Alba Fachverlag, BestNr. nv200804
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Der Nahverkehr, Heft 4/2008
Inhaltsverzeichnis
Kommentar
Dipl.-Ing. Wolfgang Arnold
Vorsicht vor Vereinfachung
Betrieb
Dipl.-Vw. Helmut Krauledat / Dr.-Ing. Dipl.-Kfm. Till Ackermann
Das Handy als Fahrkartenautomat ►
Ziele und erste Ergebnisse des Handy-Ticket-Pilotprojektes
Zusammenfassung
Das Handy ist ein innovativer Fahrkartenautomat in der Tasche der Kunden, der immer gleich funktioniert, auch wenn man in anderen Regionen ist. Dies ist ein erstes Ergebnis des gemeinsamen Handy-Ticket-Pilotprojektes von VDV-Mitgliedsunternehmen. Noch steckt der Vertriebsweg aber in der Nische der technikaffinen Nutzer, doch besitzt er angesichts der weiten Verbreitung des Mobiltelefons und der Verbindung von komfortablem Ticketerwerb und Informationszugang eine hohes Potenzial.
Summary
The mobile phone as a ticket machine The mobile phone is an innovative ticket machine in the customersí pocket, working properly even if they are staying in other regional zones. This is one of the first results of the mobile-ticket pilot scheme by some member companies of the German Transport Undertakings Association (VDV). The distribution channel is still in a niche. However, due to the wide spread of mobile phones combined with a comfortable ticket buying and information access it has high potential for further business.
Dr. Wolfgang Fiekert / Dipl.-Ing. Jürgen Roß
Verbundweite Fahrplanauskünfte mit Echtzeitdaten im VBB ►
Weiterentwicklung des Systems VBB-Fahrinfo
Zusammenfassung
Die Attraktivität des ÖPNV basiert auch auf einer zuverlässigen Fahrgastinformation ñ insbesondere bei Abweichungen vom geplanten Betrieb. Im Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) wurde deshalb gemeinsam mit Ländern und Verbundverkehrsunternehmen ein verbundweites Konzept zur übergreifenden Fahrgastinformation und Anschlusssicherung erarbeitet, das schrittweise umgesetzt wird. Die VBB-Fahrplanauskunft im Internet, auf mobilen Endgeräten und webbasierten Anzeigetafeln bietet deshalb seit 2008 Auskünfte mit Echtzeitdaten an. Bei der Erweiterungen von VBB-Fahrinfo wurden auch Auskünfte über barrierefreie Routen im VBB-Gebiet einbezogen.
Summary
Integrated passenger information based on real-time data One important basis for public transportís attractiveness is a reliable passenger information system ñ in case of disturbances, especially. Therefore, a concept for the provision of comprehensive passenger information and connection management was developed by the VBB Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg together with the Federal States and its transport operators. It is going to be realised stepwise. VBBís travel planner on the Internet, for mobile devices and web-based departure boards offers information based on real-time data as of 2008. Within the framework of the integration of real-time data into VBB-Fahrinfo information on barrier-free trips within the VBB-area was integrated.
Dr. Dipl.-Vw. Thomas Schaffer / Dr.-Ing. Götz Volkenandt
In Europa spitze: Schienennahverkehr in Deutschland besser als sein Ruf ►
Benchmarkstudie bescheinigt SPNV überdurchschnittliche Qualität
Zusammenfassung
Hohes Qualitätsniveau und ausgezeichnetes Preis-Leistungs-Verhältnis: Im europäischen Vergleich gehört der deutsche Schienenpersonennahverkehr zur Spitze. Das ist das Kernergebnis der zweiten Studie zu Preisen und Qualität des SPNV, die IBM Global Business Services im Auftrag von DB Regio in neun Ländern durchführte. Die Studie vergleicht umfassend und methodisch fundiert die Situation in Deutschland, Dänemark, Großbritannien, Norwegen, Österreich, Polen, Schweden, der Schweiz und Tschechien.
Summary
On top in Europe: Germanís local passenger rail services better than their reputation A high level of quality and exceptional value for money: in comparison spanning Europe, local passenger rail transport in Germany comes out on top. That is the key result of the second survey of pricing and quality in local passenger rail transport carried out in 9 federal states by IBM Global Business Services on behalf of DB Regio. The study comprehensively and methodically compares the situation in Germany, Denmark, the United Kingdom, Norway, Austria, Poland, Sweden Switzerland and the Czech Republic.
