Alba Fachverlag, BestNr. nv200701
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Der Nahverkehr, Heft 1-2/2007
Inhaltsverzeichnis
Kommentar
Dr. jur. Martin Henke
Nicht nur die Größe zählt
Betrieb
Dr. phil. Uwe Rennspieß / Dipl.-Geogr. Kirstin Schmidt
Eigenregie oder Fremdvergabe? Telefondienste im Nahverkehr ►
Erfahrungen aus dem Münsterland
Zusammenfassung
Die Frage make or buy wird in Zeiten der Kosteneinsparungen immer wichtiger für die Verkehrsunternehmen. Der Beitrag stellt die Erfahrungen mit der Fremdvergabe telefonischer Dienstleistungen der Regionalverkehr Münsterland GmbH (RVM) dar. Durch das outsourcing der telefonischen Fahrplan- und Tarifauskünfte, der Annahmen von Bestellungen bedarfsgesteuerter Verkehre (Taxibus-Disposition) und der Aufnahme von Beschwerden und Anfragen zu Fundsachen konnten mehr als die Hälfte der vorherigen Kosten eingespart werden.
Summary
Self-direction or outsourcing? Call services for public local transport The question whether ìto make or to buyî is becoming much more important for transport companies in view of cost saving projects. This article reports on the experience made by the local transport company Regionalverkehr Münsterland GmbH (RVM) after outsourcing their call services. By doing so, more than half of the previous costs could be saved referring to any call services for time schedules and fee information. Even the order taking of requested transport services (taxibus) and the takings of complains and inquiries to lost properties were included.
Dipl.-Sozialwirt Hubert Resch
Gruppenarbeit im Fahrdienst ►
Ein überholtes Modell oder Modul der Restrukturierung? Ergebnisse einer empirischen Untersuchung in acht ÖPNV-Unternehmen
Zusammenfassung
Mitte der neunziger Jahre war die Gruppenarbeit als arbeitsorganisatorisches Modell für ÖPNV-Unternehmen ein aktuelles Thema. Mittlerweile ebbte der Schwung ab. Der Personalausschuss des VDV hat das Thema wieder aufgegriffen und Gruppensysteme als ein praktikables Modell der Arbeitsorganisation bei der Bewältigung der Zukunftsaufgaben im ÖPNV herausgestellt. Im Auftrag der VDV-Akademie ist nun in einer empirischen Untersuchung in acht ÖPNV-Unternehmen ermittelt worden, welchen Stellenwert die Gruppenarbeit dort hat und ob die Erfahrungen geeignet sind, die Gruppenarbeit weiteren Unternehmen zur Einführung zu empfehlen. Das Ergebnis macht Hoffnung: zwar sind die Visionen eher der Skepsis gewichen, aber bei einer realen Einschätzung der Funktion der Gruppenarbeit zeichnen sich positive Effekte nicht nur für das soziale Klima in den Unternehmen, sondern auch für eine kundenorientierte Entwicklung ab. Entscheidend ist es, eine sinnvolle Balance zwischen Eigenständigkeit und Führung zu finden.
Summary
Teamwork in public transport companies In the middle of the nineties, teamwork as a model for the work organization of public local transport companies (ÖPNV) was Çen vogueí. During the meantime, this drive has lowed down. The employees committee of the VDV academy (Association of German Transport Undertakings) has reverted to this topic and emphasizes team playing as
workable for the future tasks of the passenger transit. By order of the VDV academy, eight public local transport (ÖPNV) companies were examined in order to find out the significance of team work and whether their experiences are suitable to be recommended to other companies or not. The results raise hope. However, visions gave way rather to scepticism but a real rating of the functionality of the team work shows positive effects, not only for the social welfare of the company but also for the customer development. It is very important for the team to find the right balance between autonomy and leadership.
