Alba Fachverlag, BestNr. nv200812
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Der Nahverkehr, Heft 12/2008
Inhaltsverzeichnis
Kommentar
Prof. Dr.-Ing. Adolf Müller-Hellmann Innovationen allein vereinen: Klimaschutz und Ökonomie Marketing
Dr. rer. pol. Matthias Borrmann / Alexander Möller / Armin Weber / Dipl.-Ing. Thomas Junker / Dipl.-Wirtsch.-Ing. André Pieperjohanns Der Fahrgast im Mittelpunkt: Marketing im Regionalbusverkehr ► DB Stadtverkehr verfolgt einen offensiven Ansatz ZusammenfassungIm regionalen Busverkehr stehen bei der Erlösgewinnung die Schülerverkehre im Vordergrund. Vor dem Hintergrund einer Reduzierung der §45a- bzw. §45a-Folgemittel und dem Rückgang der Schülerzahlen ist jedoch auch im regionalen Busverkehr eine Verbreiterung der Fahrgastbasis dringend geboten. Insofern bestand für DB Stadtverkehr als größtem Anbieter im deutschen Regionalbusverkehr die Notwendigkeit, ein systematisches Fahrgastmarketing für den regionalen Busverkehr zu entwickeln, um den Herausforderungen zu begegnen. SummaryFocused on passengers: Marketing in regional bus transport Revenues by school-transport are focused in regional bus-transport. An enlargement of the passenger-basis also in regional bus-transport is pressing necessary against the background of decreasing compensations for school-transportation (so-called §45a-compensation) and a decline of pupils. Insofar, DB Stadtverkehr as biggest company in the market of regional bus-transport has been forced to develop a systematic passenger-oriented marketing (b2c-marketing). Dipl.-Pol. Katja Striefler / Dr. Adi Isfort Mehr zufriedene Fahrgäste dank Pünktlichkeitsgarantien? ► Studie belegt eindeutigen Zusammenhang zwischen Kundenzufriedenheit und Garantie ZusammenfassungPünktlichkeitsgarantie macht Fahrgäste nachweislich zufriedener. In einer Kundenzufriedenheits-Befragung hat die Region Hannover auch die Bekanntheit der 2003 eingeführten Pünktlichkeitsgarantie abfragen lassen. Nachdem sich gezeigt hatte, dass die Pünktlichkeitsgarantie von allen Faktoren den stärksten Einfluß auf die Gesamtzufriedenheit hat, wurde TNS Infratest um eine vertiefende Analyse gebeten. Ergebnis: Pünktlichkeitsgarantien wirken auch auf „pünktlichkeitsferne“ Qualitäten, insgesamt sind sie ein äußerst wirkungsvolles Mittel, Fahrgäste zufriedener zu machen. SummaryMore satisfied passengers thanks to punctuality guarantee Punctuality guarantees impact passenger’s satisfaction. Knowledge of the punctuality guarantee that has been established in 2003 has been asked in a customer satisfaction survey of Region Hanover. Punctuality guarantee had the biggest influence on overall satisfaction out of all measured parameters. TNS Infratest has been asked for a deeper analysis. Result: punctuality guarantees also affect satisfaction ratings on parameters which seems to be far away from punctually. All in all are punctuality guarantees an effective mean to make passengers more satisfied. Dipl.-Geogr. Gerd Graf / Dipl.-Geogr. Ingolf Hetzel / Dipl.-Kfm. (FH) Steffen Breuer / Dipl.-Geogr. Walter Noé Vertriebskanalmix: Optimierung unter Kostengesichtspunkten ► Ein Modell zur Abschätzung der finanziellen Auswirkungen ZusammenfassungDie Optimierung des Vertriebskanalmixes ist im ÖPNV aufgrund der Vielzahl an Vertriebskanälen sowie der beteiligten Partner ein komplexes Thema. Mit dem im RMV entwickelten Modell zur Vertriebskanalentwicklung können die Auswirkungen von Steuerungsmaßnahmen hinsichtlich Umsatz sowie Anzahl von Vertriebsstellen gleichsam auf Knopfdruck simuliert werden. Somit bietet es eine wichtige Entscheidungsgrundlage, um gemeinsam mit den Partnern mittelfristig effiziente Vertriebsstrukturen zu schaffen. SummaryOptimizing different sales channels in the public local transport Optimizing the existing sales channels within the local public transport system is complicated as a variety of sales channels exist and a lot of parties are involved. The Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) established some procedures for developing sales channels in order to simulate – quasi by pushing a button – the effects of sales control proportionately to the number of sales offices. So, they offer an important basis for a decision-making to create cooperative and efficient medium-term sales structures. Praxis