Marketing
Stephanie Philipp, M. A. / Dr.-Ing. Thomas Sauter-Servaes
Fly&Ride: Flugtickets mit integrierbarem ÖPNV-Fahrschein ►
Marktpotenziale optionaler Verbundticketing-Lösungen für Flug-Nahverkehr-Reiseketten im Internetdirektvertrieb
Zusammenfassung
Im Rahmen des Anfang November 2006 gestarteten BMVBS-Projekts Fly&Ride untersuchte die TU Berlin gemeinsam mit den Praxispartnern Deutsche Lufthansa und TUIfly die Möglichkeiten der Integration des ÖPNV-Fahrscheinerwerbs in den internetgestützten Flugbuchungsprozess. Der Reisende soll damit in die Lage versetzt werden, optional während der Flugbuchung bereits das Ticket für die ÖPNV-Anschlussfahrt kaufen zu können. Aufgrund der ermittelten positiven Kundenresonanz befindet sich nun eine Pilotanwendung in Vorbereitung.
Summary
Fly&Ride ñ tickets for travel chains including flight and public transport In the project Fly & Ride financed by the German Federal Ministry of Transport, Building and Urban Affairs, TU Berlin in co-operation with Deutsche Lufthansa and TUIfly examined the opportunities of integrating public transport ticket acquisition into the internet based flight booking process. This will allow the traveler to buy a ticket for public transport connecting carriers in the pre-trip stage. Due to the positive customer response identified, a pilot application is in preparation.
Dipl.-Soz.wirtin Susanne Weghorn / Dipl.-Betr.wirt (FH) Karl Mökesch
Potenziale im Berufsverkehr für den ÖPNV aktivieren ►
Einführung einer Direktmarketing-Aktion in und mit Nürnberger Unternehmen
Zusammenfassung
Die VAG Verkehrs-Aktiengesellschaft Nürnberg führte im Jahr 2007 zwei Pilotprojekte zur Einführung von Direktmarketing-Aktionen für die Zielgruppe Arbeitnehmer durch. Erklärtes Ziel war es, die vorher festgestellten Akzeptanz- und Informationsdefizite abzubauen und dadurch den ÖPNV-Anteil bei Arbeitswegen zu erhöhen. Die Ergebnisse bestätigen den gewählten Ansatz.
Summary
Raising the use of public transport for travelling to work In 2007 the VAG Verkehrs-Aktiengesellschaft Nürnberg carried out two pilot projects for the introduction of direct marketing promotion for the special target group employees. Defined aim was to raise the use of public transport for travelling to work by reducing the previously out pointed lack of acceptance and information. The results confirmed the chosen approach.
Peter Beine / Prof. Dr.-Ing. H.-Jürgen Collin / Dipl.-Ing. (FH) Roland Jansen
Neukunden garantiert ►
Anwendung des Direktmarketings in Mülheim an der Ruhr
Zusammenfassung
Die für den ÖPNV in Mülheim an der Ruhr verantwortlichen Akteure haben eine Direkt-Marketing-Aktion bei allen rund 95000 Personen ab 18 Jahren durchgeführt. Insgesamt beteiligten sich 29000 Personen aktiv an dieser Aktion. Auf der Basis einer detaillierten Klassifikation wurden an Personen aus unterschiedlichen Zielgruppen 9000 Informationen versandt und rund 6200 Gratistickets ausgestellt. Bei einer Nachher-Befragung gaben die ehemaligen Testkunden an, im Mittel mehr Fahrten zu realisieren als noch in der Phase der Gratisnutzung. Die verantwortlichen Akteure sind überzeugt, dass professionelle Aktivitäten auf dem Marketingsektor als permanente Aufgabe unverzichtbar sind, um am Mobilitätsmarkt bestehen zu können.
Summary
New customers guaranted The responsible actors for the public transport in Mülheim an der Ruhr have carried out a direct marketing action with all approx. 95000 persons from 18 years old on. All together approx. 29.000 persons took part actively in this action. On the base of a detailed classification 9000 information were dispatched to persons from different target groups and about 6200 free tickets were issued. With the test customers an after-questioning was realised after one year. The former test customers indicated to realise on average more journeys than still in the phase of the free use.The responsible actors are persuaded that professional activities on the marketing sector are inalienable as a permanent task to be able to exist in the mobility market.