Literatur
Dr. Helmut Pawelka
Grenander: Berlins wieder entdeckter U-Bahn-Architekt
Marketing
Dipl.-Betr.wirt (FH) Thomas Badalec / Dipl.-Betr.wirt (FH) Andreas Steinbeisser
Baustellen-Information: Von der Pflicht zur Kür ►
Die MVG nutzt die Gelegenheit zur Kommunikation mit den Bürgern
Zusammenfassung
Baustellen sind bei Fahrgästen und Verkehrsbetrieben gleichermaßen unbeliebt, bedeuten sie doch für beide Seiten meist erhebliche Einschnitte im Tagesablauf. Die für Baustellen und ihre Folgen unabdingbare Information kann dabei als lästige Pflicht oder als Chance für einen intensiven Kundenkontakt gesehen werden. Die Stadtwerke München (SWM) haben für die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) anhand einer Großbaustelle die hauseigenen Info-Aktivitäten überdacht und auf eine neue, kundenorientierte Basis gestellt. Der neu entwickelte Maßnahmenkatalog wurde konzertiert angewendet und mit einer Fahrgastbefragung evaluiert.
Summary
Construction site information: from duty to choice Construction sites are equally unpopular with passengers and transport companies as they signify for both considerable incursions into their daily routines. The provision of vital information on construction sites and their impact can either be considered a tiresome duty or as an opportunity for intensive customer contact. Stadtwerke München (SWM) have, using a large construction site, reassessed their internal information activities for Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) and placed them on a new customer-oriented basis. The new package of measures has been concertedly applied and evaluated using a passenger questionnaire.
Dipl.-Kffr. Anja Georgi / Christine Wüst-Rocktäschel, M. A.
Messe der Mobilitäten ►
Veranstaltung in Offenbach zeigt innovative Mobilität für Jedermann
Zusammenfassung
Als Beitrag der Stadt Offenbach am Main zur alljährlichen European Mobility Week (Europäische Woche der Mobilität) boten die Offenbacher Verkehrs-Betriebe GmbH in diesem Jahr die Erste Offenbacher Messe der Mobilitäten an. Rund 25 lokal, regional und überregional tätige Mobilitätsdienstleister zeigten einem interessierten Publikum eine Fülle von Beiträgen zu den Themen bewusste, alternative, integrierbare, innovative und zielgruppenspezifische Formen von Mobilität.
Summary
Fair of the mobilities As Offenbachs contribution to the annual European Mobility Week the Offenbacher Verkehrs-Betriebe GmbH (OVB) offered this year the so-called First Offenbach Mobility-Fair. Some twenty-five locally, regionally and supra-regionally operating mobility-service providers exhibited to interested visitors a plenitude of shares to subjects like concious, alternative, integrable, innovative and target-group specific types of mobility.
Personalwirtschaft
Dipl.-Pol. Michael Weber-Wernz / Dipl.-Betr.wirt Gisbert Schlotzhauer
Nachhaltiges Personalmanagement für die Zukunftsfähigkeit des ÖPNV ►
VDV-Personalkongress beschließt Bochumer Erklärung
Zusammenfassung
Die Förderung und gezielte Qualifizierung von Beschäftigten sind entscheidende Erfolgsfaktoren für die Wettbewerbsfähigkeit, denn nur nachhaltiges Personalmanagement ist ein strategischer Erfolgsfaktor für personalintensive Dienstleistungen. Alle Verkehrsunternehmen sind daher aufgefordert, Instrumente nachhaltigen Personalmanagements zu diskutieren, betrieblich umzusetzen und an deren Weiterentwicklung mitzuarbeiten.
Summary
Human resource management for a future-oriented public transport In order to achieve competitiveness, it is of utmost importance to coach and qualify the companyís employees in a well targetted manner. Human resource management is critical for the success of a company. The authors suggest that all public transport companies discuss, implement and further develop suitable means of human resource management.
Verkehrsplanung
Dr.-Ing. Volker Deutsch
Ein Bussystem wie eine Straßenbahn ►
Nantes ergänzt Straßenbahn durch das Konzept Bus Way
Zusammenfassung
Anfang November 2006 ist in Nantes die Linie 4 eröffnet worden, ein Bussystem auf Vorrangtrasse. Vermarktung und Betrieb des so genannten Bus Way erfolgen eins zu eins, wie dies bei einer zeitgemäßen Straßenbahneinführung der Fall wäre. Die durchgehende Vorrangtrasse erforderte den Rückbau einer vierstreifigen Schnellstraße und steht im Einklang mit dem Verkehrsentwicklungsplan, der eine Stärkung des Umweltverbundes vorsieht. Der Beitrag stellt Planung, Betrieb sowie die städtebauliche Integration des BusWay in den Mittelpunkt.
