Alba Fachverlag, BestNr. nv200803
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Der Nahverkehr, Heft 3/2008
Inhaltsverzeichnis
Kommentar
Jürgen Büchy
Schwarzfahrer kommen zu billig davon
Betrieb
Dipl.-Ing. Martin Röhrleef / Reinhard Bellmann
Zusammen stark ñ Taxi und ÖPNV ►
Gemeinschaftsunternehmen in Hannover
Zusammenfassung
Der Einsatz von Taxen im Auftrag des ÖPNV ist Standard in vielen deutschen Städten. In Hannover sind die üstra Hannoversche Verkehrsbetriebe AG und das Taxengewerbe jedoch einen entscheidenden Schritt weiter gegangen: sie haben ein Gemeinschaftsunternehmen gegründet ñ die Taxibus Vertriebs- und Vermittlungsgesellschaft mbH. Diese unternehmerische Zusammenarbeit eröffnet völlig neue Möglichkeiten für die Entwicklung von differenzierten Verkehrsangeboten im Schnittfeld zwischen Linien- und Bedarfsverkehren.
Summary
Strong together ñ taxi cabs and public transport Many German cities see the use of taxi cabs on behalf of Public Transport (PT). In Hanover, üstra (Hanoverís public transport operator) and the local taxi company took a decisive step ahead: they founded a joint venture ñ the TaxiBus sales and commissioning company. This kind of entrepreneurial collaboration paves the way for new opportunities in terms of creating new services in the overlapping areas of traditional PT and demand responsive modes of transportation.
Dipl.-Inf. (FH) Helge Haugk / Norbert Kuhnle / Betr.wirt (VWA) Markus Todt
Reisendenzahlen einheitlich liefern und auswerten ►
Die zentrale Auswertungssoftware der Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg
Zusammenfassung
Der Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg mbH (NVBW) obliegt die Planung, Bestellung und Abrechnung von Leistungen des SPNV. Dazu ist die Kenntnis von Leistungskennziffern und Nachfragepotenzialen sowie deren Entwicklung von grundlegender Bedeutung. Um die Reisendenzahlen der Verkehrsunternehmen vergleichbar auszuwerten und über einen längeren Zeitraum verwalten zu können, hat die NVBW die Auswertungssoftware Management-, Informations- und Planungssystem (MIPS-NVBW) entwickeln lassen. Um auch die Reisendenzahlen der NE-Bahnen in die zentrale Auswertungssoftware einzubeziehen, hat die NVBW den NE-Bahnen das Datenerfassungstool SPNV zur Verfügung gestellt, welches eine einheitliche Datenlieferung der NE-Bahnen sicherstellt. Da das Datenerfassungstool über eine Schnittsellen zu mobilen Endgeräten verfügt, wurde gleichzeitig eine sinnvolle Alternative für die manuelle Erfassung mittels Zählbogen geschaffen.
Summary
Standardized evaluation procedure of passenger count numbers in Baden-Württemberg The local transport organization Baden-Württemberg mbH (Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg, short: NVBW) carries the responsibility for the planning, ordering and billing of local passenger rail services. For this role knowledge of performance indicators and figures for demand potential as well as their development are of fundamental importance. In order to carry out comparable evaluations of passenger numbers from a wide range of transportation companies as well as to administrate these over a longer time period the NVBW commissioned the development of a software program designed for evaluation purposes called Management-, Information- und Planning System. In order to incorporate also passenger numbers from the NE-Bahnen into the centralized evaluation software, NVBW has made a special data collection tool available to NE-Bahnen. As the data collection tool possesses a port for mobile terminals this meant that a sensible alternative to the manual data collection was created.
Marketing
Steffen Bork / Matthias Wiarda
Eine Karte für das ganze Leben: E-Ticketing zur Kundenbindung ►
HVV will elektronische Kundenkarte erproben
Zusammenfassung
Der Hamburger Verkehrsverbund bereitet die Einführung von E-Ticketing vor. Hauptziele sind die Einführung neuer Tarifprodukte (elektronische Mehrfahrtenkarte) und eine bessere Kundenbindung durch den Aufbau einer direkten Vertragsbeziehung mit heute anonymen Kunden im Bar-, Schalter- und Großkundenbereich. Dafür sollen die HVV-Kunden zukünftig eine Kundenkarte erhalten, die für alle Tarifprodukte verwendbar ist und bargeldlosen Vertrieb unterstützt. Eine notwendige Voraussetzung ist die Vernetzung der Abonnementdatenbanken mit Servicestellen und allen Vertriebsgeräten.
