der griechische Verkehrsbetrieb ILPAP Trolleybusse mit deutscher Technik ein. Die ersten Fahrzeuge für den olympischen Sommer haben die Feuertaufe mit abschließenden Tests in Salzgitter bestanden. Die leistungsfähigen Neoplan-Busse sind voll klimatisiert und laufen im Stadtbetrieb nahezu emissionsfrei. Ihre Betreiber rechnen mit einer durchschnittlichen Lebensdauer von 20 Jahren.
Summary
Training for Olympia:Trolley Buses for Athen in Salzburg Against the summer smog in Athens the big public traffic operator ILPAP counts on trolley buses with German technology. First vehicles for the olympic summer successfully absolved the last tests in Salzburg. The new Neoplan-Buses are fully air conditioned and run nearly free of emissions in town. The operator calculates with a life cycle of 20 years on average.
Verkehrsplanung
Dipl.-Ing. Jürgen Brunsing / Dipl.-Geogr. Mareike Bischof / Dipl.-Geogr. Roland Schmidt
Taxibusse auf Linie ñ ein Angebot kommt an ►
Differenzierte Bedienungsformen im Kreis Euskirchen
Zusammenfassung
Die Kreisverkehrsgesellschaft Euskirchen mbH (KVE) führte 2002 in Verbindung mit dem Regionalverkehr Köln GmbH ein umfassendes Taxibus-Liniennetz ein. Dieser Anrufverkehr ergänzt den regulären Linienverkehr auf 21 von 42 Linien zu einem Stundentakt. Das Fahrplanangebot im Kreis Euskirchen konnte somit deutlich verbessert werden, ohne dass sich die Betriebskosten entsprechend erhöhten. Stetig steigende Fahrgastzahlen zeigen von der Akzeptanz des Konzepts bei den Bewohnern und belegen die Marktchancen eines hochwertigen ÖV im ländlichen Raum.
Summary
Dial-a-Bus Completes the Timetablesof Regular Buses ñ an Offer that Goes down well In 2002 Kreisverkehrsgesellschaft Euskirchen mbH (KVE) and Regionalverkehr Köln GmbH (RVK) (transit companies in the region of cologne and in the district of Euskirchen) started an extensive Taxibus-system in the district of Euskirchen. This dial-a-bus completes the timetables of regular buses on 21 out of 42 lines to an hourly departure. As a result the offered timetables are clearly improved without a presumed raise of costs. Continual rising passenger rates show the acceptance of this concept by the inhabitants and prove the marketability of high-quality public transport in rural areas.
Dipl.-Soz. Robert Follmer / Dr.-Ing. Uwe Kunert / Dipl.-Geogr. Jürgen Engert
Wie mobil sind die Deutschen? ►
Ergebnisse und Nutzungsmöglichkeiten der Studie Mobilität in Deutschland 2002 für den ÖPNV und am Beispiel des VBN
Zusammenfassung
Der Beitrag stellt die zentralen Ergebnisse der Studie Mobilität in Deutschland 2002 vor, die sich mit dem Alltagsverkehr in Deutschland beschäftigt. Der Schwerpunkt liegt dabei auf den Ergebnissen zum öffentlichen Nahverkehr. Dargestellt werden Befunde zur üblichen Verkehrsmittelnutzung sowie hochgerechnete Ergebnisse zu Verkehrsaufkommen und Verkehrsleistung. Ergänzend liefert er Hinweise zur Vergleichbarkeit mit Vorgängerstudien und stellt die Nutzbarkeit der Ergebnisse in einer Region, dem Gebiet des Verkehrsverbundes Bremen/Niedersachsen, beispielhaft dar.
Summary
Mobility in Germany
The article presents the main results of the survey Mobility in Germany 2002, which is the National Travel Survey covering many areas of travel demand and underlying determinants. It focuses on the results for the public transport market, describing the common use of transport modes as well as expanded results concerning volume of transport and transport performance. Additionally, the article provides information on the comparability with results of previous surveys and illustrates the usefulness of the survey approach and results for an exemplary region.
Verkehrspolitik
Prof. a. D. Dr. Peter Cerwenka
Mobilität kontra Verkehr? ►
Aufklärung einer Dialektik zu ihrem zehnjährigen Bestehen
Zusammenfassung
Vor zehn Jahren setzte in der verkehrsplanerischen Fachliteratur eine wertende Polarisierung von Mobilität und Verkehr ein: Mobilität ist gut, Verkehr ist böse. Es wird gezeigt, dass diese Polarisierung der traditionellen Freund-Feind-Lagermentalität in der Politik entspricht. Diese Aufklärung einer Dialektik erscheint notwendig, da weder im wissenschaftlichen Arbeiten noch in der verkehrsplanerischen Praxis von einer derartigen Polarisierung eine Hilfelstellung erwartet werden kann. Stattdessen wird an ein Gegenkonzept erinnert, das auf klar definierten Quantitäten aufbaut.
Summary
Mobility versus Traffic Ten years ago in specialized literature regarding traffic planning, a polarizing judgement began: Mobility is good; traffic is bad. It is shown that this polarization corresponds to the traditional friend-enemy mentality in politics. Giving clarity to this dialectic seems necessary because neither in scientific works nor in the practice of traffic planning can a position of support be expected as long as such polarization exists. Instead, one is reminded of the anti-concept that was published in this magazine five years ago and which is developed on clearly defined quantities.
Wirtschaft
Dirk Jahnke
Die Planung belastbar machen ►
Zu optimistische Prognosen vermeiden
Zusammenfassung
Die Plan-GuV leidet unter explodierenden Projektkosten, geplante Synergien vollzogener Akquisitionen stellen sich nicht ein oder die Kunden wollen auf das neue Produkt einfach nicht Ñabfahrenì. Dies oder Ähnliches ist der Fachpresse leider allzu oft zu entnehmen. Ursache sind meist absehbare Risiken, oft in Gestalt (kommunal-) politischer Entwicklungen, aber auch in Gestalt hausgemachter Probleme. Zusammen mit überzogen optimistischen Erwartungen der Eigentümer an das Ergebnis wird die Plan-GuV damit schnell zur Makulatur. Zugegeben: Unternehmerisches Handeln ist ohne den Mut zum Risiko nicht denkbar. Möglichkeiten, Risiken überschaubar zu machen und rechtzeitig gegenzusteuern aber sehr wohl.
Summary
Making Planning Less of a Burden The plan GuV is suffering exploding project expenses. Planned synergies of completed acquisitions are not working or customers simply do not want to ìgoî with the new product. This, among similar problems, is unfortunately read all too often in specialized magazines on the topic. The cause is usually predictable risks, often in the form of (communal) political developments but also in the form of home-made problems. This, together with exaggeratedly optimistic expectations on the part of the owners in terms of results, will quickly turn the plan GuV to rubbish. Admittedly, enterprising behaviour is unthinkable without the necessary courage to take risks. However, the possibility of making risks clearer and taking countermeasures in time certainly is.
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