Summary
A bussystem like a tramway At the beginning of November 2006, Nantes started to run a bus system called Bus Way. It is 7,0 km long with 15 stops and most of its length is on-road but exclusive to the buses and with priority at traffic lights. The intention was to have substantial road capacity reductions towards the centre which caused a deconstruction of a four-lane motorway to a two-lane road with busway. The article describes the PT system as a whole, the construction and operation of the busway, the articulated natural gas buses and the redesign of streets and places.
Dr.-Ing. Milenko Vrtic / Philipp Fröhlich
Regionale Verkehrsmodelle ►
Erstellung und Validierung von Quell-Ziel-Matrizen
Zusammenfassung
Für die Entwicklung und Umsetzung der Gesamtverkehrskonzeption benötigt das Amt für Verkehr des Kantons Zürich ein prognosefähiges und maßnahmensensitives ÖV-Modell für einen durchschnittlichen Werktag, einschließlich der Schätzung der Parameter des Routen-, Verkehrsmittelwahl- und Zielmodells. Der Aufsatz zeigt ein neues und vorteilhaftes Vorgehen zur Erstellung, Plausibilisierung und Kalibrierung von Verkehrsmodellen und Quell-Ziel-Matrizen. Damit ist die Anwendbarkeit des Modells für konkrete Maßnahmenplanungen und Verkehrsprognosen sichergestellt.
Summary
Modell of regional traffic The Canton of Zurich needed a new public transport model for the development and implementation of its long term transport plan. This model needed to be sensitive to various improvement measures and suitable for estimating transport demand under several future scenarios. Model development included estimating parameters for route, mode and destination choice models. This paper describes a new and beneficial process for the generation, validation and calibration of transport models and origin-destination-matrices that was used in developing the Zurich model.
Verkehrspolitik
Rudolf Köberle, MdL
Neue Ideen für ÖPNV gesucht ►
3. Innovationskongress des Landes Baden-Württemberg will Impulse für die Zukunft des öffentlichen Nahverkehrs geben
Zusammenfassung
Der Nahverkehr steht vor großen Herausforderungen: Vor dem Hintergrund anstehender Mittelkürzungen, aber auch gesellschaftlicher Veränderungen wie dem demografischen Wandel sowie neuer Umweltanforderungen, sind innovative Konzepte und Ideen für einen zukunftsweisenden und attraktiven ÖPNV gefragt. Konzepte, wie sie am 13. und 14. März 2007 im Rahmen des 3. ÖPNV-Innovationskongresses in Freiburg vorgestellt werden. Organisiert vom Innenministerium Baden-Württemberg, hat sich der Kongress mittlerweile zu einem Branchentreff entwickelt, der über die Landesgrenzen hinaus bekannt ist. Auch von der 3. Auflage erwarten Fachkreise wieder richtungsweisende Impulse und Anregungen.
Summary
Looking for new ideas for public transport The local public transport (ÖPNV) is confronted with big challenges: faced with steep cuts in public funds but also social changes like the demographic change as well as new environmental requests, the local public transport system is in demand for trend-setting and attractive innovative concepts and ideas. They are to be presented on March 13th and 14th 2007 at Freiburg, Germany, during the 3rd ÖPNV-Innovation Congress. This congress is organized by the Ministry of the Interior of the state Baden-Württemberg and has been developed in the meantime into a meeting point of the branches, well known beyond the frontiers. For the 3rd presentation of the congress, the experts are awaiting new impulses and suggestions as in the years before.
