Alba Fachverlag, BestNr. nv200810
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Der Nahverkehr, Heft 10/2008
Inhaltsverzeichnis
Kommentar
Dipl. Kfm. Günter Elste Die Chance jetzt nutzen! Betrieb
Dipl.-Kfm. (FH) Steffen Breuer / Dipl.-Geogr. Gerd Graf / Dipl.-Geogr. Walter Noé Wie viele personenbediente Ticketverkaufsstellen sind nötig? ► Modell zur Ermittlung ihrer Anzahl und räumlichen Verteilung ZusammenfassungMit der geplanten Einführung von E-Ticketing und der zunehmenden Bedeutung von „zentralen“ Vertriebskanälen wie zum Beispiel Internet oder Handy wird sich die Vertriebslandschaft im Gebiet des RMV in den nächsten Jahren verändern. Vor diesem Hintergrund hat der RMV zusammen mit der rms GmbH ein EDV-gestütztes Modell zur Abschätzung des Bedarfs an personenbedienten Verkaufsstellen in unterschiedlichen Raumkategorien entwickelt. SummaryHow many person served ticket sales offices are necessary? The planned invitation of e-ticketing and the increasing importance of centralized channels of distribution like internet or cell phone will also change the system of distribution in the area of the Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV; public transport authority for the Rhine-Main-area) in the next years. In front of this background the RMV developed together with the rms GmbH an electronic-data-based model to estimate the requirement of person served ticket sales offices in different types of areas. Marketing
Dipl.-Ing Achim Heinig / Dipl.-Kfm. Arnd Werther Starter-Paket für Neuabonnenten ► Kontinuierliche Befragung von Kunden des Isar-Card-Abos: Konzept, Ausführung und Ergebnisse ZusammenfassungDie Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) verschickt regelmäßig so genannte Starter-Pakete an Neuabonnenten und führt in diesem Rahmen auch eine Befragung durch. Im Fokus steht dabei die Gewinnung von allgemeinen Erkenntnissen über die Abonnenten und über die Vertriebsqualität im Abonnement sowie die Bestärkung des Kunden in seiner Entscheidung für den ÖPNV. Ziele sind der Aufbau einer Kundenbeziehung, die Verbesserung der Kundenzufriedenheit und die Ableitung von vertrieblichen Maßnahmen. SummaryStarter-package for new subscribers The Munich transport association (MVG) regularly sends so-called starter-packages to new subscribers and by doing so they even conduct a survey. Thereby, they focus on gaining some general knowledge about the subscriber as well as about the marketing quality of the subscription. They also try to strengthen the customer’s decision for the local passenger transport and aim at the development of a customer relationship and the improvement of customer satisfaction in order to derive sales-oriented measurements. Dr. phil. Uwe Rennspieß / Dipl.-Geogr. Gregor Speer ÖPNV für Touristen zum Nulltarif ► Die Sauerland-Card – ein Modell für den sanften Tourismus ZusammenfassungDas Sauerland ist die Ferienregion mit den meisten Besuchern in NRW. Hier fanden sich 1997 mehrere Orte zusammen, um ihren Urlaubern die Sauerland-Card anzubieten. Neu war vor allem, dass die mit dem Kurbeitrag erworbene Karte neben Vergünstigungen bei Freizeiteinrichtungen die kostenlose Nutzung der Linienbusse beinhaltete. Das zunächst nur als Probephase angelegte Modell hat sich bis heute gehalten, die freie Nutzung der Nahverkehrsbahnen ist dazugekommen und weitere Orte haben sich angeschlossen. Ein Erfolgsmodell für den sanften Tourismus. SummaryFree charges for the tourists‘ local passenger transport The Sauerland area in the German state Nordrhein-Westfalen is the holiday area with the most visitors in Nordrhein-Westfalen. In 1997 several cities joined together to offer their visitors the so-called Sauerland-Card. The tourists received this card by paying their visitor’s tax and it included several discounts for leisure activities. The new idea was, however, that the card should also include a free usage of the city line. What was first meant as a trial has lasted until today and even a free usage of the short distance traffic trains was added. Some more cities even joined the project. This is a successful model for green tourism. Recht
