Alba Fachverlag, BestNr. nv200604
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Der Nahverkehr, Heft 4/2006
Inhaltsverzeichnis
Kommentar
Reiner Metz
Europäische Einheitsleisten?
Marketing
Dr. Wilhelm Schmidt-Freitag / Dipl.-Ing. Klaus Vollmer
Schöne Fahrt in ganz NRW mit nur einem Fahrschein ►
Nordrhein-Westfalen schließt mit dem NRW-Tarif
die letzte Lücke der Verbundtarifierung.
Zusammenfassung
Mit dem NRW-Tarif hat das Bundesland Nordrhein-Westfalen eine Führungsposition in der ÖPNV-Tarifgestaltung erreicht: Ein Tarif für ganz NRW bei allen verbundraumübergreifenden Fahrten. Der Artikel beschreibt, welche Analysen und Kalkulationen der Einführung des NRW-Tarifs vorangegangen sind und wie die stufenweise Realisierung vonstatten geht.
Summary
Nice travel with only one ticket in the whole of North Rhine-Westphalia With the NRW tariff the federal state North Rhine-Westphalia has reached a leading position within the tariff-composition of the public transport: one tariff for the whole of North Rhine-Westphalia in the course of all network region overall trips. The article describes which analyses and calculations predeceded the initiation of the NRW tariff and how the successive realisation will take place.
Dipl.-Ing. Chajim Meinhold / Dipl.-Verkehrswirtsch. Lutz Klinger
Kritische Größen der Fahrgastinformation ►
Empirische Untersuchung des Informationsverhaltens von Fahrgästen
Zusammenfassung
Diese Untersuchung stellt verschiedene Kundentypen hinsichtlich ihres Informationsverhaltens vor und während einer Fahrt dar. Um das Nutzungsverhalten der Fahrgäste hinsichtlich der Information differenzieren zu können, wurden die Einflüsse verschiedener Faktoren untersucht. Dabei wurde auch die streckenbezogene Nutzungshäufigkeit betrachtet. Als Erhebungsmethode wurde eine Befragung von Fahrgästen der Dresdner Straßenbahn gewählt. Die Ergebnisse der Analyse offenbaren, dass die stärksten Zusammenhänge zwischen dem Informationsverhalten und der streckenbezogenen Nutzungshäufigkeit bestehen. Wie in verschiedenen anderen Untersuchungen wird die große Bedeutung der Haltestelleninformation vor allem für Erstnutzer, aber auch für Stammkunden auf Strecken, die sie nicht gewohnt sind, bestätigt. Auswärtige benötigen in der Regel eine geringe aber gut aufbereitete Auswahl an Informationen, die an Aufkommensschwerpunkten geliefert werden sollten. Zur besseren Information der Stammnutzer müssen Umleitungen und Baumaßnahmen im Netz sowie der Wegeleitung an Umsteigehaltestellen mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden.
Summary
Important factors of passenger information This study analyzes different types of public transport customer in terms of information behaviour before and during their trip. To segment customers by their information behaviour various factors influencing this behaviour were tested. A new factor route and usage frequency was introduced. It was expected that regular users of the transport system would have a particular intense need of information once they use bus or tram on routes other than their daily route. An empirical analysis was conducted with onboard personal interviews in the city of Dresden. The results reveal the strongest relation between the amount of the information sought and the introduced factor frequency of using a particular route. The importance of information at stops is confirmed, especially for first time users but also for regular users travelling beyond their regular routes. Visitors and tourists need a relatively small but focused amount of information. This needs to be well prepared and should be present at major points of contact. Better information of frequent users requires more attention to reroutings and construction sites within the network as well as guidance at transfer stops.
Dipl.-Wirtsch.-Ing. Hauke Möller / Michael Müller / Dr. phil. Uwe Rennspieß
Bei Verspätung anrufen ►
Flächendeckendes automatisiertes Meldesystem für Busverspätungen ñ ein Service für Fahrgäste im ländlichen Raum
Zusammenfassung
Seit Dezember 2002 vermarktet der Regionalverkehr Ruhr-Lippe GmbH (RLG) eine Pünktlichkeits-Hotline im Kreis Soest. Der Service basierte zunächst auf Verspätungsmeldungen, die das Fahrpersonal mündlich an die Leitstelle weitergab. Seit Ende 2005 ist auf wichtigen Verkehrsachsen im Kreis Soest und im benachbarten Hochsauerlandkreis ein kostengünstiges automatisiertes Meldesystem in Betrieb genommen worden, mit dem die Fahrplanlage der Busse kontinuierlich erfasst wird. Der standardisierte Systemaufbau hat es erlaubt, die Partnerunternehmen im Verkehrsgebiet mit einzubeziehen.
