Alba Fachverlag, BestNr. nv200206
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Der Nahverkehr, Heft 6/2002
Inhaltsverzeichnis
Kommentar
Dieter Posch
Besteller-Ersteller-Prinzip konsequent umsetzen
Betrieb
Rainer Lawerentz / Prof. Dr. Richard Herrmann / Dipl.-Ing. Detlef Naß
Stärke durch Partnerschaft ►
Kooperationsmodell: Gemeinsame Nutzung von Busbetriebshöfen durch kommunale und private Verkehrsunternehmen
Zusammenfassung
Seit August letzten Jahres gibt es vertragliche Bindungen mit privaten Busunternehmen (Abus, BVB) und der BVG ñ Omnibusbetriebshof Britz ñ zur gemeinsamen Nutzung der vorhandenen Infrastruktur. Neben der Vermietung von Stell-, Nutz- und Büroflächen sind auch Serviceleistungen vereinbart worden. Mitarbeiter der BVG sichern diese Arbeitsaufgaben für die privaten Unternehmen ab. Angestrebt wird auch die Übernahme von Wartungs-, Instandhaltungs- und Reparaturleistungen von Abus- und BVB-Fahrzeugen durch BVG-Mitarbeiter.
Summary
Power thanks to Partnership Since August last year there are contract relations between the BVG bus working yard Britz and private bus owners (Abus, BVB) to use the existing infrastructure together. Apart from the rental of offices, parking and service places there has also a service contract
been made that will be secured by employees of the BVG. Also planed is the maintenance of the Abus and BVB vehicles by BVG employees. Such contracts should be ratified till the end of the year. Predestined is a cooperative management. Which is being discussed at the moment.
Dr. Uwe Rennspieß
Nachtverkehr in der Region ►
Seit zehn Jahren betreibt die Westfälische Verkehrsgesellschaft Nachtbuslinien ñ eine Zwischenbilanz
Zusammenfassung
Der erste Nachtbus im Münsterland startete am 1. Februar 1992. Seitdem wurden im Verkehrsgebiet der WVG-Gruppe 34 weitere Linien eingerichtet. Die Gründe für diesen Anstieg liegen im schlüssigen Angebotskonzept, in der Partnerschaft mit einem finanzstarken Sponsor und an einer ideenreichen Vermarktung. Die Deckungslücke zwischen Fahrgeld- und Sponsoringeinnahmen zahlten bisher die jeweils an einer Nachtbus-Linie liegenden Städte und Gemeinden. Angesichts der zunehmenden Finanznot der Kommunen stößt dieses Finanzierungssystem zunehmend an seine Grenzen. Der Ruf nach einem Nachtbus-Zuschlag oder nach der Kostenbeteiligung der Kreise wird immer lauter.
Summary
Ten Years of WVG Night Buses The first night-bus in Münsterland started on February 1st, 1992. Since then, 34 further
lines have been set up in the WVG-group service area. The reason for this increase lies in the conclusive offer-concept, the partnership with a financially strong sponsor and continuous, imaginative marketing. The margin gap between fares and sponsors contributions has, up till now, been covered by the city or community nearest to the night-bus line. In view of the rising financial problems of the communities, this system of finance is reaching its limits. The call for a night-bus supplementary charge or a contribution from the district is getting louder and louder.
MA MSc Martin Schiefelbusch
Verkehr zu ÑEventsì als Erlebnis ►
Veranstaltungen: Aktionsfelder und Problembereiche für den ÖPNV
Zusammenfassung
Für Verkehrsunternehmen bilden Großereignisse eine spezielle Herausforderung im Kontext des Freizeitverkehrs. Sie erfordern gründliche Planung, vor allem wenn Ñmaßgeschneiderteì Leistungen verlangt werden. Der Artikel zeigt wie deutsche Verkehrsunternehmen sich dieser Herausforderung stellen. Die wichtigsten Aufgaben und ihre Lösungen werden vorgestellt und einige besonders gelungenen Beispiele beschrieben. Für den Erfolg ist eine enge Zusammenarbeit mit den Veranstaltern notwendig, gerade hier gibt es noch den größten Nachholbedarf.
Summary
Transport to Events as Event For transport operators, events represent a particularly demanding part of leisure travel. They require substantial planning input, in particular if high-quality tailor-made services are desired. The article presents results of a survey among German transport operators on how they deal with this sector. The main issues and solutions are presented and some best practice case-studies described. To be successful, close co-operation with the event organiser is essential; however, this is also the area where problems appear to be most frequent.