Bettina Werres, Mag. rer. publ. Direktvergabe und Berufsfreiheit: Ein Widerspruch? ► Zur Vereinbarkeit der Beauftragung eines internen Betreibers mit Artikel 12 Abs. 1 Grundgesetz ZusammenfassungJahrelang wurde von deutschen Vertretern im Europäischen Parlament und Rat um die Kodifizierung der „Inhouse“-Vergabe im Rahmen der EU-Nahverkehrsverordnung gerungen. Nun, da die Möglichkeit der Direktvergabe Eingang gefunden hat, wird ihre Vereinbarkeit mit der grundgesetzlichen Berufsfreiheit in Zweifel gezogen. Der Beitrag behandelt die Frage, ob diese Zweifel tatsächlich durchgreifen. SummaryDirect award of contracts and professional freedom: a contradiction in terms? For years German representatives in the European Parliament and Council have been struggling for the codification of the ‘Inhouse’-award within the EC local traffic regulation. Now, as there is an alternative of a direct award of contracts within the regulations, its reconciliation of professional freedom, as it is defined in the basic law, is doubted. This article discusses whether these doubts really have any repercussion. Technik
Dipl.-Ing. Ulrich Sieg / Dr. Ing. Christoph Levin Hamburger Hochbahn zentralisiert Betriebsführung bei der U-Bahn ► Strategische Aspekte der Umstellung ZusammenfassungAuf ihrem fast hundertjährigen Weg hat die Hamburger U-Bahn mit anfangs starker örtlicher Besetzung aller Haltestellen mit dem Bau der neuen Betriebszentrale (BZ) den vorerst letzten Schritt zu einer zentralisierten Betriebsführung eingeleitet. Durch die neue BZ sollen der Fahrgastservice und die Betriebsqualität bei gleichzeitig erhöhter Wirtschaftlichkeit weiter verbessert werden. In diesem Beitrag werden nach einem Abriss der historischen Entwicklung der Betriebsführung die strategischen Überlegungen beschrieben, die am Anfang des Projektes standen. Neben der Neudefinition der Mitarbeiterfunktionen werden dabei Fragen der Größenbemessung (Anzahl Arbeitsplätze), des Grades der Zentralisierung, Standortkriterien sowie das Einführungs- und Rückfallkonzept behandelt. SummaryHamburg Hochbahn centralizes metro management By the construction of a new operating centre after almost hundred years of an initially dense occupancy of the local stops, the Hamburg metro has passed into the last steps towards a centralized management. With the new operating centre, passenger service and operating quality are to be improved while simultaneously increasing the profitability. After a brief historical review of the management, this article reports on the development and the strategic reflections when starting the project. It also describes the new definition of the staff functions and it address the issue of the number of employees, the level of centralizing, the location criteria as well as the implementation and fall-back conception. Verkehrsplanung
Dipl.-Ing. Matthias Behring / Dipl.-Phys. Christian Disch Planung aus einer Hand ► Ein neues Planungssystem vereinheitlicht und optimiert die Fahr-, Umlauf- und Dienstplanung bei der Hamburger VHH PVG ZusammenfassungFür den Einsatz beim zweitgrößten norddeutschen Busbetrieb, der VHH PVG Unternehmensgruppe, hat der Freiburger Softwareentwickler highQ Computerlösungen GmbH sein Fahr-, Umlauf- und Dienstplanungssystem Plan B weiterentwickelt. Unter anderem wurde es um eine automatische Optimierung sowie um ein Modul zur kurzfristigen Einsatzplanung (KEP) erweitert, welches die Anzahl der zu planenden Verkehrstage auf ein Minimum reduziert. Plan B wird bei der VHH PVG zwei ältere Planungssysteme vollständig ablösen und die Planungsabläufe des Busbetriebs vereinheitlichen und optimieren. SummaryOne-stop planning The Freiburg software engineer highQ Computerlösungen GmbH has advanced it’s timetabling, vehicle and crew scheduling PlanB for an application with the second-largest bus company in Northern Germany, the VHH PVG business group. Among others the system has been extended by an automatic optimization system and a module for a short-term application planning, minimizing the number of transportation days to be planned. PlanB will completely replace two older VHH PVG planning systems but standardizes and optimizes all planning processes of the bus company. Dr. nat. techn. Roman Klementschitz / Dipl.