Summary
Call when being behind the schedule Since December 2002, the regional traffic Ruhr-Lippe GmbH (RLG) has market a punctuality hotline in the Soest area. At first, the personnel passed the delays viva voce on
to the co-ordinating office but since the end of 2005, they have managed to initiate a favourable automatic control system for the important routes in the Soest area and the Sauerland region which enters the situation of the bus schedule regularly. The standardized system also allowed the regional traffic partner companies to be integrated into the system.
Recht
Daniela Klinger
Busverkehrsleistungen erfolgreich ausschreiben ►
Praxistipps unter Berücksichtigung der aktuellen
vergaberechtlichen Rechtsprechung
Zusammenfassung
Aufgabenträger, die Nahverkehrsleistungen im Busverkehr europaweit und als gemeinwirtschaftliche Leistungen nach § 13a PBefG ausschreiben, müssen konzessions- und vergaberechtliche Probleme bewältigen. Die Probleme sind jedoch lösbar. Der Beitrag stellt Lösungen vor, die sich in der Praxis bewährt haben, und gibt Antworten auf Fragen, die sich bei der Ausschreibung von Busverkehrsleistungen häufig stellen.
Summary
The successful public procurement of bus services Public transport authorities in Germany tendering bus services in the European market have to cope with difficulties resulting from the German Federal Passenger Transportation Act on the one hand and from Public Procurement Law on the other hand. These problems can be solved. The article presents solutions that have stood the test in practice and treats questions coming up frequently during a public invitation to tender for bus services.
Verkehrsplanung
Dipl.-Betr.wirtin (FH) Birgit Manglkrammer / Dipl.-Geogr. Florence Prudent / Dipl.-Ing. Utz Senger
Bewertungsverfahren von ÖPNV-Investitionen im Vergleich ►
Die deutsche und die französische Methode am Beispiel grenzüberschreitender Vorhaben im Bereich Base
Zusammenfassung
Die Förderfähigkeit von grenzüberschreitenden ÖPNV-Investitionsvorhaben zwischen der Schweiz, Frankreich und Deutschland kann durch die maßgeblichen Entscheidungsträger nur bei Vorlage einer aussagekräftigen Wertung der erforderlichen Investitionen hinreichend beurteilt werden. In Deutschland werden derartige Maßnahmen nach dem Standardisierten Bewertungsverfahren von ÖPNV-Investitionen beurteilt, in Frankreich nach der Méthode díévaluation économique des grands projets díinfrastructure de transport. Trotz unterschiedlicher Methoden und Monetarisierungsansätze werden im konkreten Fall für die Bewertung eines ÖPNV-Infrastrukturausbaukonzeptes im Bereich der Trinationalen Agglomeration Basel ähnliche Ergebnisse erzielt. Die Vorgaben zur Ermittlung des bewertungsrelevanten Nutzen-Kosten-Indikatoren nach dem deutschen Standardisierten Bewertungsverfahren sind in einer Anleitung mit nur geringem Spielraum festgeschrieben. Maßgeblich im französischen Verfahren ist die interne Verzinsung des Barwertes der saldierten Nutzen- und Kostenströme. Die Wertansätze in Frankreich sind regional unterschiedlich, durch den 30-jährigen Betrachtungszeitraum (nach Inbetriebnahme der Vorhaben) können hier auch dynamische Entwicklungen berücksichtigt werden.
Summary
Comparison of economic evaluation procedures for local public transport projects Decisions about subsidies for cross-border local public transport projects should be supported by valuable assessments of the necessary investments. Economic evaluation procedures are an adequate tool to provide all the relevant information for such an assessment. There are different evaluation procedures in different countries, like the standardised evaluation procedure for local public transport investments in Germany and the economic evaluation method for transport infrastructure projects of large scale) in France.
In the specific case, both procedures have been applied to evaluate an infrastructure program for local public transport in the Trinational Agglomeration of Basel (France-Germany-Switzerland). Despite of different methodologies and valuations, both procedures led to comparable results. The German Standardised Procedure, due to strict regulations in the user manual, leaves only little scope for the user to influence resp. manipulate the results. The French method focuses an the internal rate of return, calculated for a time horizon of 30 years, so that dynamic developments can be considered in the analysis. Also the regional differences in valuations are taken into account in the French method.