Summary
One Card for a whole life: E-Ticketing for customer relationship HVV is making preparations for the launch of e-ticketing. In addition to the introduction of new ticket modes the main objective is, to improve customer relations by creating a direct contractual link to those customers, as yet anonymus, currently buying single or season tickets in cash or using the jobticket. With this in mind, HVV customers will be issued in future with a chipcard for all ticket types prepared for cashless operations. An essential precondition will be crosslinking of the databases for direct-debit season ticket subscription with service points and all sales front-end equipment.
Dipl.-Kffr. (FH) Verena Obergfell / Dipl.-Vw. Gerhard Probst / Dipl.-Geogr. Andreas Weißbach
Funktioniert analytisches Kundenmanagement im Nahverkehr? ►
Erfahrungen mit der Schoko-Ticket-Kündigeranalyse der Bogestra
Zusammenfassung
Im Bediengebiet der Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahn AG besitzen mehr als die Hälfte aller Schüler ein Abonnement des Schülerangebotes Schoko-Ticket. Diese hohe Marktdurchdringung bei der Zielgruppe fällt dramatisch mit der Kündigung des Schoko-Tickets. Die Konzeption von Jugendangeboten verharrt gegenwärtig vor allem bei der Verkehrserziehung und Umweltbildung sowie bei Marketingmaßnahmen, die auf bestimmte Tarifangebote abzielen. Nicht aktiv begleitet werden jedoch die Brüche im Lebenszyklus. Der Beitrag untersucht am Beispiel einer telefonischen Kundenbefragung nicht nur die Kontextfaktoren dieses Bruchs der Kundenbeziehung, sondern zeigt auch konkrete Maßnahmen auf.
Summary
Works passenger transport based on analytical customer management ? More than half of all pupils in the operation area of the Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahn AG are holding the so-called Schoko-Ticket offer, a subscription especially for pupils. However, this high market penetration declines dramatically when the target audience cancels the Schoko-Ticket. The conceptual study for special youth offers persists mainly in road safety and environmental education as well as in marketing activities offering special tariffs for young people. But there is no offer for any other breaks in life cycle. Using a telephone survey as an example, different criteria of the break in customer relationship have been examined and concrete measurements against it are described in this article.
Personalwirtschaft
Univ.-Prof. Dr.-Ing. Jürgen Gerlach
Nahverkehrsplaner gesucht? ►
Die Studienreform eröffnet neue Möglichkeiten
Zusammenfassung
Der Bologna-Prozess wird dazu führen, dass in absehbarer Zeit Diplomstudiengänge mit verkehrlichen Inhalten vollständig durch Bachelor- und Masterstudiengänge ersetzt werden. Die Umstrukturierung bietet die Chance, neue Studienmodelle besser auf die Anforderungen des Arbeitsmarktes im Verkehrswesen anzupassen. Neben den klassischen Studienrichtungen werden sich dabei auch neue Studienmodelle insbesondere mit verkehrsexpliziter Ausrichtung etablieren. Mit dem Umstrukturierungsprozess entsteht eine Vielfalt von Studienstrukturen und Studienmöglichkeiten, die auf dem Arbeitsmarkt im Verkehrswesen zunächst Verwirrung stiften werden. Der Beitrag beleuchtet die absehbaren Entwicklungen und versucht Informationsdefizite über die neuen Studienstrukturen und damit über das Ausbildungsprofil künftiger Absolventen zu mindern.
Summary
Looking for a public traffic planer? The Bologna process will probably shift diploma study courses which go into transportation subjects to bachelor or master study courses. The reorganisation process gives chance to accomodate new study models better to the requirements of the transportation labour market. Among classical study courses, new courses which focus explicitly on transportation will establish then. Due to the reorganisation process, a variety of structures and possibilities within the courses will develop which initially may be very irritating for the labour market. This article analyses the conceivable developments and tries to minimize the information deficit on the new structures and hence the education profile of the future degree holders.
Recht
Dr. Oliver Wittig / Dr. Peter Schimanek
Sanfte Anpassung oder drastischer Paradigmenwechsel? ►
Die Umsetzung der neuen EU-Verordnung
Zusammenfassung
Die EU-Verordnung 1370/2007 wurde am 3. Dezember 2007 veröffentlicht. Bis zum Inkrafttreten Ende 2009 sind noch offen gebliebene Punkte, insbesondere die Bestimmung der zuständigen örtlichen Behörde und die Eingruppierung der bisherigen Genehmigungsarten in das neue Regime, zu klären. Der vorliegende Beitrag bietet hierzu erste Lösungsansätze.