-Ing. Dr. Leonhard Höfler Der neue Hauptbahnhof Linz ► Seine verkehrliche Funktion und seine neue Rolle als innerstädtischer Wirtschaftsfaktor ZusammenfassungIm Zuge des Nahverkehrsprogramms für den Großraum Linz wurden am Hauptbahnhof in den letzten Jahren einige Maßnahmen konzentriert und konzertiert umgesetzt. Dazu gehören der Neubau des Bahnhofgebäudes mit einem integrierten Einkaufszentrum und die Optimierung der Verknüpfung des Bahnhofs mit der Straßenbahn, der Lokalbahn sowie den regionalen und städtischen Busverkehren. Begleitet wurden die Verkehrsinvestitionen von zahlreichen städtebaulichen Akzentsetzungen im Umfeld des Bahnhofs. Eine Ex-Post-Analyse untersuchte die durch diese neuen Rahmenbedingungen hervorgerufenen Veränderungen hinsichtlich der verkehrlichen Funktion des Bahnhofs und hinsichtlich seiner Funktion als Einkaufs- und Begegnungszentrum. Zusätzlich wurde der Einfluss der Investitionen auf die Attraktivität des Linzer Bahnhofsviertels als Unternehmensstandort analysiert. Im Rahmen der Studie wurde nachgewiesen, dass durch die Maßnahmen die Nachfragemenge am Hauptbahnhof deutlich gesteigert werden konnte und das neu geschaffene Dienstleistungsangebot vor Ort sehr gut angenommen wird. SummaryThe new main station of Linz Within an investment programme aiming to upgrade the local transport of the Linz conurbation, at the main railway station in the last few years several measures were implemented as a concerted action. The building of the railway station was totally redesigned including the integration of a shopping centre in the building. The link between the railway, the tram, the light-rail system and the urban and regional bus traffic was optimised. These infrastructure investments were accompanied by investments for urban development and regeneration. An ex-post study was carried out aiming to investigate the effects in terms of traffic-demand and shopping behaviour generated by the measures implemented. Additionally the impact on the area with regard to its attractiveness for third party project developers was analysed. The results of the study could verify the effects of the investments on the traffic demand situation at the railway station as well as the generated demand by the new range of services offered there. Dr. Ing. Jaroslav Matuska Barrierefrei nutzbare Info-Systeme ► Situation in der Tschechischen Republik im europäischen Vergleich ZusammenfassungDer Artikel gibt eine Aufzählung grundlegender Aspekte der barrierefreien Informationssysteme (IS) im öffentlichen Verkehr für seh-, hörgeschädigte und mobilitätsbehinderte Fahrgäste in der Tschechischen Republik und vergleicht einige Parameter mit ausländischen Normen (DIN, SN, TSI). Zu den Produkten mit erfolgreicher Anwendung der aufgeführten Aspekte gehören in der Tschechischen Republik zum Beispiel die elektronische Informationstafel Ezop, die Infosäule Hawk, der akustischer Melder mit der Sprachausgaben oder das akustische IS Tyfloset für Sehbehinderte. SummaryAccessible informations for disabled persons The paper deals with basic aspects of accessible information systems (IS) for disabled passengers especially for visually handicapped, hard of hearing people and also wheelchair users in public passenger transport in the Czech Republic. There are comparison of IS parameters used in Czech Republic with foreign standards used in German, Swiss or generally in EU. Some IS accessible for disabled passengers produced in the Czech Republic are characterized in the paper, e.g. self-service information stand Hawk, electronic display Ezop, acoustic indicator and acoustic IS Tyfloset for blind passengers. Dipl.-Geogr. Christian Dörkes / Dipl.-Ing. Lutz Deutz / Dipl.-Ing. Michael Frehn / Dr. rer. pol. Dipl. Volksw. Mehmet Hasan Sarikaya Demografischer Wandel und Mobilität ► Wie verändert sich die Mobilität in Köln durch die zu erwartende Bevölkerungsentwicklung? ZusammenfassungUm die Auswirkungen des demographischen Wandels auf die zukünftige Mobilität der Kölner Bevölkerung abzuschätzen, wurde auf der Grundlage der aktuellen Bevölkerungsprognose der Stadt Köln und von Haushaltsbefragungen zum Mobilitätsverhalten eine Mobilitätsprognose für 2015 und 2025 erstellt. Die isolierte Betrachtung der Folgen des demografischen Wandels auf die Mobilitätsentwicklung der Kölner Bevölkerung zeigt vermehrt qualitative wie quantitative Verschiebungen auf. Ohne die Berücksichtigung von weiteren Faktoren wie siedlungsstrukturelle Veränderungen, ökonomische Aspekte, höhere Transportkosten oder gesellschaftliche Werteveränderungen wird die Bedeutung des Autos tendenziell weiterhin steigen, da insbesondere die älteren Bevölkerung in Zukunft einen höheren Motorisierungsgrad aufweisen wird. Der Umweltverbund und insbesondere der ÖPNV kann sein heutiges Niveau nur halten, wenn Angebotsverbesserungen offensiv betrieben werden. SummaryDemographic change and mobility In order to assess the implications demographic change has for the future