Dipl.-Ing. Wolfgang Jähnichen
Ausbau vor Neubau ►
Leipzig modernisiert sein engvermaschtes Straßenbahnnetz
Zusammenfassung
Die Leipziger Verkehrsbetriebe bauten im Jahre 2001 ihr Stadtbahnnetz weiter aus. Das Baugeschehen konzentrierte sich dabei auf zwei im Westen der Stadt gelegene Streckenabschnitte. Der zweigleisige Ausbau der Kuhturmstraße stand in Verbindung mit der ersten Baustufe des in unmittelbarer Nachbarschaft liegenden Betriebshofes Angerbrücke. Dieser machte bisher umständliche Rangiermanöver für das Abstellen der Bahnen erforderlich. Eine Umfahrung schafft hier nun Abhilfe. In der Lützner Straße, hier erschließt die Stadtbahn den Stadtteil Grünau, wurde das straßenbündige Gleis zu einem besonderen Bahnkörper umgebaut, der ebenso von Bussen befahren wird.
Summary
Development before New Building The transportation enterprises of Leipzig further built up their rapid transit network, in 2001. The construction was concentrated on two routes on the West side of the city. The branch track development on the Kuhturmstraße was connected to the first assembly level of the maintenance and storage facility, Angerbrücke, which is situated nearby. This made the parking of trains quite an impractical maneuver. A detour route has now offered a way out. In the Lützner Straße, where the rapid transit rail reaches the area Grünau, a track which was near the street was rebuilt into a special track, on which buses can
drive as well.
Personalwirtschaft
Dr. Rüdiger Piorr / Dipl.-Soz..-Wiss. Pamela Wehling
Dialogische Managementkonzepte und die Gruppenarbeit ►
Verkehrsunternehmen entdecken die diskursive Koordinierung als Antwort auf die Herausforderungen des Wettbewerbs
Zusammenfassung
ÖPNV-Unternehmen stellen sich auf unterschiedliche Art und Weise dem Wettbewerb. Es werden Ergebnisse einer standardisierten Befragung unter 200 Betriebsräten von ÖPNV-Unternehmen vorgestellt. Sie machen deutlich, dass der ÖPNV die diskursive Koordinierung über dialogbasierte Führungsinstrumente bis hin zum Einsatz von Gruppenarbeit nutzt, um die Unternehmen zu flexibilisieren und damit auf den Wettbewerb vorzubereiten. Dabei geht es darum, die vertikale und die horizontale Kommunikation zu verbessern.
Summary
Dialogoriented Management-Tools and the Team Work Public transportation business faces the upcoming competion in different ways. This article discusses the findings of quanititative research among 200 shop stewarts of public transportation companies. The results reveal the companies strategies to use dialogoriented management-tools and also team work in order to rise flexibility via the mechanisms of the so called discursive coordination. In this context all the companies aim on improving vertical and also horizontal communication.
Praxis
Thomas Friedrich
Medienbrüche vermeiden mit Okstra: Ein Weg zur Rationalisierung
Dipl.-Vw. Kai Peters
Was bedeutet die neue DIN-Norm EN ISO 9001-2000 für den ÖPNV?
Technik
Robert Koch / Hubert Müller
Combino duo ñ die Zwei-System-Straßenbahn ►
Nordhausen erhält erste Hybrid-Variante aus der Straßenbahn-Familie
Zusammenfassung
Mit dem Combino duo ist ein Fahrzeug innerhalb der Produktfamilie CombinoI entstanden, welches den LNT-Richtlinien (LNT= Leichter Nahverkehrstriebwagen) entspricht und somit eine Lösung bietet, um mit Straßenbahnen auch nicht elektrifizierte Nebenstrecken zu befahren. Sie bietet dem Betreiber eine wirtschaftlich attraktive Möglichkeit, sein Leistungsangebot zu erweitern, ohne Gleisstrecken elektrifizieren zu müssen.
Summary
Combino Duo ñ Tramway Suitable for two Systems With the Combino duo, a vehicle within the product family, Combino, has been created. It fits to the LNT-regulations (LNT= light public transit motor cars) and so doing, offers a solution for trams to be able to drive on non-electrified branch lines, as well. It offers the transit authority an economically attractive possibility to broaden its offer of services without having to invest in the electrification of track routes.