Prof. Dipl.-Ing. Klaus Scheelhase / Dipl.-Ing. Gunnar Straßburger
40 Jahre Stadtbahnbau in Hannover ►
Eine Bilanz der verkehrlichen und städtebaulichen Erfolge
Zusammenfassung
Nach 40 Jahren Stadtbahnbau in Hannover unter Nutzung der Fördermittel aus dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz soll Bilanz gezogen werden: Wie war die damalige Ausgangslage? Welche Zielsetzung wurde verfolgt? Was konnte bei den Aspekten Bautechnik, Verkehr, Betrieb, Städtebau und Umwelt erreicht oder sogar übertroffen werden? Eine Antwort auf diese Fragen liefert dieser Artikel.
Summary
40 years light rail rapid transit construction in Hannover It is time to take stock of 40 years light rail rapid transit construction at Hannover using subsidies from the municipal transport financing law. How was the former initial status? Which objectives were pursued? What could be achieved refering to building technology, transport, business, urban development and environment or could even be exceeded? This article gives answers to all questions.
Dr.-Ing. Milenko Vrtic / Philipp Fröhlich
Was beeinflusst die Wahl der Verkehrsmittel? ►
Erstellung eines OPNV-Verkehrsmodells für den Kanton Zürich
Zusammenfassung
Für die Umsetzung und Entwicklung der Gesamtverkehrskonzeption im Kanton Zürich benötigt das Amt für Verkehr ein Modellinstrumentarium für die Gesamtplanung, das konkurrierende Verkehrsmittel berücksichtigt. Als Ergänzung zum bestehenden kantonalen Verkehrsmodell Zürich haben vor allem die Erstellung eines ÖV-Modells und die Schätzung eines Verkehrsmittelwahl-Modells die höchste Priorität. Der Aufsatz befasst sich mit der Schätzung der Parameter eines Verkehrsmittelwahlmodells unter Berücksichtigung des Öffentlichen Verkehrs, des motorisierten Individualverkehrs und des Langsam Verkehrs beziehungsweise eines Routenwahlmodells des ÖV.
Summary
What influences the mode choice? For the development and implementation of its long term transport plan the cantonal transport agency of Zurich needs a suitable model, which considers all transport modes. Additional to an existing road transport model, the establishment of a public transport model and the estimation of a mode choice model had the highest priority. The paper deals with the estimation of a mode choice model (for public transport, car and slow modes) and of a route choice model for public transport. A stated preference survey was undertaken for this purpose in Canton Zurich.
Dr.-Ing. Hans-J. Mentz / Dr.-Ing. Christiane Steinhoff / Dipl.-Ing. Marc Ullrich
Nicht nur zur Olympiade: Schneller durch Turin ►
Ein neues intermodales Auskunftssystem auf der Homepage des Verkehrsunternehmens
Zusammenfassung
Bei den Vorbereitungen auf die Olympischen Winterspiele in Turin hat mdv ein intermodales Auskunftssystem in den bestehenden Internetauftritt der Betreibergesellschaft der Verkehrsrechnerzentrale in Turin integriert. In dem Projekt wurde sowohl eine komplette Datenintegration für den ÖV als auch eine dynamisierte Wegesuche für den MIV realisiert. Besondere Herausforderung waren die Georeferenzierung aller Linien in der Datengrundlage der Elektronischen Fahrplanauskunft und die Integration von archivierten, tageszeitabhängigen Geschwindigkeitsinformationen in die Wegesuche für den MIV.
Summary
Not only during Olympic Winter Games: Better through Turin As part of the preparations for the Olympic Winter Games, mdv integrated a new intermodal journey planner into the existing website of the Traffic Control Company in Turin (http://www.5t.torino.it). The project included complete data integration for the public transport network as well as the incorporation of a dynamic route option search for private traffic. A particular challenge was given by the geo-coding of all public transport lines in the EFA-database and the integration of archived speed profiles into the route option search.