Summary
Gentle adaptation or drastic change? The Regulation 1370/2007 was published on 3th December 2007. Till entering into force at the end of 2009 should be solved some problems, that are still open. For example the determination of the competent local authority and the classification of the former public passenger transport services right are still unclear. The present article gives some possible solutions.
Prof. Dr. jur. Philippe-Emmanuel Partsch / Lic. jur. Vincent Wellens, LL.M.
Vergaberegeln im ÖPNV ►
Stand und Perspektiven im Lichte der neuen europäischen ÖPNV-Verordnung
Zusammenfassung
In Deutschland gibt es eine weit verbreitete Praxis der so genannten marktorientierten Direktvergabe von ÖPNV-Verträgen. Nach dem aktuellen Stand des EG-Rechts scheint es allerdings, mit Ausnahme von In-House-Geschäfte, wenig Raum für die Direktvergabe von Buslinien zu geben. Nach dem Inkrafttreten der neuen europäischen ÖPNV-VO (EG) 1370/2007 am 3. Dezember 2009, wird ein wettbewerbliches Verfahren zwar noch immer die Regel sein, jedoch wird es erheblich mehr Möglichkeiten zu einer rechtskonformen Direktvergabe geben.
Summary
Rules of procurement in public transport In Germany, there is a practice to award the public transport contracts on market-based conditions without any form of public tendering procedure. The current EC rules in the field of public procurement, however, do not leave much room for the direct award of public transport contracts with exception to in-house awards. After the entry into force of Regulation (EC) 1370/2007 on public passenger transport services by rail and by road on 3 December 2009, the award of public transport contracts is in principle still be subject to a public tendering procedure. The regulation foresees, more exception grounds to award in a lawful manner such contracts without any tendering procedure.
Technik
Dipl.-Ing. (FH) Michael Rüffer / Dipl.-Ing. Ralf Reiner Klinge / Dipl.-Ing. Rainer Kochte
Flexity-Bahnen für Frankfurt ►
Verkehrsgesellschaft ordert neue Hochflur-Stadtbahnen
Zusammenfassung
Der Beitrag befasst sich mit der Beschaffung der neuen Bombardier Flexity Swift Stadtbahnen, Typ U5, der Verkehrsgesellschaft Frankfurt am Main (VGF). Ausgehend von der Flottensituation vor der Vergabeentscheidung erfolgen eine Darstellung der Überlegungen, die zur Projektierung des bedarfsgerechten Konzepts führten, sowie eine Beschreibung der Fahrzeugtechnik. Abschließend werden die Projektabwicklung und die Besonderheiten des ausführlichen Fahrzeugtests auf dem neuen Bombardier Straßen- und Stadtbahntestring in Bautzen erläutert.
Summary
Flexity vehicles for Frankfurt This report deals with the ordering of the new Bombardier Flexity Swift light rail vehicles, Type 5, by the Frankfurt transport authority Verkehrsgesellschaft Frankfurt am Main (VGF). Based on their fleet situation before placing the order, they resume the reflections which lead to the concept as needed and to a description of the automotive engineering. Finally, the project handling and particularities of the extensive vehicle tests at the new Bombardier light rail test track at Bautzen are explained.
Peter Preuß / Dipl.-Math. Petra Krallmann / Gisela Gräfin von Schlieffen
Mit der Zukunft in Berührung ►
Erfahrungsbericht zum Handy-Ticket des Rhein-Main-Verkehrsverbundes
Zusammenfassung
Als einer der ersten Verkehrsverbünde Deutschlands startete der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) im Frühjahr 2005 die Erprobung von Lösungen zum Erwerb von ÖPNV- Fahrkarten über das Mobiltelefon. In den vergangenen drei Jahren konnten wertvolle Erkenntnisse zur technischen Optimierung und zur Untersuchung der Kundenakzeptanz der verschiedenen RMV-Handy-Ticket-Lösungen gemacht werden. Befragt nach ihren Wünschen für die Zukunft, äußerte die Mehrheit der befragten Kunden, das RMV-Handy-Ticket bald im gesamten Verbundgebiet verfügbar zu haben. Diesem Wunsch trägt der RMV nun zeitnah Rechnung.
Summary
In touch with the future As one of the first public transport authorities in Germany Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) launched a first ticket solution for mobile phones in Spring 2005. During the various pilots in the past three years RMV and its partners were able to find the best fitting solution for its customers. Besides the technical enhancement of the pilots an extensive market research was carried out. The results are promising! An overwhelming majority of the pilot participants want to use the system furthermore and demand a regional wide roll out. The later will be accomplished by RMV in the very future.