Verkehrsplanung
Dipl-Ing. (FH) Rudolf Obenland / Dipl.-Ing. Klaus-Dieter Steinbach / Dipl.-Ing. Peter Sautter
Der Integrale Taktfahrplan: Auf den Busverkehr übertragbar? ►
Anwendung des ITF-Konzeptes am Beispiel von Esslingen am Neckar
Zusammenfassung
Der Integrale Taktfahrplan (ITF) hat sich als Planungsinstrument im Schienenverkehr bestens bewährt. Eine Umsetzung im Busverkehr ist bislang jedoch nur in Ansätzen erfolgt. Die Übertragung auf den Busverkehr mit Möglichkeiten und Grenzen sowie erforderlichen Randbedingungen wird im Artikel zunächst theoretisch erörtert. Am Beispiel des Stadtbusverkehrs Esslingen werden dann die konkrete Planung eines ITF sowie weitere Optimierungsansätze des Busverkehrs beschrieben.
Summary
The Integral Fixed Cycle Schedule: Can it be transferred to Buses? The integral fixed cycle schedule (ITF) has proven itself fully as an instrument of planning in railway traffic. However, until now a conversion of this system to buses has not got past its first stages. To begin with, the conversion toward bus traffic, with its opportunities and limits, as well as necessary conditions, will be discussed theoretically. Using the example of city bus traffic in Esslingen, the concrete planning of an ITF will be described, along with further suggestions for optimising the bus traffic, in general.
Prof. Dr. Peter Cerwenka
Glanz und Elend der Elastizität ►
Eine ingenieurdidaktische Handreichung
Zusammenfassung
Das Elastizitäten-Konzept wird für das Konsumgut Verkehrsnachfrage aus ingenieurwissenschaftlicher Sicht kritisch beleuchtet, angereichert und mit zusätzlichen Interpretationen versehen. Die meist unterbelichteten Einschränkungen und Relativierungen bei der konkreten empirischen Ermittlung von Elastizitäten und bei ihrer Instrumentalisierung für die Beurteilung von Maßnahmen in der Verkehrssystemplanung werden erörtert. Insbesondere die beiden Phänomene der Multikausalität und der Konkurrenzsituation erschweren eine empirisch abgesicherte Ermittlung von Elastizitäten und vor allem ihre verallgemeinerte Übertragbarkeit in der planerischen Anwendung. Gleichwohl kann das Elastizitäten-Konzept bei wohlbedachtem Einsatz im vielstimmigen Konzert von Planungsmethoden auch im Bereich des Verkehrswesens hilfreich sein.
Summary
The Good and Bad Sides of Elasticity The concept of elasticity, which is widespread throughout the economy, is critically looked at, enriched and given additional interpretations, for the travel demand of the consumer from an engineering perspective. The usually underexposed restrictions and adjustments in concrete empirical examinations of elasticity and in their instrumentation for the judgement of measures taken in traffic system planning, are mentioned and discussed.
The phenomenon of multi-causality, in particular, and the competitive situation make an empirical, safe investigation of elasticity difficult, as well as its general ability to be carried out. Nevertheless, the concept of elasticity, when used wisely, can contribute to planning methods by being one of the many voices it takes to make a concert, in the field of traffic.
Dipl-Ing. Dipl.-Wirtsch.-Ing. Reinhard W. Heinemann
Leipzig erhält eine neue S-Bahn ►
Der City-Tunnel wird das Herzstück des regionalen Nahverkehrs
Zusammenfassung
Im März 2002 wurde die Rahmenfinanzierungsvereinbarung zum Bau des Leipziger City-Tunnels als Stammstrecke für die Leipziger S-Bahn unterzeichnet. Damit steht dem Baubeginn des 2000 planfestgestellten größten Nahverkehrsprojektes der Deutschen Bahn im Freistaat Sachsen noch in diesem Jahr nichts mehr im Wege. 1991 nahmen Freistaat Sachsen und die Stadt Leipzig in Zusammenarbeit mit der Bahn den Planungsprozess auf. Sie gründeten 1996 eine Planungsgesellschaft, die das Projekt bis zur Baureife entwickelt hat. Die veranschlagten Baukosten betragen 572 Mio Euro. Das Projekt umfasst einen 4,3 km langen Tunnel mit vier unterirdischen Stationen sowie eine Reihe netzergänzender Maßnahmen wie Stationsneubau, Ergänzungsstrecken und Elektrifizierungen.
Summary
Leipzig Gets New S-Bahn In March, 2002, the framework financing agreement was signed, for the building of the Leipziger City Tunnel as a through route. With this, there is nothing in the way of beginning this project this year, as planned in 2000. It is the largest public transit project of the Deutsche Bahn (German Rail) in the Free State of Saxony. In 1991, Saxony and the city of Leipzig began the planning process together with the railway. In 1996, they founded a planning society, which developed the project up to the point that it was ready for construction. The estimated costs for construction are 572 million Euros. The project includes a 4.3 km long tunnel with four underground stations, as well as a number of net-supporting measures, such as, station reconstruction, supplementary routes and electrifications.