Dr. rer. pol. Manfred Knieps
Aufbau von Verkehrsbünden ►
Die Organisation der Unternehmens- und Mischverbünde
Zusammenfassung
Zwischen den Organisationsstrukturen der einzelnen deutschen Verkehrsverbünde bestehen zum Teil erhebliche Unterschiede. Grundsätzlich lassen sich die Verbünde anhand der Trägerschaft in die Grundformen Unternehmens-, Misch- und Aufgabenträgerverbünde einteilen. Aber auch innerhalb dieser einzelnen Grundformen weisen Struktur und Aufgabenwahrnehmung der Verbundgesellschaften teilweise erheblich voneinander ab. Der Beitrag bietet einen Überblick über die Organisation der wichtigsten Unternehmens- und Mischverbünde, die rein zahlenmäßig in der Überzahl sind.
Summary
Organisation of transport associations There are considerable differences in the organisation of the individual German transport associations. According to their sponsorship, they are basically to be classified into company associations, joined associations and task managing associations, but even within these individual basics there are different structures and task responsibilities. This article gives a review of the organisation of the most important company and joined
associations which are superior ñ only in numbers ñ compared to the task managing associations.
Verkehr/Umwelt
Dr. Ing. Regine Gerike / Prof. Dr.-Ing. Udo J. Becker
Mehr Kostenwahrheit im Verkehr: Wem nützt die Internalisierung? ►
Der ÖV braucht die Anrechnung externer Kosten nicht zu fürchten
Zusammenfassung
Gegenstand des Beitrags ist die Untersuchung der Folgen von Internalisierungsmaßnahmen für den Öffentlichen Verkehr: Charakter und Folgen gegenwärtiger externer Kosten von Verkehr werden am Beispiel des Freistaats Sachsen diskutiert. Wirkungen und Abhängigkeiten von Preisänderungen im Verkehr werden qualitativ und quantitativ analysiert. Ergebnis der vorgestellten wissenschaftlichen Arbeiten ist, dass mehr Kostenwahrheit dem ÖV eindeutig mehr hilft als schadet. Zentrale Einflussgrößen sind dabei die im Vergleich zum MIV geringeren externen Kosten des ÖV, die Wirkungen von Internalisierungsmaßnahmen auf Raumstrukturen sowie die Einnahmenverwendung.
Summary
Who benefits from internalizing of external costs? The topic of this contribution is to analyse the impacts of measures for internalising external costs of transport in public transport. The status quo for external costs of transport as well as the effects of an internalisation package are presented based on the example of the Free State of Saxony. As a result, public transport profits definitely from internalisation measures. Important determining factors are the external costs per person kilometer which are significantly lower for public transport than for motorised individual transport, the impacts of internalisation measures on spatial structures and the possibly earmarked use of revenues.
Wirtschaft
Dipl.-Kfm. Jörn Meier-Berberich / Dr. Dipl.-Kfm. Mirko Schnell
Wann bringt Wettbewerb im ÖPNV ökonomisch wirklich Vorteile? ►
Eine ganzheitliche Bewertungsmethode
Zusammenfassung
Die Diskussion und die politischen Entscheidungen über die Nutzung von Wettbewerbsverfahren sollten auf Basis einer fundierten ökonomischen, rechtlichen und politischen Analyse gefällt werden. Dabei kann eine ganzheitliche betriebswirtschaftliche Szenariobetrachtung sehr hilfreich sein. Die häufig politisch motivierten und manchmal aus fachlicher Unsicherheit sowie Grundsatzüberzeugungen resultierenden Entscheidungen etwa zur Eigentümerrolle oder der Vergabestrategie können somit versachlicht werden. Teils aufwendige Projekte, die am Ende womöglich zu (vorher ableitbaren) unbefriedigenden Ergebnissen führen, können so vermieden werden.
Summary
Economic effects of different market organisations for public transport The authors argue that when taking a long-term perspective no single optimal market organisation exists for the German public transport markets. Whether tendering of transport services, privatisation of operators or a direct placement to the operator owned by the PTA is economically most sensible for the PTA depends on various factors. Hence, a decision based on the economic effects of these options not only has to consider the costs of transport services but also the costs of market exit and other costs triggered by the respective option. A profound analysis of such effects beforehand helps to focus the discussion and ensures an efficient decision making process.
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