Verkehrspolitik
Dipl.-Geogr. Gerd Hickmann / Dr. jur. Felix Berschin / Dipl.-Biol. Christoph Schaaffkamp / Eckhard Karwiese / Evelin Schulze
Bundesland Brandenburg setzt die Reform der ÖPNV-Finanzierung fort ►
Anreizorientierte Bündelung der Fördermittel bei den kommunalen ÖPNV-Aufgabenträgern und Integration von §45a PBefG
Zusammenfassung
2005 trat die erste Stufe einer tief greifenden Reform der ÖPNV-Finanzierung im Bundesland Brandenburg in Kraft. Im Mittelpunkt stand die weitgehende Bündelung der öffentlichen Fördermittel in der Hand der kommunalen ÖPNV-Aufgabenträger. Zentraler Aspekt der Reform war die Einführung eines erfolgsorientierten dynamischen Verteilungsschlüssels. Dadurch sollen Anreize für einen effizienten Einsatz der ÖPNV-Fördermittel entstehen. Erste Erfahrungen zeigen die Wirksamkeit des dynamischen Schlüssels. Zum Jahresbeginn 2008 wurde diese Reform fortgesetzt, indem nun auch die vormaligen Ausgleichsmittel für den Ausbildungsverkehr nach §45a PBefG in der Hand der kommunalen Aufgabenträger gebündelt werden. Gründe für die Reform, Verteilungsschlüssel und Einsatzmöglichkeiten dieser Mittel werden in diesem Aufsatz beschrieben.
Summary
Federal State of Brandenburg continues its reform of public transport financing system In 2005 a far-reaching reform of the Public Transport Financing System was launched in the Federal State of Brandenburg. The main objective of this reform was to strengthen local municipal bodies responsible for public transport. The main component was the introduction of a dynamic, success oriented ratio of distribution. The goal was to give more flexibility and to install incentives for more efficency in financing public transport. The experiences so far confirm the effectiveness of the dynamic ratio of distribution. In January 2008 the second step of the reform was to transfer the state financing of school transport to municipal bodies. The article explains the reasons behind the reform, illustrates the ratio of distribution and demonstrates how the municipal transport authorities can allocate the funds available to them.
Wirtschaft
Dipl. Verw.wirt Horst Stammler / Dipl.-Ing. Kai Pulkkinen
Brutto oder Netto? Verkehrsverträge im SPNV ►
Das Problem der Erlöskalkulation in SPNV-Ausschreibungen aus Sicht eines Eisenbahnverkehrsunternehmens
Zusammenfassung
Im SPNV-Markt werden Verkehrsverträge netto oder brutto vergeben. Die Verfasser beleuchten die Erlöskalkulation in einer SPNV-Ausschreibung aus Sicht eines bietenden Unternehmens. Nettoausschreibungen werden in der Praxis über die Erlöskalkulation entschieden. Für eine realistische Erlöskalkulation brauchen die Bieter umfassende Informationen über die aktuelle Nachfrage und die Erlöse des ausgeschriebenen Verkehrs. Diese Daten kann der Aufgabenträger in der notwendigen Qualität häufig nicht liefern. Eine Garantie der Daten wird in der Regel nicht gegeben. Derzeit können zudem die bietenden Unternehmen kaum Einfluss auf die Tarifgestaltung ausüben. Die Verfasser empfehlen daher, unter den jetzigen Rahmenbedingungen auf reine Nettoverträge zu verzichten und stattdessen Bruttoverträge mit einem Anreizsystem auszuschreiben. Alternativ können Nettoverträge mit einer Nachsteuerungsklausel ausgeschrieben werden. Auch ist denkbar, mit einem Bruttovertrag zu beginnen und nach einer gewissen Zeit auf einen Nettovertrag umzustellen
Summary
Gross or net? Regional rail contracts in Germany Regional rail contracts in Germany are awarded either on a net or on a gross base. The authors deal with the revenue calculation as part of a rail offer for a net contract from an operatorsí point of view. Winning a net contract is in fact decided by the revenue calculation. In order to model a realistic revenue level, the bidders are dependent on comprehensive information about the current patronage and revenue within the tendered network. The public transport authorities are not able to deliver this data in the needed quality in most cases. Regularly there is also no guarantee for the material provided. Furthermore, for the time being, operators have hardly any influence on ticket pricing. Due to these aspects reflecting the current market framework, the authors do not recommend to tender pure net contracts. Instead, gross contracts with an incentive system or net contracts with dedicated subsidy adjustment options could be tendered. Another model is to start with a gross contract which then will be transferred into a net contract during the contract period.
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