Dipl.-Ing. Stefan Bohl / Dr.-Ing. Christian Mehlert
Wo steht der Anrufbus? ►
Bestandsaufnahme der Anrufbus-Systeme in Deutschland
Zusammenfassung
Der Anrufbus verkehrt prinzipiell im fahrplanfreien Flächenbetrieb von Haus zu Haus. In Deutschland existieren heute acht Anrufbus-Systeme, Tendenz steigend. Zum gegenseitigen Erfahrungsaustausch fand deshalb unter der Leitung von BPI-Consult im April 2002 ein zweitägiges Anrufbus-Betreibertreffen statt, zu dem Vertreter aller deutschen Anrufbus-Systeme eingeladen wurden. Vor diesem Hintergrund erfolgt in diesem Bericht eine aktuelle Bestandsaufnahme.
Summary
Where is the Dial-a-Bus? The dial-a-bus runs principally on a collection and distribution system from house to house. There are eight such systems in Germany today, and more are expected. In order to allow for an exchange of information, the BPI-Consult held a two-day conference for dial-a-bus operators in April 2002. Representatives of all German dial-a-bus systems received invitations. This conference is the basis for the following article, taking stock of the current situation.
Wirtschaft
Dipl.-Ing. Roland Suckrow / Dipl.-Geogr. Mike Walczok
Verfahren zur monetären Bewertung der Leistungsqualität im Busverkehr ►
Wesentlicher Bestandteil des Qualitätsmanagements
Zusammenfassung
Mit der Zielsetzung der Absicherung der Leistungsqualität in Verkehrsverträgen wurde durch die ETC GmbH und die Vertragspartner Rhein-Main-Verkehrsverbund GmbH sowie Omnibusverkehr Rhein-Nahe GmbH, Regionalverkehr Kurhessen GmbH und Verkehrsgesellschaft mbH Untermain ein Instrumentarium entwickelt, das die gelieferte Qualität monetär bewertet und im Zusammenhang mit vereinbarten Qualitätsstandards ein für den Kunden akzeptables Maß der Güte des Angebotes sichert. In einer Bewertungsrunde am Ende jedes Beobachtungszeitraums werden die monetarisierten Ergebnisse beraten und in einen Maßnahmenplan zur Qualitätssteigerung umgesetzt.
Summary
Value Quality of Services in Terms of Money By aiming to ensure the quality of services in transport contracts, ETC GmbH and its contracting partners Rhein-Main-Verkehrsverbund GmbH as well as Omnibusverkehr Rhein-Nahe GmbH, Regionalverkehr Kurhessen GmbH and Verkehrsgesellschaft mbH Untermain created the instruments to value the supplied quality in terms of money and, in connection with agreed quality standards, to ensure that the quality level of the offer is acceptable to customers. In assessment talks at the end of each observation period the contracting parties confer on the results in terms of money (positive/negative) and translate these into a plan for quality enhancing measures.
Dipl.-Soz. Dieter Meisel / Dipl.-Math. Anton Cavin
Linienergebnisrechnung: Bilanz nach zwei Jahren Praxiseinsatz ►
Instrument für externe Rechnungslegung und internes Controlling
Zusammenfassung
Die wettbewerbsorientierte Entwicklung im ÖPNV hat zu einer Wiederbelebung des betriebswirtschaftlichen Instruments Linienergebnisrechnung geführt. Zum einen wird sie zukünftig für Zwecke der externen Rechnungslegung im Hinblick auf das Transparenzgebot des EU-Rechts gefordert, zum anderen ist sie für Zwecke des Controlling unter Wettbewerbsgesichtspunkten unverzichtbar. Eine Reihe von ÖPNV-Unternehmen hat deshalb ein DV-Programm zur Linienerfolgsrechnung eingeführt. Besonders erfolgreich waren Projekte, in denen eine gute Zusammenarbeit zwischen den Abteilungen Controlling und Verkehrsplanung verwirklicht werden konnte.
Summary
Line Result Accounting: Balance After Two Years of Practical Use The competition-oriented development in public transit has led to a revival of business administration in line result accounting. On the one hand, it is required for purposes of external accounting, regarding the transparency requirement of European Union Law, and on the other, it is indispensable for purposes of controlling with regard to competition. For this reason, a number of public transit companies have introduced an EDP program for line result accounting. Projects in which a good level of co-operation was achieved between the controlling and the traffic planning departments, were particularly successful.
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