Recht
RA Dr. Hans-Joachim Prieß / RA Dr. Franz Josef Hölzl
Regulierter Wettbewerb: SPNV fährt Ñzweigleisigì weiter ►
Die Verordnung EG1370/07ñKonsequenzen für SPNV-Vergaben
Zusammenfassung
Am 3. Dezember 2009 wird die VO 1370/07 der EU über öffentliche Personenverkehrsdienste auf Schiene und Straße in Kraft treten. Verkehrsleistungen im Schienenpersonennahverkehr dürfen danach weiterhin direkt, das heißt ohne vorausgehenden Wettbewerb vergeben werden. Die Aufgabenträger besitzen damit weiterhin den notwendigen Handlungsspielraum zur flexiblen und individuellen Deckung der verkehrlichen Bedürfnisse. Nur für den Bus- und Straßenbahnverkehr gilt ein Vorrang des GWB-Vergaberechts.
Summary
Regulated competition: Two Ñtracksì for local passenger rail services On 3 December 2009, EU Regulation 1370/07 regarding road and rail based public transport services will enter into force. It provides that local passenger rail services can still be awarded directly, i.e. without a prior competitive procedure. Contracting authorities therefore still have sufficient discretion to cover the transport needs in a flexible way. The European public procurement laws will only have to be applied for the award of bus and tram transport contracts.
RA Dr. Jan Deuster
Neue EU-Marktzugangsverordnung für öffentlichen Personenverkehr ►
Überblick und erste Einschätzung
Zusammenfassung
Der Aufsatz fasst die wesentlichen Inhalte der Verordnung (EG) Nr. 1370/2007 über öffentliche Personenverkehrsdienste zusammen. Die EG hat sich in der neuen Verordnung für ein Modell des staatlich regulierten ÖPNV-Marktzugangs entschieden. Das geltende deutsche Marktzugangsmodell in § 13 PBefG kann daher in seiner derzeitigen Form keinen Bestand mehr haben.
Summary
New EU Regulation on public passenger transport services The article summarizes the key aspects of the Regulation (EC) No 1370/2007 on public passenger transport services. In the new Regulation the European Union has chosen a regulated market entry model for public passenger transport. In this context the applicable German model, as laid down in Article 13 of the German Passenger Transport Act (PBefG), can no longer be valid in its current form.
Univ.-Prof. Dr.-Ing. Jürgen Gerlach / Dipl.-Ing. Vera Conrad
Die Strategische Umweltprüfung im Rahmen des Nahverkehrsplanes ►
Anforderungen, Erfahrungen und Empfehlungen zur Durchführung der SUP bei der Nahverkehrsplanung
Zusammenfassung
Seit der Einführung der Strategischen Umweltprüfung (SUP) 2005 müssen bestimmte Pläne und Programme nach ihren Umweltauswirkungen geprüft werden. Dazu gehört auch der Nahverkehrsplan (NVP). Mittlerweile konnten erste Erfahrungen mit der Integration der SUP in den NVP gesammelt werden. Analysiert werden hier die NVP der Region Hannover und des Zweckverbandes Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen. Welche Anforderungen die SUP stellt, inwieweit diese Anforderungen bereits berücksichtigt werden und welche Empfehlungen sich daraus ergeben, thematisiert dieser Artikel.
Summary
Strategic Environmental Assessment as part of the public transport plan Since the implementation of the Strategic Environmental Assessment (SEA) in 2005 certain Plans and Programs have to be checked concerning their environmental impacts. The public transport plan (PTP) is included therein. Until now first experiences were obtained how to integrate the SEA into the PTP. Here there are analysed the region of Hannover and the administration union of the transport network Bremen/Lower Saxony. This article deals with the SEA requirements on the PTP, the consideration of those requirements in the actual planning process and deduces final recommendations.
Verkehrsplanung
Univ.-Prof. Dr. Carmen Hass-Klau / Dipl.-Ing. Andreas Ferlic / Dr. Graham Crampton
Wie beeinflussen Investitionen in den ÖPNV den Pkw-Besitz? ►
Untersuchungsergebnisse aus 17 Stadtgebieten und Ballungsräumen in Frankreich, Deutschland, Großbritannien und Nordamerika
Zusammenfassung
Wirkt sich die Bereitstellung eines hochwertigen ÖPNV reduzierend auf den Pkw-Besitz aus? Dieser Fachartikel ist eine Zusammenfassung von Untersuchungen in 17 Städten und Ballungsräumen aus fünf Ländern. Durchschnittlich liegt der Pkw-Besitz in Einzugsbereichen von ÖPNV-Korridoren um neun Prozent niedriger als in den Vergleichsgebieten. Innerhalb der deutschen Städte ergab sich eine Differenz von bis zu 42 Prozent.