mobility of Cologne’s population, a mobility prognosis has been prepared for 2015 and 2025 based upon the current population forecast of the City of Cologne and household surveys on mobility behavior. The isolated view of the implications of demographic change for the development of mobility of Cologne’s population often demonstrates qualitative as well as quantitative shifts. Without taking further factors such as changes in housing development, economic aspects, increased transportation costs or changes in societal values into consideration, the importance of the automobile will largely continue to rise, because particularly the elderly population groups will exhibit a higher degree of motorization in the future. Ecomobility and especially public transport may only be able to maintain their current level if improvements to offers are proactively pursued. Verkehrspolitik
Birk Völker / Andreas Winter Welche Rahmenbedingungen für attraktiven Nahverkehr? ► Gedanken und Vorschläge zur Novellierung des PBefG ZusammenfassungMit der anstehenden Novellierung des Personenbeförderungsgesetzes (PBefG) wird der Rahmen geschaffen, in dem sich der Nahverkehr in Deutschland in den nächsten Jahrzehnten bewegen wird. Der Beitrag stellt eine aus Sicht der Autoren für alle Marktteilnehmer faire und umfassende Kompromisslösung vor, die für die Zukunft attraktiven und kostengünstigen ÖPNV verspricht. Wichtig sind insbesondere die Zulässigkeit vielfältiger Strukturmodelle (inklusive der Direktvergabe an kommunale Unternehmen) und eines Wettbewerbs um bessere Konzepte statt nur um niedrigere Kosten. SummaryWhat structural constraints for an attractive local passenger transport? With the upcoming amendment of the Passenger Transport Act (Personenbeförderungsgesetz PBefG), a new constraint for the future German local passenger transport will be created. From the author’s point of view, this article describes a fair and comprehensive compromise for all market participants promising an attractive and economical public transit for the future. In this case, the acceptance of manifold structure models (also a direct award of contracts to municipal companies) and even a competition for conceptions than for lower costs are very important. Wirtschaft
Dipl.-Vw. Gerhard Probst / Dipl.-Verkehrswirtsch. Claudia Werner / Dipl.-Geogr. Reinhard Schulte Ertragspotenziale des Bartarifs ► Kurzfristige Ansatzpunkte zur Optimierung des Einzelticketsegments ZusammenfassungDie Mehrfahrtenkarte wird im Zuge der Diskussionen zu nutzerfinanzierten Tarifstrategien von verschiedenen Kreisen infrage gestellt. Unter dem Motto Ertrag geht über Volumen wird für die Abschaffung dieses Tickets, mindestens jedoch eine starke Absenkung der Rabatte, plädiert. Unberücksichtigt bleibt dabei allerdings das Kundenbindungspotenzial der Mehrfahrtenkarte. Die vorliegende Arbeit geht daher der Frage nach, inwieweit sich durch eine geschickte Gestaltung der Mehrfahrtenkarte das Nutzungsverhalten von Gelegenheitskunden positiv beeinflussen lässt. Dabei werden neben dem Aspekt der Kundenbindung insbesondere die Erlös und Fahrten steigernde Wirkung untersucht. SummaryPotentials of multi-trip cards In the course of the discussion on a user financed public transport system the existence of multi-travel card is put into question. Some managers plead for a strong reduction of its discount or, its entire abolishment. However, in this discussion the potential of customer loyalty of multi-trip cards is not considered. In the present paper the authors have analysed several potential multi-trip cards schemes with regard to usage behaviour of occasional riders. Besides aspects of customer loyalty the paper focusses on how to raise total revenue and trips with a clever designed multi-trip card. Themen in dieser Ausgabe: Abonnenten · Alterung · Barrierefreiheit · Bartarif · Berufsfreiheit · Betriebsführung · Betriebszentrale · Dienstplanung · Direktvergabe · Ertragspotenzial · EU-Verordnung · Fahrgastinformation · Fahrkartenvertrieb · Hauptbahnhof Linz · Informationssysteme · Inhouse-Vergabe · Isar-Card · Kundenbetreuung · Mehrfahrtenkarte · Nahverkehrsmodelle · ÖPNV-Drehscheibe · Personenbeförderungsgesetz · Planungssystem Plan B · Sauerland-Card · Ticketverkauf · Tourismus · Tschechischer ÖV · U-Bahn Hamburg · Umlaufplanung · Verkehrsnachfrage · Vertriebsstelle · Wandel, demografischer · Wettbewerb
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