Prof. Dr.-Ing. Hartmut H. Topp
Wie geht es weiter mit dem ÖPNV? ►
Perspektiven des öffentlichen Verkehrs angesichts demografischer Wende und leerer öffentlicher Kassen
Zusammenfassung
Der ÖPNV ist im Umbruch. Als Haupteinflussgrößen der Mobilitätsentwicklung und ihrer Wirkungen auf den ÖPNV bis etwa 2030 werden demografischer Wandel, räumliche Disparitäten, Energie- und Verkehrskosten, Dispersion der Siedlungsstruktur diskutiert. Barrierefreiheit ohne Zugangs- und Nutzungshemmnisse wird noch wichtiger; aus dem elektronischen ÖPNV-Ticket muss das umfassende Mobilitätsticket werden. Die weitere Aushöhlung der ÖPNV-Finanzierung führt zur Frage des Grundangebots. Wachsen, Schrumpfen und Stagnieren finden nebeneinander statt mit sehr unterschiedlichen Konsequenzen für den ÖPNV: Tram statt Metro und Bus statt Tram und Anrufsammeltaxi statt Bus ñ alles eine Nummer kleiner ñ wird zum Ansatz in Zukunft. Car-Sharing und Car-Pooling erweitern das ÖPNV-Angebot.
Summary
What is going to happen with the public transit in future? The public transit notes drastic changes. As main factors influencing the mobility development and its effects on the public transit with regard to the year 2030, they name demographic moving, areal disparity, costs for energy and traffic and the dispersion of rural structures. Barriere free without access or utilizing restraints will be even more important. The electronic public transit ticket has to be changed into a comprehensive mobility ticket. Further demands on the public transit financing system require to reassess the basic offers. Growing, shrinking and stagnating are parallel processes but with different consequences for the public transit. Taking tramways instead of metros and buses instead of trams and the hailed shared-taxi instead of buses ñ all transport methods but at a lower standard ñ this will be the basis for the future. Car-sharing and car-pooling will expand the public transit offer.
Verkehr/Umwelt
Dr. rer. nat. habil. Ankea Siegl / Dipl.-Ing. Ulrich Krauß / Dipl.-Ing. Danilo Böhme
Rasen im Straßenbahngleis ►
Erfahrungen, Untersuchungen und Weiterentwicklungen im Gleisnetz der Dresdner Verkehrsbetriebe AG
Zusammenfassung
Raseneindeckungen von Straßenbahngleisen sind, bislang besonders unter dem Aspekt der Schallreduzierung, seit über zehn Jahren in Dresden Bestandteil eines attraktiven, hochwertigen und ökologischen Öffentlichen Personennahverkehrs. Im heißen und trockenen Sommer 2003 kam es zu erheblichen Schäden am Rasen. Auf der Grundlage der Dresdner Standardlösung für Raseneindeckungen war die Suche nach alternativen technischen und biologischen Lösungen zur Optimierung des Pflege- und Bewässerungsaufwandes Thema einer umfassenden Untersuchung.
Summary
Tram tracks covered by lawn More than 10 years ago tram tracks covered by lawn, as yet particularly in consideration of the sound reduction, are part of an attractive, premium and ecological local public traffic in Dresden. The hot and dry summer 2003 brought extensive damages for the grass. Based on the Dresden standard solution there was the necessity to look for alternative biological and technical solutions to optimise the investment for care and irrigation. The results of this investigation are due to introduce here.
Wirtschaft
Dipl.-Vw. Arne Beck
Der Fluch des Gewinners ►
Verlust- und Insolvenzgefahren beim Gewinn einer Ausschreibung von Verkehrsleistungen ñ Beispiele aus dem In- und Ausland
Zusammenfassung
Das Risiko, als Gewinner einer Ausschreibung von Verkehrsleistungen während der Vertragslaufzeit ungeplante Verluste zu erleiden, muss als nicht unerheblich eingeordnet werden. Diverse nationale und internationale Fallbeispiele aus der jüngeren Vergangenheit belegen, dass dieses Phänomen sowohl von Seiten der Bieter als auch von Seiten der ausschreibenden Behörden häufig unterschätzt wird. Dieser Artikel gibt anhand von Fallbeispielen einen Überblick über mögliche Risikofelder und zeigt erste Möglichkeiten zur Reduktion des zwangsläufig erforderlichen Risikoaufschlages auf.
Summary
The winnerís curse Winning a tender in the sector of public transport is risky with respect to the feasibility of suffering unplanned losses. As demonstrated by several national and international case studies bidders and public authorities tend to underestimate this phenomenon frequently. Referring to several case studies this article unfolds potential risk fields connected to public transport tenders and presents some possibilities to reduce risk premiums for both bidders and public transport authorities.
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