Flüssiggas-Antrieb für Busse Technik
Dipl.-Ing. (FH) Andreas Reuter Hybridkonzepte für Stadtbusse ► Neutrale Bewertung diverser Strukturen hybrider Antriebsstränge ZusammenfassungIm Rahmen der Diskussion über Hybridfahrzeuge stellen sich immer wieder die gleichen Fragen: Welche Konzepte gibt es und welches ist das Beste für das gegebene Anforderungsprofil? Dieser Artikel versucht einen neutralen Überblick zu verschaffen und keine endgültige Antwort zu geben. Nach der Definition des Begriffs Hybridfahrzeug werden die Antriebe eingeteilt und sinnvolle Konzepte für das Nutzfahrzeug und speziell den Stadtbus vorgestellt und bewertet. SummaryHybrid concepts for city busses Talking about hybrid vehicles the same questions are asked: Which concepts are there and which is the best for the required profile? This article tries to give an neutral overview not an final answer. First the definition of hybrid vehicle is cleared. Then the power trains are classified for commercial vehicles especially city busses. Prof. Dr.-Ing. Christof Simon / Dipl.-Ing. (FH) Heinrich Dörksen / Dipl.-Ing. (FH) Andreas Berenz Diesel/Wasser-Emulsionen für emissionsärmere Dieselmotoren ► Potenzial der Wassereinspritzung zur Entkoppelung des Ruß-NOx-Trade-Off ZusammenfassungDer Dieselmotor gehört mit zu den wirtschaftlichsten Kraftmaschinen die heute in vielen Bereichen der Technik zum Einsatz kommen. Erweist er sich hinsichtlich der Kohlenmonoxid- und Kohlenwasserstoffbildung eher als unproblematisch, so stellt die gleichzeitige innermotorische Reduzierung von Stickoxid und Ruß ein großes Problem dar. In dem Beitrag werden die innermotorischen Möglichkeiten zur Schadstoffreduzierung im dieselmotorischen Abgas durch den Einsatz von Wasser vorgestellt und deren Auswirkungen hinsichtlich der Reduzierung von Ruß und NOx erläutert. Die Möglichkeiten der Wassereinbringung erstrecken sich dabei von der geschichteten Wassereinspritzung über die Wassereindüsung bis hin zur On-Board-Mischung von Diesel und Wasser zu einer Diesel/Wasser-Emulsion. Es wird gezeigt, dass sich die NOx- und Ruß-Konzentrationen mit der Wassereinspritzung um bis zu 30 und 70 Prozent reduzieren lassen. SummaryDiesel/water emulsions for low-emission Diesel engines The Diesel engine is one of the most economic engines being used in technical areas. Though it is uncomplicated to handle the formation of carbon monoxides and hydrocarbon, the reduction of nitric oxide and soot during the combustion process is a huge problem. This article presents the possibilities to reduce developing pollutants in the Diesel engine exhausts during the combustion process by using simply water. Their effects concerning the reduction of soot and nitric oxide are discussed as well. There are different ways to inject the water; beginning from a stratified water injection over to water injection and to an On-Board-mixture of Diesel and water to a Diesel/water emulsion. A reduction of nitric oxide and soot concentration by 30 to 70 per cent is possible with water injection. Dr.-Ing. Lars Löwenstein Münchner Verkehrsbetriebe erproben Fahrwerk Syntegra ► Praxistest im Fahrgastbetrieb der U-Bahn ZusammenfassungDie Fahrwerk-, Antriebs- und Bremstechnologie ist mit Syntegra zu einem gemeinsamen System zusammengeführt worden. Dabei wird auf einen getriebelosen Drehstromantrieb auf der Basis einer permanenterregten Synchronmaschine sowie ein neuartiges Fahrwerkkonzept mit Innenlagerung und eine inhärente elektrodynamische Bremse gesetzt. Zur Erprobung des Fahrzeuges schlossen sich Siemens und die SWM/MVG zu einer strategischen Partnerschaft zusammen. Seit August 2008 wird das Prototypfahrzeug im Fahrgastbetrieb im Netz der Münchener U-Bahn betrieben. Syntegra weist einen sehr hohen Wirkungsgrad sowie Massenvorteile gegenüber konventionellen Fahrwerken auf und hat somit einen geringeren Energieverbrauch. SummaryMunich transport Company tests system Syntegra