Summary
The Effect of Public Transport Investment on Car Ownership Is car ownership reduced by the provision of good public transport? This article is the conclusion of a study in 17 urban areas from five countries. On average, in areas close to public transport, car ownership is reduced by about 9 per cent. In Germany it was in some locations up to 42 per cent. Underground systems have the strongest effect, then light rail/tram and rail.
Dipl.-Betr.wirtin Susanne Strasser / Dipl.-Geogr. Regina Schmidt / Dipl.-Ing. Kerstin Budig / Dr. Hans-J. Mentz
Indoor-Routing in München ►
Anforderungen an komplexe Routing-Systeme im Nahverkehr
Zusammenfassung
Intermodale Verkehrsauskunft ist heute für den Nutzer öffentlicher Verkehrsmittel zur Optimierung seiner Fahrt schon fast selbstverständlich, nur in weit verzweigten Umsteigebauwerken irrt er oft umher, weil er noch keine leicht verständliche Orientierungshilfe hat. Was für den normal beweglichen Verkehrsteilnehmer schon unangenehm ist, wird für Mütter/Väter mit Kinderwagen oder Rollstuhlfahrer fast zur unüberwindlichen Hürde. Der Artikel beschreibt die Modellierung, Erfassung und Darstellung der Umsteigebauwerke und deren Beschilderung für eine umfassendere Fahrplanauskunft.
Summary
Indoor-Routing in Munich Intermodal Journey Planning is becoming more commonplace among users of public transport for the optimization of their journey. It is now only in complex transfer areas that passengers can misstep, in part because they do not yet have a way to easily find orientation. This type of situation, already difficult for mobile passengers, is an almost insurmountable hurdle for mothers/fathers with a baby carriage or for people with disabilities. The article describes the modeling, data collection and display of transfer areas and their signposting to achieve more extensive journey planning.
Dipl.-Ing. Peter Blöcher
Der demografische Wandel als Herausforderung für den ÖPNV ►
Neue Aufgaben für die Angebotsplanung von Verkehrsverbünden als Antwort auf die Bevölkerungsentwicklung in peripheren Regionen
Zusammenfassung
Der Demographische Wandel stellt besonders für Verkehrsverbünde eine große Herausforderung dar. Langfristig ist mit einem deutlichen Bevölkerungsrückgang zu rechnen. Das Wanderungsverhalten führt zudem dazu, dass sich regionale Disparitäten noch verschärfen. Gleichzeitig bewirkt eine Überalterung der Gesellschaft, dass insbesondere in peripheren Räumen die Anzahl der Schüler sinkt, wodurch dem ÖPNV dort die Basis entzogen wird. Um dennoch auch weiterhin einen attraktiven ÖPNV auch in schwach besiedelten Räumen gewährleisten zu können, müssen Verbünde umdenken und verstärkt pragmatische Strategien etwa hinsichtlich einer Flexibilisierung der Verkehre verfolgen.
Summary
Demographic development as a challenge for public transport The demographic development in the future will be one of the most important challenges for corporations of public transport. The population will decline in the next decades and because of the migration movement from rural to (sub-) urban areas, regional disparities will increase. Furthermore the ageing of the population causes that there will be less a loss of students and pupils, therefore so that especially public transport in peripheral areas will loose its main user group. To maintain an attractive public transport also in those regions, public transport corporations have to find new ways to manage mobility.
Verkehr/Umwelt
Dipl.-Ing. Markus Heeren
Strategische Umweltprüfung ñ ein sinnvolles Instrument? ►
SUP-Pflicht für Nahverkehrspläne nicht zielführend
Zusammenfassung
2001 wurde die Richtlinie 2001/42/EG über die Prüfung von Umweltauswirkungen bestimmter Pläne und Programme verabschiedet. Bei der Umsetzung in nationales Recht streben einige Landesgesetzgeber an, für Nahverkehrspläne eine generelle Pflicht zur Strategischen Umweltprüfung (SUP) zu verlangen. Entsprechende Regelungen sind aus Sicht des Verfassers nicht zielführend, da der überwiegende Teil der Nahverkehrspläne keine Aussagen zu entsprechenden Projekten trifft.
Summary
Strategically environment assessment an appropriate instrument? In 2001, the Directive 2001/42/EC on the assessment of the effects of certain plans and programmes on the environment has been passed. When implementing the directives to national law, some municipal legislative authorities aim for a general Strategic Environmental Assessment liability (SEA). According to the author, appropriate policy is not yielding the intended results as most of the short distance traffic management plans give no information on appropriate projects.
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