Syntegra combines traction, bogie and braking technology to form a unified system. It integrates a gearless direct drive based on completely encapsulated permanent magnet synchronous machines, a new type of flexible and compact bogies with inside bearings and an inherent electrodynamical brake. Siemens and the SWM (Munich City Utilities)/ MVG (Munich Transport Company) decided to form a strategic partnership to test the vehicle. The passenger service in the Munich metro system has been running since August 2008. Syntegra presents results indicate a very high efficiency, advantages in terms of mass and considerable energy savings. Boris Jermer, M. A. Wasserstoff als Kraftstoff für den Nahverkehr der Zukunft ► Potenziale und Projekte in der Wasserstoff-Region Rheinland ZusammenfassungWasserstoff gehört zusammen mit biogenen Kraftstoffen und elektrischen Antriebssystemen zu den Hoffnungsträgern, um die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern zu verringern, die Luftverschmutzung zu senken und die CO2-Ziele im Verkehrssektor zu erreichen. Das Wasserstoff-Netzwerk HyCologne verfolgt das Ziel, die besonderen Standortvorteile der Region Köln durch den Einsatz von Nebenproduktwasserstoff als Energieträger für den öffentlichen Personennahverkehr zu nutzen. SummaryHydrogen – fuel for the future local passenger transport Hydrogen is, together with biogenic fuel cells and electric drive systems, one of the great hopes. It may reduce the dependency on fossil energy sources, lower air pollution and may achieve the CO2 target in the transportation sector. As due to the chemical industries in the Cologne area in North-Rhine-Westphalia a lot of hydrogen is available, the hydrogen network HyCologne is aimed at the application of this byproduct as fuel for the local passenger transport. Dr.-Ing. Jürgen Kappus / Dipl.-Ing. (FH) Klaus Albrecht / Dipl.-Ing. (FH) Michael Rüffer Straßenbahnen bremsen in Zukunft EN-konform ► Technische Regeln Bremsen (TR Br) ersetzen die BOStrab-Bremsenrichtlinien ZusammenfassungDie Technischen Regeln Bremsen (TR Br) definieren die Anforderungen an die Bemessung und Prüfung der Bremsen von Fahrzeugen nach der Verordnung über den Bau und Betrieb der Straßenbahnen (BOStrab). Sie lösen die BOStrab-Bremsenrichtlinien von 1988 ab, die nach Inkrafttreten der neuen Norm DIN EN 13542 zu überarbeiten waren. Ergänzend zur TR Br werden, ihrem Aufbau folgend, Hintergründe dargestellt, Begründungen gegeben und weiterführende Kommentare angefügt, die die praktische Handhabung erleichtern sollen. SummaryBraking of trams now comply with EU-standard The Technische Regeln Bremsen (TR Br) define the requirements for design and testing of the brakes used in light rail vehicles according to the German Federal Regulations on the construction and operation of light rail transit systems (BOStrab). They replace the BOStrab-Bremsenrichtlinien of 1988, who had to be adapted as the European Standard DIN EN 13542 came into force. In addition to the TR Br, following its structure, more details are given regarding background, reasons for the rules and further comments to support the practical use of the TR Br. Dipl.-Ing. Ralph Pütz / Dr.-Ing. Eberhard Christ / Prof. Dr.-Ing. Adolf Müller-Hellmann Hoffnungsträger Hybrid ► Serienreife Hybridantriebe als ein Baustein der übergeordneten Strategie: Weg von fossilen Treibstoffen ZusammenfassungIm Rahmen einer „ganzheitlichen“ ökologischen Integrität bietet sich die konsequente Hybridisierung des Antriebsstranges – unabhängig von der Art der Hauptantriebsquelle und des Kraftstoffsystems – als Hoffnungsträger an. Dabei muss die Schlüsseltechnologie Hybrid für Linienbusantriebe auch unter den Rahmenbedingungen des liberalisierten Verkehrsmarktes in Verbindung mit rückläufiger öffentlicher Kofinanzierung ökonomisch umsetzbar sein. Für die Erschließung der signifikanten Umweltvorteile ist heute – zumindest bis zum Erreichen einer betrieblichen Serienreife für diese Technik – eine ausreichende öffentliche Förderung unverzichtbar. Dabei bleibt auch mittelfristig Dieseltechnik (in Verbindung mit biogenen synthetischen Dieselkraftstoffen) für die Hybridtechnik die erste Wahl. SummaryHope on hybrid as key technology Within the framework of a comprehensive ecological integrity, a consistent introduction of hybrid drives offers further potential – independent from the propulsion and fuel systems. The sustainable success of the key technology „hybrid“ for public service bus drives is – with regard to the general conditions of the liberalised transport market with regressive public funding – closely connected to its economical potential. For the realisation of the significant environmental advantages, today a sufficient public funding is necessary – at least until the maturity of this technique. From today’s perspective the exhaust after-treated diesel technology in connection with synthetic biogenic diesel fuel remains first choice for hybrid buses. Verkehrsplanung
Dipl.-Ing. Christian Huber / Dr. rer. nat. Christian Liebchen Optimierungsmodell für integrierte Fahr-, Umlauf- und Dienstplanung ► Projekt von ViP und TU Berlin deckt Verbesserungspotenziale auf ZusammenfassungEin Dienstplan kann nur so gut sein, wie es der zu Grunde liegende Fahrplan erlaubt. So trivial diese Beobachtung auch ist, so weit reichende Konsequenzen besitzt sie für die Verkehrsplanung insgesamt. In diesem Beitrag wird aufgeführt, wie mit dem für die Taktfahrplanoptimierung etablierten mathematischen Optimierungsmodell gezielt solche Fahrpläne berechnet werden können, die passende Umlauf- und Dienstpläne ermöglichen. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, in diesem Modell nachträglich bestimmte Entscheidungen der Linienplanung zu korrigieren, wenn dies über alle Planungsschritte betrachtet voraussichtlich zu besseren Lösungen führt. Entsprechende Optimierungsläufe wurden für das 2006er Netz des Verkehrsbetriebs in Potsdam vorgenommen. SummaryOptimizing a synchronized vehicle and crew scheduling The duty roster may only be as good as the basic timetabling is. This trivial observation, however, may have extensive consequences for the transport planning in total. This article reports on how to work out synchronized timetables with the already established mathematical optimization model in order to achieve an applicable vehicle and crew scheduling. Using this model, additional corrections of decisions in track planning are possible considering the planning procedure. In 2006, such optimization running for the Potsdam traffic net took place. Wirtschaft
Dipl.-Ök. Karsten Sydow Tarifkooperationen des GVH über Verbundgrenzen hinaus ► Sukzessive Erweiterung des GVH-Tarifgebiets im Zeitkartensegment ZusammenfassungDer GVH und die Region Hannover arbeiten seit vielen Jahren an der sukzessiven Erweiterung des Tarifgebiets im Zeitkartensegment. Es wurde ein harmonisches Konzept mit drei zusätzlichen Preisstufen erarbeitet, das sämtliche 2500 Relationen aus den benachbarten Gebietskörperschaften in das GVH-Tarifgebiet darstellt. Dieser Regionaltarif führte aufgrund von starken Preisreduzierungen, einheitlichem Ansprechpartner mit übersichtlichen Konditionen und anderen Vorteilen zu unerwartet hohen Nachfragesteigerungen. Aus manchen Landkreisen benutzen jetzt über 30 Prozent Neukunden das attraktive Angebot. Insgesamt verbergen sich dahinter 11000 monatliche Zeitkartennutzer mit einem Einnahmenvolumen von etwa 13 Mio Euro. SummaryTariff cooperation with the GVH beyond its association border Since many years, the GVH and the Hannover region have been working on a gradual expansion of the tariff zone for commutation tickets. An integrative concept has been worked out including three additional price levels and representing all 2500 connections of the contiguous local authorities into the GVH tariff zone. Due to strong price reduction, designated contact persons and clear conditions, this implemented regional tariff lead to an unexpected increase of demand. More than 30% of new customers from several counties use this attractive offer. This means, about 11000 persons use the commutation ticket monthly producing revenues of about 13 Mio Euro.
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